Freitag, 10. April 2026

Stadtwerke BambergInnovatives Wärmenetz

[16.09.2024] [16.9.2024] Im Bamberger Lagarde-Quartier geht eines der umweltfreundlichsten Wärmenetze Deutschlands in Betrieb. 70 Prozent der Energie stammen aus erneuerbaren Quellen, die vor Ort gewonnen werden. Die Stadtwerke Bamberg investieren 30 Millionen Euro in das Projekt, das Modellcharakter für andere Städte haben soll.

Quartier Lagarde: Flächenkollektoren gewinnen jährlich drei Millionen Kilowattstunden oberflächennahe Erdwärme.

(Bildquelle: Stadtwerke Bamberg)

Am kommenden Freitag (20. September 2024) nehmen die Stadtwerke Bamberg das Nahwärmenetz im Lagarde-Viertel, das als eines der umweltfreundlichsten in Deutschland gilt, offiziell in Betrieb. Insgesamt 1.200 Wohn- und Gewerbeeinheiten werden über das innovative Wärmenetz mit Energie versorgt. Rund 70 Prozent der benötigten Wärme stammen aus regenerativen Quellen, die direkt vor Ort gewonnen werden (wir berichteten). 30 Millionen Euro hat der regionale Energieversorger nach eigenen Angaben in das zukunftsweisende Projekt investiert.
Unter den Gebäuden und Verkehrsflächen des Quartiers befinden sich Flächenkollektoren, die jährlich drei Millionen Kilowattstunden oberflächennahe Erdwärme gewinnen. Zusätzlich liefert das größte innerstädtische Geothermiefeld Deutschlands mit 74 Erdwärmesonden in bis zu 120 Metern Tiefe weitere 900.000 Kilowattstunden Wärme pro Jahr. Eine weitere wichtige Energiequelle ist das Abwasser von mehreren tausend Haushalten. Dieses fließt durch den Abwasserkanal in der Zollnerstraße, wo auf einer Länge von 225 Metern ein Wärmetauscher installiert ist. Jährlich werden so rund 2,7 Millionen Kilowattstunden Wärme gewonnen, das entspricht etwa 270.000 Litern Heizöl. Die Abwasserwärme wird auch zur Regeneration der Erdkollektoren und zur saisonalen Wärmespeicherung genutzt.
Die kombinierte Erd- und Abwasserwärme wird mithilfe von Wärmepumpen auf Temperaturen gebracht, die für Fußbodenheizung und Warmwasserbereitung geeignet sind. Jährlich erzeugen diese Pumpen 8.500 Megawattstunden thermische Energie. Den dafür benötigten Strom erzeugen Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Gebäude und der Energiezentrale. Überschüssiger Strom wird in Wärme umgewandelt und in Pufferspeichern für die spätere Nutzung vorgehalten.
Ein großer Teil der Investitionskosten wurde durch Fördermittel gedeckt. Das Projekt erhielt 11,6 Millionen Euro vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen des Programms „Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0“. Weitere 1,9 Millionen Euro wurden von der Regierung von Oberfranken für den Bau der Energiezentrale zur Verfügung gestellt.
Das „Bamberger Konzept“ soll nach Angaben der Stadtwerke als Vorbild für eine nachhaltige Wärmeversorgung in Stadtquartieren dienen. Auch wenn jede Stadt andere Rahmenbedingungen habe, zeige das Projekt, wie die Energiewende vor Ort umgesetzt werden könne. (al)





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich:

Umfrage: Mehrheit empfindet Energie-Abhängigkeit als Bedrohung

[10.04.2026] Eine große Mehrheit der Deutschen sieht die Abhängigkeit von Energieimporten als Bedrohung. Eine aktuelle Umfrage zeigt zugleich klaren Rückhalt für mehr erneuerbare Energien und Speicher – und stellt politische Pläne infrage. mehr...

Vier Männer stehen vor drei neuen elektrischen Linienbussen der Stadtwerke Neuss auf einem Betriebshof und präsentieren die moderne, emissionsfreie Fahrzeugflotte.

Stadtwerke Neuss: Elektrobusse aus China

[10.04.2026] Die Stadtwerke Neuss haben sechs weitere Elektrobusse in Betrieb genommen. Die neuen Fahrzeuge ersetzen Dieselbusse und sollen den CO₂-Ausstoß deutlich senken. Insgesamt umfasst die Flotte nun 17 E-Busse. mehr...

Kronshagen: Altlastenfläche wird zum Bürgerpark

[10.04.2026] Kronshagen erschließt Erdwärme unter einem ehemaligen Altlastenstandort und koppelt das Projekt mit einer Parkentwicklung. Die frühzeitige Wärmeplanung ermöglicht klimaneutrales Heizen und zeigt, wie Kommunen mehrere Ziele gleichzeitig erreichen können. mehr...

bericht

Trianel: Beeindruckende Bilanz

[09.04.2026] Die Stadtwerke-Kooperation Trianel unterstützt mit ihren drei Gesellschaften Energieversorger und Kommunen in Deutschland bei der Umsetzung der Energiewende. Die Kooperation kann bereits auf beachtliche Erfolge zurückblicken. mehr...

Elektriker installiert und verdrahtet Komponenten in einem geöffneten Zählerschrank mit Kabeln und Klemmenleisten

Hager: Zählerplätze für EnWG-Vorgaben

[09.04.2026] Seit 2024 gelten für leistungsstarke Stromverbraucher neue gesetzliche Anforderungen. Diese sollen dabei helfen, die Stromnetze bei steigender Belastung stabil zu halten. Der Hersteller Hager präsentiert dazu angepasste Lösungen für Zählerplätze. mehr...

