MVVQuartalszahlen veröffentlicht

Der Mannheimer Energieversorger MVV hat jetzt die Quartalszahlen für die ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt.
(Bildquelle: MVV Energie AG)
MVV hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs 2026 rund 497 Millionen Euro in den Umbau des Energiesystems investiert. Wie das Mannheimer Energieunternehmen bei der Vorlage seiner Quartalszahlen berichtet, lag das operative Ergebnis (Adjusted EBIT) mit 225 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 323 Millionen Euro.
Die bereinigten Umsatzerlöse sanken um zwölf Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. MVV führt den Rückgang vor allem auf niedrigere Gas-Großhandelspreise und geringere Absatzmengen bei Gas und Strom zurück. Auch das Adjusted EBITDA ging zurück und lag mit 392 Millionen Euro um 19 Prozent unter dem Vorjahreswert von 482 Millionen Euro. Der bereinigte Periodenüberschuss sank um 37 Prozent auf 130 Millionen Euro.
Rückläufige Segmente
Besonders rückläufig entwickelte sich das Ergebnis in den Segmenten Kundenlösungen sowie Erzeugung und Infrastruktur. Im Geschäft mit neuen Energien lag das Ergebnis dagegen leicht über dem Vorjahresniveau. Dazu trugen vor allem höhere Erträge aus Windenergieanlagen und dem Projektentwicklungsgeschäft bei. Belastet wurde das Ergebnis durch eine geringere Anlagenverfügbarkeit im Umweltgeschäft. Unter anderem führte ein Kesselschaden in der thermischen Abfallbehandlungsanlage in Mannheim zu Einschränkungen.
Für das Gesamtjahr passt MVV seine Ergebnisprognose leicht an. Das Unternehmen erwartet nun ein Adjusted EBIT zwischen 190 und 225 Millionen Euro.
Trotz der schwächeren Geschäftsentwicklung hält MVV an seinen Investitionen in die Energiewende fest. Von Oktober 2025 bis Ende Juni 2026 flossen 497 Millionen Euro in entsprechende Projekte. Das entspricht einem Anstieg von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen investierte vor allem in die klimafreundliche Erzeugung von Wärme und Strom, in den Ausbau und die Modernisierung der Verteilnetze sowie in den Bau einer neuen thermischen Abfallbehandlungsanlage im englischen Wisbech.
Einfluss auf Energiewende
Das schwierige Marktumfeld beeinflusst nach Einschätzung von MVV auch die Geschwindigkeit der Energiewende. Geopolitische Konflikte, eine schwächere Konjunktur und eine zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Kunden erschweren langfristige Investitionsentscheidungen. Nach Angaben von Vorstandsvorsitzendem Gabriël Clemens fehlen zudem in wichtigen Bereichen weiterhin verlässliche Rahmenbedingungen.
MVV hat deshalb den Zeitplan für seine Klimaziele überprüft. Das Unternehmen strebt nun an, möglichst im Jahr 2040 #klimapositiv zu sein. Clemens betonte, MVV passe den Zeitplan an, nicht aber den Anspruch an den Klimaschutz.
Bei den erneuerbaren Energien verfügte MVV zum 30. Juni 2026 über eine Stromerzeugungskapazität von 744 Megawatt. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent auf 1.088 Millionen Kilowattstunden. Die abgeschlossene Entwicklung neuer Anlagen ging dagegen von 455 auf 378 Megawatt zurück. Für die Betriebsführung von Anlagen aus erneuerbaren Energien war MVV weiterhin für rund 4.474 Megawatt Leistung verantwortlich.
Veränderte Finanzstruktur
Auch die Finanzstruktur veränderte sich. Die Nettofinanzschulden stiegen gegenüber dem 30. September 2025 um 37 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro. Die bereinigte Bilanzsumme erhöhte sich um sieben Prozent auf 6,40 Milliarden Euro. Die bereinigte Eigenkapitalquote sank von 44,1 auf 41,1 Prozent.
MVV beschäftigte zum Ende des Berichtszeitraums 6.660 Menschen. Damit lag die Beschäftigtenzahl leicht unter dem Vorjahreswert von 6.724. Die Zahl der Auszubildenden stieg dagegen von 252 auf 263.
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