Mittwoch, 11. März 2026

Stadtwerke BambergInnovatives Wärmenetz

[16.09.2024] [16.9.2024] Im Bamberger Lagarde-Quartier geht eines der umweltfreundlichsten Wärmenetze Deutschlands in Betrieb. 70 Prozent der Energie stammen aus erneuerbaren Quellen, die vor Ort gewonnen werden. Die Stadtwerke Bamberg investieren 30 Millionen Euro in das Projekt, das Modellcharakter für andere Städte haben soll.

Quartier Lagarde: Flächenkollektoren gewinnen jährlich drei Millionen Kilowattstunden oberflächennahe Erdwärme.

(Bildquelle: Stadtwerke Bamberg)

Am kommenden Freitag (20. September 2024) nehmen die Stadtwerke Bamberg das Nahwärmenetz im Lagarde-Viertel, das als eines der umweltfreundlichsten in Deutschland gilt, offiziell in Betrieb. Insgesamt 1.200 Wohn- und Gewerbeeinheiten werden über das innovative Wärmenetz mit Energie versorgt. Rund 70 Prozent der benötigten Wärme stammen aus regenerativen Quellen, die direkt vor Ort gewonnen werden (wir berichteten). 30 Millionen Euro hat der regionale Energieversorger nach eigenen Angaben in das zukunftsweisende Projekt investiert.
Unter den Gebäuden und Verkehrsflächen des Quartiers befinden sich Flächenkollektoren, die jährlich drei Millionen Kilowattstunden oberflächennahe Erdwärme gewinnen. Zusätzlich liefert das größte innerstädtische Geothermiefeld Deutschlands mit 74 Erdwärmesonden in bis zu 120 Metern Tiefe weitere 900.000 Kilowattstunden Wärme pro Jahr. Eine weitere wichtige Energiequelle ist das Abwasser von mehreren tausend Haushalten. Dieses fließt durch den Abwasserkanal in der Zollnerstraße, wo auf einer Länge von 225 Metern ein Wärmetauscher installiert ist. Jährlich werden so rund 2,7 Millionen Kilowattstunden Wärme gewonnen, das entspricht etwa 270.000 Litern Heizöl. Die Abwasserwärme wird auch zur Regeneration der Erdkollektoren und zur saisonalen Wärmespeicherung genutzt.
Die kombinierte Erd- und Abwasserwärme wird mithilfe von Wärmepumpen auf Temperaturen gebracht, die für Fußbodenheizung und Warmwasserbereitung geeignet sind. Jährlich erzeugen diese Pumpen 8.500 Megawattstunden thermische Energie. Den dafür benötigten Strom erzeugen Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Gebäude und der Energiezentrale. Überschüssiger Strom wird in Wärme umgewandelt und in Pufferspeichern für die spätere Nutzung vorgehalten.
Ein großer Teil der Investitionskosten wurde durch Fördermittel gedeckt. Das Projekt erhielt 11,6 Millionen Euro vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen des Programms „Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0“. Weitere 1,9 Millionen Euro wurden von der Regierung von Oberfranken für den Bau der Energiezentrale zur Verfügung gestellt.
Das „Bamberger Konzept“ soll nach Angaben der Stadtwerke als Vorbild für eine nachhaltige Wärmeversorgung in Stadtquartieren dienen. Auch wenn jede Stadt andere Rahmenbedingungen habe, zeige das Projekt, wie die Energiewende vor Ort umgesetzt werden könne. (al)





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich:

Fraunhofer IEG: Studie belegt Geothermie-Potenzial von verkarsteten Kalkgesteinen

[11.03.2026] Verkarstete Kalkgesteine in zwei bis drei Kilometern Tiefe könnten in Nordrhein-Westfalen ein bislang unterschätztes Reservoir für geothermische Wärme sein. Neue Bohrkernanalysen aus Iserlohn zeigen, welches Potenzial diese Gesteinsschichten für Wärmenetze und Industrieversorgung besitzen. mehr...

Düsseldorf: Energie-Kommune dank Wärme- und Verkehrswende

[11.03.2026] Die Stadt Düsseldorf möchte ihre Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren. Dabei spielen Fachkräfte, die Wärmewende und neue Mobilitätsangebote eine zentrale Rolle. Für ihr Engagement wurde die Stadt nun von der AEE zur Energiekommune des Monats Februar gekürt. mehr...

KRITIS-Gipfel: Forderung nach stärkerer Resilienz

[11.03.2026] Energieverbände fordern eine stärkere Ausrichtung auf Resilienz und Schutz Kritischer Infrastrukturen in Deutschland. Anlass war der erste KRITIS-Gipfel, der gestern in Berlin stattfand. Dort berieten Vertreter der Branche, der Politik und der Bundeswehr über neue Bedrohungslagen und konkrete Schutzmaßnahmen. mehr...

