Dienstag, 20. Oktober 2026

HamburgAusbau der E-Auto-Ladepunkte geht voran

[01.06.2026] Hamburg hat die Zahl seiner öffentlichen E-Auto-Ladepunkte binnen eines Jahres um 40 Prozent auf 5.063 erhöht. Den schnellen Ausbau ermöglichten ein digitales Anschlussportal, mehrere Betreiber und ein Rekordvolumen neuer Netzanschlüsse durch die Hamburger Energienetze.

E-Auto-Ladesäule in Hamburg.

(Bildquelle: Hamburger Energienetze/Jakob Börner)

Hamburg baut seine öffentliche Lade-Infrastruktur für Elektroautos schneller aus als jede andere deutsche Metropole. Zwischen April 2025 und April 2026 stieg die Zahl der öffentlichen Ladepunkte laut Bundesnetzagentur um 1.440 auf insgesamt 5.063. Das entspricht einem Wachstum von 40 Prozent, während der bundesweite Durchschnitt im selben Zeitraum bei 28 Prozent lag.

Wie die Hamburger Energienetze mitteilen, trägt dazu vor allem das seit 2025 laufende Konzessionsmodell der Stadt bei. Neben dem städtischen Unternehmen Hamburger Energiewerke Mobil errichten sechs private Betreiber öffentliche Ladepunkte. Die Hamburger Energienetze übernehmen dabei in großem Umfang die Netzanschlüsse und die technische Integration der Anlagen.

Über 1.300 neue Ladepunkte

Nach Angaben von Hamburger Energienetze wurden allein im öffentlichen Raum mehr als 1.300 Ladepunkte neu angeschlossen. Hinzu kamen zwischen 2024 und 2025 rund 6.400 Ladepunkte auf privaten Flächen. Dazu zählen Wallboxen an Wohnhäusern, Ladeeinrichtungen auf Supermarkt- und Hotelparkplätzen sowie Infrastruktur auf Firmengeländen. Insgesamt existieren in Hamburg inzwischen fast 29.000 private Ladepunkte.

Ein zentraler Faktor für den schnellen Ausbau ist ein digitaler Antragsprozess. Über das Hausanschluss-Portal Hamburg können Betreiber und Installationsfirmen sämtliche Schritte online koordinieren und verfolgen. Anschlussangebote für einzelne Ladepunkte erstellt das Unternehmen nach eigenen Angaben innerhalb von rund zehn Tagen. Für größere Ladeparks liegen die Angebote meist nach etwa vier Wochen vor.

Parallel dazu setzen die Hamburger Energienetze auf eigene Software für Betrieb und Planung der Ladeinfrastruktur. Die Plattform eRound verarbeitet Abrechnungsdaten, steuert Ladevorgänge und analysiert die Auslastung einzelner Standorte. Die Daten fließen in Dashboards der Hamburger Wirtschaftsbehörde ein und sollen helfen, neue Ladepunkte gezielt dort zu errichten, wo der Bedarf besonders hoch ist. Das System arbeitet nach Unternehmensangaben bereits bei vier der acht öffentlichen Lade-Infrastrukturbetreiber in Hamburg.

Voraussetzung für Hochlauf der E-Mobilität

Die Stadt sieht den Ausbau als Voraussetzung für den weiteren Hochlauf der Elektromobilität. Nach Angaben der Hamburger Verkehrsbehörde waren zum 31. März 2026 insgesamt 45.422 reine Elektroautos sowie 30.345 Plug-in-Hybride in der Hansestadt zugelassen. Im ersten Quartal 2026 war bereits fast jedes dritte neu zugelassene Fahrzeug zumindest teilweise elektrisch angetrieben.

Zugleich zeigt sich laut dem aktuellen HUK-E-Barometer weiterhin ein deutlicher Unterschied zwischen Eigentümern und Mietern. Bundesweit gehören 81 Prozent der privat genutzten Elektroautos Menschen mit Wohneigentum, weil sich dort private Wallboxen leichter installieren lassen. In Städten mit hohem Mietwohnungsanteil bleibt die Umstiegsquote deshalb vergleichsweise niedrig. Hamburg erreichte 2025 unter den deutschen Millionenstädten mit 5,0 Prozent dennoch die höchste Quote beim Wechsel vom Verbrenner zum reinen Elektroauto.

Die Hamburger Energienetze sehen darin einen klaren Auftrag zum weiteren Ausbau öffentlicher Ladeangebote. Ziel sei es, auch Menschen ohne private Lademöglichkeit den Umstieg auf Elektromobilität zu erleichtern.





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