Freitag, 29. Mai 2026

Stadtwerke BambergInnovatives Wärmenetz

[16.09.2024] [16.9.2024] Im Bamberger Lagarde-Quartier geht eines der umweltfreundlichsten Wärmenetze Deutschlands in Betrieb. 70 Prozent der Energie stammen aus erneuerbaren Quellen, die vor Ort gewonnen werden. Die Stadtwerke Bamberg investieren 30 Millionen Euro in das Projekt, das Modellcharakter für andere Städte haben soll.

Quartier Lagarde: Flächenkollektoren gewinnen jährlich drei Millionen Kilowattstunden oberflächennahe Erdwärme.

(Bildquelle: Stadtwerke Bamberg)

Am kommenden Freitag (20. September 2024) nehmen die Stadtwerke Bamberg das Nahwärmenetz im Lagarde-Viertel, das als eines der umweltfreundlichsten in Deutschland gilt, offiziell in Betrieb. Insgesamt 1.200 Wohn- und Gewerbeeinheiten werden über das innovative Wärmenetz mit Energie versorgt. Rund 70 Prozent der benötigten Wärme stammen aus regenerativen Quellen, die direkt vor Ort gewonnen werden (wir berichteten). 30 Millionen Euro hat der regionale Energieversorger nach eigenen Angaben in das zukunftsweisende Projekt investiert.
Unter den Gebäuden und Verkehrsflächen des Quartiers befinden sich Flächenkollektoren, die jährlich drei Millionen Kilowattstunden oberflächennahe Erdwärme gewinnen. Zusätzlich liefert das größte innerstädtische Geothermiefeld Deutschlands mit 74 Erdwärmesonden in bis zu 120 Metern Tiefe weitere 900.000 Kilowattstunden Wärme pro Jahr. Eine weitere wichtige Energiequelle ist das Abwasser von mehreren tausend Haushalten. Dieses fließt durch den Abwasserkanal in der Zollnerstraße, wo auf einer Länge von 225 Metern ein Wärmetauscher installiert ist. Jährlich werden so rund 2,7 Millionen Kilowattstunden Wärme gewonnen, das entspricht etwa 270.000 Litern Heizöl. Die Abwasserwärme wird auch zur Regeneration der Erdkollektoren und zur saisonalen Wärmespeicherung genutzt.
Die kombinierte Erd- und Abwasserwärme wird mithilfe von Wärmepumpen auf Temperaturen gebracht, die für Fußbodenheizung und Warmwasserbereitung geeignet sind. Jährlich erzeugen diese Pumpen 8.500 Megawattstunden thermische Energie. Den dafür benötigten Strom erzeugen Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Gebäude und der Energiezentrale. Überschüssiger Strom wird in Wärme umgewandelt und in Pufferspeichern für die spätere Nutzung vorgehalten.
Ein großer Teil der Investitionskosten wurde durch Fördermittel gedeckt. Das Projekt erhielt 11,6 Millionen Euro vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen des Programms „Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0“. Weitere 1,9 Millionen Euro wurden von der Regierung von Oberfranken für den Bau der Energiezentrale zur Verfügung gestellt.
Das „Bamberger Konzept“ soll nach Angaben der Stadtwerke als Vorbild für eine nachhaltige Wärmeversorgung in Stadtquartieren dienen. Auch wenn jede Stadt andere Rahmenbedingungen habe, zeige das Projekt, wie die Energiewende vor Ort umgesetzt werden könne. (al)





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich:
Große silberne Rohrleitungen und technische Anlagen in einem Heizungs- oder Energietechnikraum. Im Mittelpunkt steht ein rechteckiges Metallgehäuse mit strukturierter Oberfläche, umgeben von isolierten Rohren, Ventilen und Messinstrumenten.

Tübingen: Wärmetauscher ergänzen Kläranlage

[29.05.2026] Eine Kläranlage in Tübingen wurde um ein drittes BHKW sowie eine innovative Wärmepumpe ergänzt. Damit soll die Klärgasverstromung noch effizienter werden. mehr...

Wärmewende: Austauschprojekt zwischen Städten gestartet

[29.05.2026] Stuttgart, Leipzig und Köln starten mit der Forschungsstelle für Energiewirtschaft das Projekt GLOW-Up zur kommunalen Wärmewende. Das Netzwerk soll Städten helfen, Wärmepläne schneller umzusetzen, Bürger früh einzubinden und praxistaugliche Lösungen für Finanzierung und Infrastruktur zu entwickeln. mehr...

Kaiserslautern: Quartier erhält Energiezentrale

[29.05.2026] Im Pfaff-Quartier in Kaiserslautern ist eine Energiezentrale für die klimaneutrale Wärmeversorgung des neuen Stadtviertels in Betrieb gegangen. Das Gebäude verbindet Niedertemperatur-Wärmenetz, Abwärmenutzung und Forschung zum bidirektionalen Laden von Elektrofahrzeugen und gilt als Kernstück des Projekts EnStadt. mehr...