KEA-BW: Plattform für klimafreundliche Mobilitätsangebote

[11.03.2026] Die neue Online-Plattform Mobilitätskompass unterstützt Unternehmen, Kommunen und Behörden bei der Planung klimafreundlicher Mobilitätsangebote. Ein integriertes Berechnungstool analysiert Fuhrpark, Dienstreisen und Arbeitswege und liefert eine Grundlage für Investitions- und Organisationsentscheidungen im Mobilitätsmanagement. mehr...

Light + Building: Hager zeigt Lösungen für energieeffiziente Gebäude

[11.03.2026] Das Unternehmen Hager stellt auf der Messe Light + Building 2026 in Frankfurt am Main Lösungen für elektrifizierte und energieeffiziente Gebäude vor. Die Exponate reagieren auf neue Normen, dynamische Stromtarife und wachsende Anforderungen an Lade-Infrastruktur und Energiemanagement. mehr...

BDEW-Studie: Kapazitätsmarkt kann KWK-Förderung nicht ersetzen

[10.03.2026] Eine Studie untersucht, wie Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung in einen künftigen Kapazitätsmarkt integriert werden könnten. Die Ergebnisse zeigen, warum ein solcher Mechanismus allein die bestehende Förderung nicht ersetzen kann und welche politischen Entscheidungen nun für Investoren entscheidend werden. mehr...

Rheinland-Pfalz: Ein Drittel ist mit Wärmeplanung fertig

[10.03.2026] Rund ein Drittel der Kommunen in Rheinland-Pfalz hat die gesetzlich vorgeschriebene kommunale Wärmeplanung bereits abgeschlossen. Die Pläne sollen den Weg zu einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung weisen und entscheiden mit darüber, wo künftig Wärmenetze entstehen oder dezentrale Lösungen dominieren. mehr...

Trianel: Verkauf von Solarpark

[10.03.2026] Das Unternehmen Trianel Energieprojekte hat einen 70,4-MWp-Solarpark in Brandenburg an einen Infrastrukturfonds von Nuveen verkauft. Der Deal zeigt, wie kommunale Projektentwickler große Photovoltaikprojekte für institutionelle Investoren strukturieren und vermarkten. mehr...

Stadtwerke Konstanz: Installation von Transformator

[10.03.2026] Die Stadtwerke Konstanz haben im Umspannwerk Weiherhof einen neuen 40-MVA-Transformator installiert. Der Ausbau reagiert auf den stark steigenden Strombedarf durch Wärmepumpen, Elektromobilität und neue Baugebiete und ist Teil einer langfristigen Netzstrategie. mehr...

Cuxhaven: Biovergärungsanlage macht Baufortschritte

[09.03.2026] Am Entsorgungszentrum Pennigbüttel entsteht eine Biovergärungsanlage, die Bioabfälle aus vier Kommunen zu Biogas und Kompost verarbeitet. Ein Jahr nach dem Spatenstich melden die Betreiber deutliche Baufortschritte und starten nach der Winterpause den nächsten Bauabschnitt. mehr...

evm: Solarpark hat Förderzusage erhalten

[09.03.2026] Der geplante Solarpark Weltersburg-Guckheim hat in der jüngsten EEG-Ausschreibung der Bundesnetzagentur einen Förderzuschlag erhalten. Damit sind die Vermarktungsbedingungen für das Projekt gesichert – und der Bau einer 16-MWp-Freiflächenanlage auf einer ehemaligen Tongrube rückt näher. mehr...

BEE: Positionspapier empfiehlt Holzenergie für die Wärmeversorgung

[09.03.2026] Ein neues Positionspapier des Bundesverbands Erneuerbare Energie stellt Holzenergie als zentralen Baustein der Wärmewende dar. Angesichts geopolitischer Risiken und steigender Preise für Öl und Gas fordert der Verband, heimische Holzwärme stärker in der Wärmeversorgung zu berücksichtigen. mehr...

Smight: Lösung integriert Kurzschlussanzeiger

[09.03.2026] Das Smight Grid2 Gateway Plus bindet erstmals Kurzschlussanzeiger aus der Mittelspannung direkt in eine Lösung zur Netzüberwachung ein. Verteilnetzbetreiber können damit Störungen schneller lokalisieren und erhalten gleichzeitig zusätzliche Transparenz über die Niederspannung. mehr...

Oldenburg: PV-Anlagen auf Lärmschutzwänden geplant

[09.03.2026] Photovoltaik-Module auf neuen Lärmschutzwänden sollen künftig Strom für das geplante Sport- und Gesundheitsbad am Flötenteich in Oldenburg liefern. Die Stadtverwaltung sieht darin eine günstigere und naturverträglichere Alternative zur ursprünglich vorgesehenen Floating-PV-Anlage auf dem Gewässer. mehr...

GeoTHERM expo & congress: Messe bestätigt ihren Stellenwert

[06.03.2026] Die GeoTHERM expo & congress 2026 in Offenburg hat ihre Rolle als führende europäische Fachmesse für Geothermie erneut bestätigt. Mehr Besucher, starke internationale Beteiligung und ein Innovationspreis für ein neues seismisches Erkundungsfahrzeug zeigen, wie dynamisch sich die Branche im Zuge der Wärmewende entwickelt. mehr...