Freitag, 24. April 2026

ThügaErfolg durch Kooperation

[20.11.2019] Ein Konsortium kommunaler Versorger kauft im Jahr 2009 das Stadtwerke-Netzwerk Thüga vom E.ON-Konzern. Heute gehören bundesweit rund 100 kommunale Unternehmen zur Thüga.
Thüga: Kommunaler Energiekonzern mit Sitz in München.

Thüga: Kommunaler Energiekonzern mit Sitz in München.

(Bildquelle: Thüga AG)

Vor zehn Jahren schlägt die Geburtsstunde von Thüga kommunal. Im Sommer 2009 verdichten sich die Gerüchte, dass E.ON die Holding Thüga verkaufen will, in der die Stadtwerke-Beteiligungen des Konzerns gebündelt waren. Interesse zeigt ein Konsortium kommunaler Versorger, zu dem die Stadtwerke Hannover, die Mainova in Frankfurt und die N-ERGIE in Nürnberg, die jeweils 20,53 Prozent der Thüga-Anteile erwerben wollen, sowie die Kom9 gehören. In der Gruppe Kom9 haben sich 47 kommunale und regionale Energieversorger um Badenova aus Freiburg versammelt – Kom9 soll 38,41 Prozent der Thüga-Anteile erwerben.
Am 12. August 2009 gibt E.ON die grundsätzliche Einigung mit dem Erwerberkonsortium über den Anteilsverkauf bekannt und das Handelsblatt titelt: „Der Riesendeal ist perfekt“. Die ZEIT berichtet: „Es wird mehr Wettbewerb auf dem Strom- und Gasmarkt erwartet: Thüga ist das größte Stadtwerke-Netzwerk in Deutschland.“ Kommunalpolitiker sprächen, so heißt es weiter in dem Bericht, sogar vom Novum eines kommunalen Energiekonzerns.
Die Medienberichte zeigen, wie stark der Verkauf der Thüga und damit ein mögliches Alternativmodell zu den vier großen Energiekonzernen die Öffentlichkeit beschäftigt. „Die Transaktion wird bei Vollzug nach E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall den fünftgrößten unabhängigen Energie- und Wasserversorger Deutschlands begründen“, erklärt Mainova gegenüber dem Handelsblatt. Die Unternehmen würden ein schlagkräftiges Netzwerk schaffen, das Kosten senken und in Großprojekte investieren kann.

Beteiligungsportfolio wächst

Sowohl die kommunale Ausrichtung als auch die Skaleneffekte durch gemeinsame Lösungen oder gemeinsamen Einkauf machten und machen die Thüga erfolgreich und attraktiv für weitere Regionalversorger und Stadtwerke. Zumal sich die Energiebranche in einem fundamentalen Umbruch befindet und die einzelnen Unternehmen vor großen Herausforderungen stehen – die sie allein kaum werden bewältigen können. In den vergangenen Jahren wurde das Thüga-Beteiligungsportfolio durch Akquisitionen und regionale Arrondierungen gestärkt. Christof Schulte, als Thüga-Finanzvorstand unter anderem verantwortlich für das Beteiligungsmanagement, erklärt: „Seit der Kommunalisierung der Thüga im Jahr 2009 konnte die Thüga-Gruppe nachhaltig wachsen. Mit der Beteiligung an weiteren lokalen beziehungsweise regionalen Energieversorgungsunternehmen, dem Vorantreiben regionaler Arrondierungen und der Investition in plattformnahe Geschäfte wurde das Thüga-Netzwerk weiter gestärkt.“ Als Minderheitsgesellschafterin ist Thüga inzwischen bundesweit an rund 100 Unternehmen der kommunalen Energie- und Wasserwirtschaft beteiligt. Die jeweiligen Mehrheitsgesellschafter sind Städte und Gemeinden. Mit ihren Partnern bildet Thüga den größten kommunalen Verbund lokaler und regionaler Energie- und Wasserversorgungsunternehmen in Deutschland – die Thüga-Gruppe.

