Dienstag, 12. Mai 2026

Stadtwerke BambergInnovatives Wärmenetz

[16.09.2024] [16.9.2024] Im Bamberger Lagarde-Quartier geht eines der umweltfreundlichsten Wärmenetze Deutschlands in Betrieb. 70 Prozent der Energie stammen aus erneuerbaren Quellen, die vor Ort gewonnen werden. Die Stadtwerke Bamberg investieren 30 Millionen Euro in das Projekt, das Modellcharakter für andere Städte haben soll.

Quartier Lagarde: Flächenkollektoren gewinnen jährlich drei Millionen Kilowattstunden oberflächennahe Erdwärme.

(Bildquelle: Stadtwerke Bamberg)

Am kommenden Freitag (20. September 2024) nehmen die Stadtwerke Bamberg das Nahwärmenetz im Lagarde-Viertel, das als eines der umweltfreundlichsten in Deutschland gilt, offiziell in Betrieb. Insgesamt 1.200 Wohn- und Gewerbeeinheiten werden über das innovative Wärmenetz mit Energie versorgt. Rund 70 Prozent der benötigten Wärme stammen aus regenerativen Quellen, die direkt vor Ort gewonnen werden (wir berichteten). 30 Millionen Euro hat der regionale Energieversorger nach eigenen Angaben in das zukunftsweisende Projekt investiert.
Unter den Gebäuden und Verkehrsflächen des Quartiers befinden sich Flächenkollektoren, die jährlich drei Millionen Kilowattstunden oberflächennahe Erdwärme gewinnen. Zusätzlich liefert das größte innerstädtische Geothermiefeld Deutschlands mit 74 Erdwärmesonden in bis zu 120 Metern Tiefe weitere 900.000 Kilowattstunden Wärme pro Jahr. Eine weitere wichtige Energiequelle ist das Abwasser von mehreren tausend Haushalten. Dieses fließt durch den Abwasserkanal in der Zollnerstraße, wo auf einer Länge von 225 Metern ein Wärmetauscher installiert ist. Jährlich werden so rund 2,7 Millionen Kilowattstunden Wärme gewonnen, das entspricht etwa 270.000 Litern Heizöl. Die Abwasserwärme wird auch zur Regeneration der Erdkollektoren und zur saisonalen Wärmespeicherung genutzt.
Die kombinierte Erd- und Abwasserwärme wird mithilfe von Wärmepumpen auf Temperaturen gebracht, die für Fußbodenheizung und Warmwasserbereitung geeignet sind. Jährlich erzeugen diese Pumpen 8.500 Megawattstunden thermische Energie. Den dafür benötigten Strom erzeugen Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Gebäude und der Energiezentrale. Überschüssiger Strom wird in Wärme umgewandelt und in Pufferspeichern für die spätere Nutzung vorgehalten.
Ein großer Teil der Investitionskosten wurde durch Fördermittel gedeckt. Das Projekt erhielt 11,6 Millionen Euro vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen des Programms „Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0“. Weitere 1,9 Millionen Euro wurden von der Regierung von Oberfranken für den Bau der Energiezentrale zur Verfügung gestellt.
Das „Bamberger Konzept“ soll nach Angaben der Stadtwerke als Vorbild für eine nachhaltige Wärmeversorgung in Stadtquartieren dienen. Auch wenn jede Stadt andere Rahmenbedingungen habe, zeige das Projekt, wie die Energiewende vor Ort umgesetzt werden könne. (al)





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich:
Zwei Menschen stehen an einer Ladesäule von Mainova neben einem Elektroauto mit Shell-Recharge-Logo. Die Frau hält ein Smartphone in der Hand, der Mann lehnt am Fahrzeug und zeigt eine Ladekarte. Die Szene zeigt das Laden eines Elektroautos im öffentlichen Raum.

Mainova: Kooperation mit Shell

[12.05.2026] Mit einer langfristigen Partnerschaft wollen die Unternehmen Shell Recharge und Mainova den Zugang zur Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge ausbauen. Mainova-Kundinnen und -Kunden sollen über die Shell-App Rabatte und Zugang zu einem europaweiten Ladenetz erhalten. mehr...

Blick auf den Energiestandort Süd der Stadtwerke München mit dem neuen Wärmespeicher. Der große, zylindrische Speicher steht neben mehreren Schornsteinen des Heizkraftwerks am Ufer der Isar. Im Vordergrund sind Bäume und das Flussufer zu sehen, im Hintergrund Teile des Münchner Stadtgebiets.

Stadtwerke München: Wärmespeicher startet Betrieb

[12.05.2026] Mit einem Wärmespeicher wollen die Stadtwerke München die Fernwärmeversorgung flexibler gestalten und die Wärmewende vorantreiben. Der Speicher ist nun in Betrieb gegangen, zwei Fernwärmenetze sind bereits angeschlossen. mehr...

Klimakommune Deutschland: Neues Programm für kommunalen Klimaschutz vorgestellt

[12.05.2026] Der Verein Klimakommune Deutschland hat ein neues Programm für kommunalen Klimaschutz und die Umsetzung der Energiewende vorgestellt. Nach dem Aus des European Energy Award sollen Städte, Gemeinden und Landkreise damit wieder ein strukturiertes Instrument für Klimastrategien und Emissionsminderung erhalten. mehr...

