Dienstag, 20. Oktober 2026

BremenWärmewände erfahren

[22.08.2025] Mit dem Fahrrad hat Bremens Umweltsenatorin Kathrin Moosdorf im Rahmen ihrer Klimaschutz-Sommertour Projekte rund ums klimafreundliche Heizen besucht. Stationen waren unter anderem ein neu entwickelter Klimaturm, Beispiele für Wärmepumpen im Altbau und ein Quartier mit eigenem Sanierungslotsen.

Start der Sommertour vor dem Klimabauzentrum.

(Bildquelle: Umweltressort)

Bremens Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Kathrin Moosdorf (Bündnis 90/Die Grünen), hat auf ihrer diesjährigen Klimaschutz-Sommertour den Schwerpunkt auf die Wärmewende gelegt. Wie die Senatspressestelle mitteilt, führte sie gemeinsam mit der Klimaschutzagentur Energiekonsens eine Fahrradtour zu Projekten, die zeigen, wie der Ausstieg aus Öl und Gas im Gebäudebereich gelingen kann. Rund 30 Prozent der deutschen CO2-Emissionen entfallen auf diesen Sektor, weshalb Beratung, Forschung und praktische Beispiele eine besondere Rolle spielen.

Erste Station war das Klima Bau Zentrum in der Bremer Innenstadt. Die unabhängige Beratungsstelle informiert seit Anfang 2023 Hauseigentümer über energetische Sanierung und klimafreundliche Heiztechniken. Tausende Ratsuchende haben das Angebot bereits genutzt. Neben Bremen gibt es seit Anfang 2025 auch ein Zentrum in Bremerhaven. „Jedes Haus ist anders und bedarf eigenständiger Lösungen. Ich freue mich sehr, dass sich die Klima Bau Zentren als Anlaufstellen etabliert haben“, sagte Senatorin Moosdorf. Auch Energiekonsens-Geschäftsführer Martin Grocholl betonte die Bedeutung unabhängiger Beratung für die Umstellung der Heizsysteme.

Im Hachez-Quartier in der Neustadt stand anschließend eine technische Innovation im Mittelpunkt. Dort wird der sogenannte „Klimaturm“ erprobt – eine 16 Meter hohe Anordnung von Großwärmepumpen, entwickelt von der Firma Stadt.Energie.Speicher und der Hochschule Bremen. Das Turmprinzip soll Schallemissionen senken, Kosten reduzieren und Bauzeit verkürzen. Die Technik stößt bereits in der Testphase auf Interesse im In- und Ausland. „Die Wärmewende braucht Know-how, Pioniergeist und anwendungsnahe Forschung. Der Klimaturm zeigt, welches Potenzial Klimaschutz und Wissenschaft für Bremen haben“, erklärte Moosdorf.

Wie Wärmepumpen im städtischen Alltag funktionieren können, zeigte ein Besuch in der östlichen Neustadt. Dort ersetzte ein Hauseigentümer im Rahmen einer umfassenden Sanierung seine Gasheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe – zwei Nachbarn folgten inzwischen seinem Beispiel. Die anfangs befürchtete Lärmbelastung habe sich nicht bestätigt. „Im ersten Halbjahr 2025 wurden erstmals mehr Wärmepumpen als andere Heiztechniken installiert“, stellte Moosdorf fest. „Auch in Bremen gibt es zahlreiche funktionierende Anlagen, die als Vorbilder für ganze Nachbarschaften dienen.“

Zum Abschluss führte die Tour in das Quartier Klein Mexiko in Bremen-Hastedt. Für dieses und drei weitere Bremer Quartiere hat Energiekonsens energetische Konzepte entwickelt. Neu hinzugekommen sind Sanierungslotsen, die Eigentümer direkt vor Ort bei Dämmung, Heiztechnik oder Förderprogrammen beraten. „Wir unterstützen Bürgerinnen und Bürger dabei, ihre Häuser fit für die Zukunft und klimafreundlich umzubauen – nah, verständlich, machbar“, sagte Moosdorf im Gespräch mit Anwohnern.





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