Freitag, 9. Oktober 2026

BraunschweigEnergiegenossenschaft nimmt 100. PV-Anlage in Betrieb

[05.01.2026] Mit der Inbetriebnahme ihrer 100. Photovoltaik-Anlage erreicht die Energiegenossenschaft Braunschweiger Land einen weiteren Meilenstein beim Ausbau der Solarenergie. Nach eigenen Angaben summieren sich Leistung, Investitionen und CO₂-Einsparungen inzwischen auf eine Größenordnung, die den Fokus auf Aufdachanlagen als tragfähiges Modell unterstreicht.

Braunschweiger Land eG vor der 100. Anlage in der Dessaustraße.

v.l.: Carsten van de Loo, Vorstandsvorsitzender; Martin Wevelsiep, Drohnenpilot; Bastian Hase, Prokurist; Steffen Trudewig, Technischer Leiter; Vanessa Förster, Finanzen; Jonas Hattwig, Vorstand; Jan Ole Dittberner, zuk. Vorstand; Frank Richter-Trautmann, Technische Qualitätssicherung

(Bildquelle: Energiegenossenschaft Braunschweiger Land eG)

100 Photovoltaik-Anlagen in dreieinhalb Jahren: Die Energiegenossenschaft Braunschweiger Land hat nach eigenen Angaben seit ihrer Gründung im Juni 2022 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 3,6 Megawatt peak realisiert. Wie die Stadt Braunschweig berichtet, werden dadurch jährlich rund 2.195 Tonnen CO₂ vermieden.

Den symbolischen Meilenstein markiert eine neue Aufdachanlage auf dem Gebäude des Fachbereichs Stadtgrün in der Dessaustraße. Insgesamt investierte die Genossenschaft nach Angaben der Stadt 3,2 Millionen Euro in regenerative Aufdachanlagen, davon 1,9 Millionen Euro auf Dächern städtischer Immobilien. Mehr als eine halbe Million Euro stammt aus Einlagen von Bürgerinnen und Bürgern, die sich als investierende Mitglieder an der Genossenschaft beteiligen.

Oberbürgermeister Thorsten Kornblum (SPD) bewertet den Ausbau als wichtiges Signal für die lokale Energiewende. Er hebt insbesondere die Möglichkeit der direkten Beteiligung der Bevölkerung hervor und sieht in der Energiegenossenschaft eine Verbindung von Klimaschutz, wirtschaftlicher Vernunft und Teilhabe.

Wirtschaftlich effizient

Der Vorstandsvorsitzende der Energiegenossenschaft, Carsten van de Loo, verweist darauf, dass die schnelle Umsetzung von 100 Anlagen das Potenzial gemeinschaftlich organisierter Energieprojekte zeige. Zugleich bestätige der Erfolg die strategische Ausrichtung auf Photovoltaik-Aufdachanlagen, die sich aus seiner Sicht sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich als effizient erweisen.

Zentraler Bestandteil dieser Strategie ist nach Angaben der Genossenschaft der hohe Eigenverbrauch des erzeugten Solarstroms. Ziel sei es, den Strom direkt im jeweiligen Gebäude zu nutzen. Der technische Leiter Steffen Trudewig erläutert, dass dadurch Durchleitungsverluste reduziert und bestehende Netze entlastet würden. Gerade unter aktuellen Rahmenbedingungen sei dies ein besonders sinnvoller Weg für einen schnellen und effizienten Ausbau der Photovoltaik.

Auch wirtschaftliche Vorteile führt die Genossenschaft an. Durch den geringeren Bedarf an Netznutzung könnten Netzentgelte vermieden und der Strom günstiger weitergegeben werden, was sowohl Gebäudeeigentümern als auch Nutzerinnen und Nutzern zugutekomme. Vorstandsmitglied Jonas Hattwig bezeichnet Aufdachanlagen deshalb als derzeit wirtschaftlichsten und zugleich ökologischsten Ansatz, da sie ohne zusätzlichen Flächenverbrauch auskämen, zügig realisierbar seien und stabile Kostenstrukturen ermöglichten.

Konzept auch überregional gültig

Die Tätigkeit der Energiegenossenschaft beschränkt sich nach Angaben der Stadt nicht auf Braunschweig. Vielmehr sei sie inzwischen auch in anderen Kommunen und Regionen aktiv und übertrage ihre Konzepte auf überregionale Projekte.

Finanziell sieht sich die Genossenschaft auf einem soliden Weg. Bereits nach drei Jahren habe sie eine stabile wirtschaftliche Basis erreicht, die Ertragszahlen entwickelten sich planmäßig und seien inzwischen positiv, heißt es in der Mitteilung. Zwar müssten Anlaufverluste aus der Gründungsphase noch ausgeglichen werden, doch bestätige die Entwicklung die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells.

Anlässlich des erreichten Meilensteins wirbt die Energiegenossenschaft um weitere Beteiligungen aus der Bürgerschaft. Ein Genossenschaftsanteil kostet 500 Euro, größere Investitionen sind bis zu 10.000 Euro möglich und können unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden. Weitere Informationen stellt die Energiegenossenschaft Braunschweiger Land auf ihrer Internetseite bereit.





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