Trianel: Greentech nimmt Batteriegroßspeicher in Betrieb

[12.05.2026] greentech hat für Trianel in Groß Laasch einen netzgekoppelten Batteriegroßspeicher mit 27 MWh Kapazität in Betrieb genommen. Die Anlage kombiniert Photovoltaik und Speicher an einem gemeinsamen Netzanschluss und soll die Netzstabilität erhöhen. mehr...

JUWI: Deal mit Diehl-Gruppe abgeschlossen

[12.05.2026] JUWI hat den Windpark Gundersweiler 2 mit vier Vestas-Anlagen an die Diehl-Gruppe verkauft. Das Projekt in Rheinland-Pfalz soll ab kommendem Sommer Strom für rund 25.000 Haushalte liefern und stärkt den Ausbau der Eigenerzeugung bei dem Industriekonzern. mehr...

The smarter E Europe: Hager zeigt vernetzte Lösungen

[12.05.2026] Hager präsentiert auf der The smarter E Europe 2026 vernetzte Systeme für Energiemanagement, Lade-Infrastruktur und Energieverteilung in Gebäuden. Im Fokus stehen bidirektionales Laden, KI-gestützte Steuerung von Energieflüssen und Lösungen für Mieterstrommodelle. mehr...

swb-Gruppe: Geopolitische Lage wirkt sich aus

[11.05.2026] Der Energiedienstleister swb hat nach eigenen Angaben das Geschäftsjahr 2025 mit einem höheren operativen Ergebnis abgeschlossen. Gleichzeitig erhöhte das Unternehmen die Investitionen in Netze und Energieanlagen deutlich. mehr...

Energieversorger Gasag unterstützt mit dem Verwaltungsbezirk Lichtenberg die energetische Sanierung von Wohngebäuden in einem Berliner Stadtquartier.

GASAG: Höhere Investitionen für die Energiewende

[11.05.2026] Die GASAG-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 ihren Jahresüberschuss fast verdoppelt und ihre Investitionen in klimafreundliche Infrastruktur deutlich erhöht. Der Schwerpunkt lag auf Wärmenetzen, erneuerbaren Energien und Netzinfrastruktur in Berlin und Brandenburg. mehr...

Wilken: GY erhält ISO-Zertifizierung

[11.05.2026] Die Wilken Software Group hat die ISO-27001-Zertifizierung ihres Informationssicherheitsmanagementsystems auf die cloud-native Plattform GY ausgeweitet. Damit reagiert das Unternehmen auf steigende Sicherheitsanforderungen an SaaS-Lösungen in Kritischen Infrastrukturen und schließt weitere Anwendungen in den zertifizierten Bereich ein. mehr...

Öffentliche Ladesäule der Stadtwerke Tübingen: Förderung durch den Bund ist laut BDEW zu bürokratisch.

BSI: Wie sicher ist die öffentliche Lade-Infrastruktur?

[08.05.2026] Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat erstmals einen Bericht zur IT-Sicherheit öffentlicher Lade-Infrastruktur veröffentlicht. Die Analyse benennt Schwachstellen bei Protokollen, Software und Zertifikatsverwaltung und zeigt, warum vernetzte Ladesäulen zu einem kritischen Faktor der Verkehrswende werden. mehr...

Kornwestheim: Ladepunkte decken Bedarf ab

[08.05.2026] Kornwestheim verfügt bereits heute über genügend öffentliche Ladepunkte, um den prognostizierten Bedarf bis 2028 abzudecken. Die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim bauen das Netz dennoch weiter aus und planen zusätzliche Standorte an stark frequentierten Orten wie dem Bahnhof. mehr...

Wiesbaden: Jahresbericht zeigt Wachstum der E-Mobilität

[08.05.2026] Wiesbaden zählt beim Anteil von Elektroautos und beim Ausbau öffentlicher Ladepunkte bundesweit zur Spitzengruppe. Ein neuer Jahresbericht der Stadt zeigt, wie stark die Elektromobilität wächst und welche Rolle kommunale Steuerung und neue Schnellladeangebote dabei spielen. mehr...

NTT DATA: E-Autos als mobile Stromspeicher

[08.05.2026] Bidirektionales Laden macht Elektroautos zu mobilen Stromspeichern für Haushalte, Unternehmen und Stromnetze. Nach Einschätzung von NTT DATA könnte die Technik Kommunen helfen, Netze zu stabilisieren, Energiekosten zu senken und die Energiewende schneller voranzutreiben. mehr...

EnBW: Hohe Investitionen geplant

[07.05.2026] Der Energieversorger EnBW hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 7,6 Milliarden Euro in den Umbau des Energiesystems investiert. Der Anteil erneuerbarer Energien an der installierten Leistung stieg auf 66 Prozent. Für die kommenden Jahre plant das Unternehmen Investitionen von bis zu 50 Milliarden Euro. mehr...

Mehrstöckiges Wohnhaus mit Holzfassade und großer Photovoltaikanlage auf dem Dach in einem grünen Wohngebiet. Das Gebäude verfügt über Balkone, große Fenster und eine Terrasse mit Sitzmöbeln. Im Hintergrund sind weitere Häuser, Bäume und eine hügelige Landschaft zu sehen.

Baden-Württemberg: Energiebranche begrüßt Koalitionsvertrag

[07.05.2026] Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg sieht im neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU eine Grundlage für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Der Verband fordert zugleich ein konsequentes Vorgehen der künftigen Landesregierung. mehr...