SachsenMillionen für Wärmewende bewilligt
Sachsen fördert erste größere Investitionsprojekte zur Umstellung der kommunalen Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien. Wie das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz mitteilt, wurden im Rahmen des Förderaufrufs „JTF – Zukunftsfähige Energieversorgung“ bislang sechs Vorhaben bewilligt. Die Mittel stammen aus dem europäischen Just Transition Fund (JTF) und dem sächsischen Landeshaushalt. Gefördert werden Projekte in den Strukturwandelregionen Lausitz und Mitteldeutsches Revier sowie in Chemnitz.
Größte Förderempfänger
Zu den größten Förderempfängern zählen die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda. Sie erhalten mehr als 16,4 Millionen Euro für den Bau einer Energiezentrale mit Solarthermie und Wärmepumpen. Die Stadtwerke Weißwasser bekommen mehr als 12,8 Millionen Euro für eine Luft-Wärmepumpe mit zehn Megawatt Leistung. Ergänzt wird die Anlage durch einen Pufferspeicher sowie Photovoltaik und einen Batteriespeicher zur Eigenstromversorgung.
Weitere 9,7 Millionen Euro fließen an die Wärmeversorgung Radeberg. Das Unternehmen will seine Wärmeerzeugung schrittweise auf erneuerbare Energieträger umstellen. Geplant ist ein System aus Wärmepumpenmodulen, thermischem Wasserspeicher und Photovoltaikanlage. Die Stadtwerke Niesky erhalten mehr als 6,4 Millionen Euro für eine Biomasse-Heizzentrale. In Olbersdorf wird die Kombination aus Wärmepumpen, Biomasseheizung, Photovoltaik und Speichern mit mehr als 1,6 Millionen Euro unterstützt.
Sachsens Wirtschafts- und Energieminister Dirk Panter (SPD) sieht in den Bewilligungen einen wichtigen Schritt zur Umsetzung der Wärmewende. Kommunen und Energieversorger benötigten neben tragfähigen Konzepten auch finanzielle Unterstützung. Die Investitionen sollen nach Angaben des Ministeriums fossile Energieträger ersetzen, die regionale Wertschöpfung stärken und die Abhängigkeit von Energieimporten verringern.
Wärmeplanung schreitet voran
Parallel zu den Investitionen schreitet die kommunale Wärmeplanung in Sachsen voran. Laut Ministerium hat rund die Hälfte der Kommunen bereits mit der Erstellung eines Wärmeplans begonnen oder diesen abgeschlossen. Besonders weit sei die Entwicklung in der Lausitz fortgeschritten. Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern mussten ihre Wärmeplanung bis zum 30. Juni 2026 vorlegen. Für kleinere Städte und Gemeinden gilt eine Frist bis zum 30. Juni 2028.
Der Handlungsbedarf ist laut Angaben des Ministeriums groß. Nach Daten aus dem Jahr 2023 werden in Sachsen rund 95 Prozent der Wärmenachfrage durch fossile Energieträger gedeckt. Auf Erdgas entfallen 68 Prozent, auf Braunkohle 25 Prozent und auf Heizöl 1,5 Prozent. Erneuerbare Energien decken lediglich 5,5 Prozent des Bedarfs. Zugleich verfügen 29 Prozent der sächsischen Haushalte über einen Fernwärmeanschluss.
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