Handelsblatt: Konferenz zu KI-Einsatz in der Energiewirtschaft

[29.05.2026] Die Handelsblatt-Konferenz „AI in Energy“ rückt den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Energiewirtschaft in den Mittelpunkt. Vertreter aus Energiebranche, IT und Wissenschaft diskutieren im Juli 2026 in Düsseldorf, wie Unternehmen KI in skalierbare Geschäftsmodelle und konkrete Anwendungen überführen. mehr...

bericht

BDEW Kongress: Gemeinsam die Zukunft sichern

[28.05.2026] Der BDEW Kongress 2026 bringt zentrale Akteure der Energiewirtschaft zusammen, um über Versorgungssicherheit, Investitionsbedingungen, Infrastruktur, Erneuerbare, Wasserstoff und digitale Transformation zu diskutieren. mehr...

„Luftaufnahme eines großflächigen Solarparks mit langen Reihen dunkelblauer Solarmodule auf einer offenen Landschaftsfläche. Die Solarfelder erstrecken sich über mehrere Bereiche und sind von Feldwegen, Wiesen und kleinen Waldstücken umgeben. Im Hintergrund sind Felder, Wälder und mehrere Windkraftanlagen am Horizont zu sehen.“

EnBW: Solarpark Görlsdorf geht ans Netz

[28.05.2026] Ein Solarpark mit Batteriespeicher ist in Brandenburg ans Netz gegangen. Die Anlage hat die Größe von rund 130 Fußballfeldern und leistet 87 Megawatt. mehr...

Osnabrück: Stadt knackt 100-MW-Marke

[28.05.2026] Osnabrück hat die Marke von 100 Megawatt installierter Photovoltaik-Leistung überschritten. Der starke Ausbau bringt der Stadt einen Spitzenplatz im Großstadtvergleich und soll Klimaziele, regionale Wertschöpfung und mehr Energieautarkie voranbringen. mehr...

Tauber Energy: Bau eines Batteriespeicher in Wertheim

[28.05.2026] Ein Batteriespeicher zur Stabilisierung des Netzes entsteht zur Zeit in Wertheim. Die Anlage von Tauber Energy hat eine Anschlussleistung von über 15 Megawatt. mehr...

2G Energy: Großauftrag für Rechenzentren

[28.05.2026] 2G Energy hat einen Auftrag für die Energieversorgung eines Rechenzentrums in Nordamerika erhalten. Das Unternehmen führt derzeit weitere Gespräche mit Kunden aus dem Bereich Data Center. mehr...

eueco: Neue Leitfadenreihe zur Bürgerbeteiligung veröffentlicht

[28.05.2026] eueco hat eine neue Leitfadenreihe für Bürgerbeteiligung an Projekten mit erneuerbaren Energien veröffentlicht. Hintergrund sind strengere Vorgaben, wachsender Finanzierungsdruck und der steigende Bedarf an standardisierten Beteiligungsmodellen für Kommunen, Stadtwerke und Projektierer. mehr...

„Drei Männer stehen vor einer großen Freiflächen-Solaranlage auf einer grünen Wiese. Im Hintergrund erstrecken sich mehrere Reihen moderner Solarpaneele unter bewölktem Himmel. Zwei der Männer tragen Business-Outfits, der dritte eine dunkle Freizeitjacke. Die Aufnahme vermittelt den Eindruck eines offiziellen Termins oder einer Inbetriebnahme im Bereich erneuerbare Energien.“

Münster: Agri-Solarpark liefert Strom für Batterieforschung

[27.05.2026] In Münster-Amelsbüren ist eine neue Agri-Photovoltaikanlage in Betrieb gegangen. Nach Angaben der Stadt Münster verbindet das Projekt Landwirtschaft und Stromerzeugung auf derselben Fläche. Der erzeugte Sonnenstrom soll direkt an die Batterieforschung der Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) geliefert werden. mehr...

Mehrere weiße Vibro-Trucks stehen auf einer Straße am Rand eines Feldes. Die Spezialfahrzeuge werden für seismische Messungen zur Untersuchung des Untergrunds eingesetzt. Der Himmel ist bewölkt.

Nürnberg: N-ERGIE plant Erdwärmeprojekt

[27.05.2026] N-ERGIE will in der zweiten Jahreshälfte 2026 den Untergrund in und um Nürnberg mit 2D-Seismik-Messungen untersuchen. Die Daten sollen helfen, das Potenzial von Erdwärme in der Region Nürnberg genauer zu bewerten. mehr...

Energieministerkonferenz: Geschlossenes Signal für die Energiewende

[27.05.2026] Die Energieministerkonferenz auf Norderney hat sich geschlossen für den weiteren Ausbau der Energiewende ausgesprochen und zugleich neue Maßnahmen für Versorgungssicherheit, Netzausbau und Kraftwerksplanung beschlossen. mehr...

Borken: Kaltes Nahwärmenetz geplant

[27.05.2026] Borken will ein kaltes Nahwärmenetz aufbauen, das Wärme aus gereinigtem Abwasser nutzt. Für das kommunale Modellprojekt stellen Bund und Kommune zusammen mehr als zehn Millionen Euro bereit – mit dem Ziel, öffentliche Gebäude weitgehend ohne fossile Energien zu beheizen. mehr...

KEA-BW: Kostenlose Ersteinschätzung des Windenergiepotenzials

[27.05.2026] Die KEA-BW bietet Kommunen in Baden-Württemberg eine kostenlose Ersteinschätzung ihres Windenergiepotenzials an. Das neue Angebot soll Städten, Gemeinden und Landkreisen helfen, Vorrangflächen besser zu bewerten und Windkraftprojekte früher zu steuern. mehr...