Batteriespeicheranlage von INTILION in Halle (Saale) mit mehreren weißen Technikcontainern auf einem Betonfundament unter freiem Himmel

Halle (Saale): Batteriespeicher in Betrieb

[09.04.2026] In Halle (Saale) ist ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 20 Megawattstunden und einer Leistung von 10 Megawatt in Betrieb gegangen. Die Anlage dient der Speicherung von Strom, dessen Bereitstellung bei Bedarf sowie der Netzstabilisierung. Das Projekt wurde von Intilion und CCE umgesetzt. mehr...

Sachsen-Anhalt: Haldensleben erhält Auszeichnung für Klimaschutz

[09.04.2026] Haldensleben erhält den neuen Titel „Energiegewinner-Kommune Sachsen-Anhalt“ für systematischen kommunalen Klimaschutz. Die Auszeichnung würdigt konkrete Strukturen und Projekte – und kompensiert das Aus des bisherigen eea-Zertifizierungsverfahrens. mehr...

Dresden: Kommunale Wärmeplanung überarbeitet

[09.04.2026] Dresden bringt eine überarbeitete Fassung seines kommunalen Wärmeplans in den Stadtrat ein, mit klarem Fokus auf den Ausbau von Wärmenetzen und lokale Lösungen. Die Maßnahmen bis 2028 sollen den hohen Erdgasanteil senken und die künftige Rolle des Gasnetzes klären. mehr...

Alt-Text: Bürgerversammlung der Stadt Leverkusen zur kommunalen Wärmeplanung: Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sitzen in einem Veranstaltungsraum und verfolgen einen Vortrag auf einer großen Leinwand, auf der „Heizen mit Zukunft“ präsentiert wird.

Leverkusen: Plan für klimaneutrale Wärme liegt vor

[08.04.2026] Nach der Auswertung von Bürgerhinweisen liegt nun der finale Bericht zur Wärmeplanung der Stadt Leverkusen vor. Dieser benennt Einsparpotenziale sowie mögliche Ausbaugebiete für Wärmenetze. Bei Zustimmung des Rates kann die schrittweise Umsetzung beginnen. mehr...

Smight: Stromversorgung Greding führt Echtzeit-Monitoring ein

[08.04.2026] Die Stromversorgung Greding führt Echtzeit-Monitoring in ihren Ortsnetzstationen ein und digitalisiert damit ihr Verteilnetz. Der Schritt soll den Netzbetrieb angesichts wachsender Einspeisung und Lasten präziser steuern und gezieltere Investitionen ermöglichen. mehr...

Augsburg: Online-Plattform zeigt Klimaschutzmaßnahmen

[08.04.2026] Die Stadt Augsburg hat jetzt eine Online-Plattform zur transparenten Darstellung ihrer Klimaschutzmaßnahmen gestartet. mehr...

enercity: Neuer CEO bei enercity Erneuerbare

[08.04.2026] Der Energiekonzern enercity besetzt die Spitze seiner Tochtergesellschaft für erneuerbare Energien neu. Mit Jörg Kubitza übernimmt ein Branchenmanager die Leitung. Der bisherige CEO Ralf Nietiet scheidet auf eigenen Wunsch aus. mehr...

Oldenburg: Ausbau von neuem Glasfasernetz

[08.04.2026] In der Oldenburger Innenstadt hat Anfang April der Ausbau eines neuen Glasfasernetzes für mehr als 2.100 Haushalte und Unternehmen begonnen. Das Projekt kombiniert Telekommunikations- und Energie-Infrastruktur und soll bis Frühjahr 2027 abgeschlossen sein. mehr...

Deutschlandkarte mit kommunaler Wärmeplanung auf Kreisebene: In verschiedenen Blautönen sind alle Kommunen dargestellt, wobei dunkle Flächen jene Kommunen kennzeichnen, die bereits einen fertigen Wärmeplan vorliegen haben. Diese konzentrieren sich vor allem in Süddeutschland sowie in einzelnen Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet, während in vielen anderen Regionen – insbesondere in Teilen Ostdeutschlands und ländlichen Gebieten – noch überwiegend hellere Flächen ohne abgeschlossene Planung dominieren.

BBSR: Wärmeplanung kommt voran

[07.04.2026] In Deutschland leben immer mehr Menschen in Kommunen mit einem fertigen Wärmeplan. Laut dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung waren es Ende 2025 knapp ein Drittel der Bevölkerung. Besonders weit sind einzelne Bundesländer im Süden und Norden. mehr...

Luftaufnahme einer modernen Busanlage der BVG in Berlin: Auf einem großflächigen Betriebshof stehen zahlreiche gelbe Elektrobusse in Reih und Glied an Ladeplätzen unter überdachten Infrastrukturen. Mehrere Funktionsgebäude mit begrünten Dächern und Solaranlagen umgeben das Gelände. Im Hintergrund verläuft ein Fluss mit Brücke, daneben erstrecken sich Grünflächen und die städtische Bebauung.

Berlin: Neuer Betriebshof für E-Busse

[07.04.2026] In Berlin-Treptow-Köpenick baut die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) einen neuen Betriebshof für Elektrobusse. Der Standort an der Köpenicker Landstraße soll 2027 in Betrieb genommen werden. Damit soll die wachsende E-Busflotte unterstützt werden. mehr...