Von Erfahrungen anderer profitieren

#bild2 Mehr als 100 Thüga-Berater unterstützen die Partnerunternehmen sowohl bei der Optimierung ihres Kerngeschäfts als auch bei der Entwicklung neuer Geschäftsfelder und -modelle. Weiterer Vorteil des Thüga-Netzwerks: Die Partnerunternehmen können von den Erfahrungen anderer Thüga-Beteiligungen profitieren, die eigene Position anhand von Kennzahlvergleichen objektiv bestimmen und bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen kooperieren. Michael Riechel, Vorsitzender des Vorstands der Thüga Aktiengesellschaft, sagt: „Gerade in Zeiten grundlegenden Wandels sind vor allem solche Unternehmen erfolgreich, die miteinander kooperieren, die ihre Kräfte bündeln, gemeinsam Entwicklungen vorantreiben, Synergien heben und branchenweite Standards definieren – gleichzeitig aber eigene unternehmerische Verantwortung tragen, vor Ort flexibel und agil operieren können.“



Stichwörter: Unternehmen,


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Unternehmen

Stadtwerke Energie Jena-Pößneck: Gründung vor 35 Jahren

[23.04.2026] Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck bestehen seit 35 Jahren. Nach Angaben des Unternehmens entwickelte sich der kommunale Versorger seit der Gründung 1991 von einem kleinen Betrieb zu einem regionalen Anbieter für Strom, Gas und Fernwärme. Heute setzt das Unternehmen verstärkt auf Projekte zur Energiewende. mehr...

Stadtwerke München: Insgesamt ein gutes Jahr

[20.04.2026] Im Geschäftsjahr 2025 haben die Stadtwerke München über eine Milliarde Euro investiert. Das operative Ergebnis lag unter dem Vorjahr, blieb aber im langjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig überwies der Konzern erneut 100 Millionen Euro an die Stadt München. mehr...

Region Rhein-Eifel: Genossenschaft für Wärmewende

[17.04.2026] Zwölf Kommunen aus drei Kreisen haben gemeinsam mit dem Energieunternehmen e-regio die Genossenschaft Energiewende RheinEifel gegründet. Nach Angaben der Beteiligten soll sie Projekte zur Energie- und Wärmewende regional koordinieren. mehr...

interview

Interview: Pioniergeist trifft Exzellenz

[17.04.2026] Seit Mitte 2025 trägt MAN Energy Solutions den Namen Everllence. Was es mit der Umbenennung auf sich hat und welche Strategie das Unternehmen beispielsweise im Bereich der Energiewirtschaft fährt, erläutert CEO Uwe Lauber im Interview mit stadt+werk. mehr...

enercity: Umsatz geht zurück

[13.04.2026] Im Jahr 2025 hat enercity einen geringeren Umsatz und Gewinn erzielt als in den Vorjahren. Gleichzeitig hat das Unternehmen seine Investitionen erhöht und den Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben. mehr...

bericht

Trianel: Beeindruckende Bilanz

[09.04.2026] Die Stadtwerke-Kooperation Trianel unterstützt mit ihren drei Gesellschaften Energieversorger und Kommunen in Deutschland bei der Umsetzung der Energiewende. Die Kooperation kann bereits auf beachtliche Erfolge zurückblicken. mehr...

enercity: Neuer CEO bei enercity Erneuerbare

[08.04.2026] Der Energiekonzern enercity besetzt die Spitze seiner Tochtergesellschaft für erneuerbare Energien neu. Mit Jörg Kubitza übernimmt ein Branchenmanager die Leitung. Der bisherige CEO Ralf Nietiet scheidet auf eigenen Wunsch aus. mehr...

Jena: Baustart von Reallabor JenErgieReal

[02.04.2026] Das Reallabor JenErgieReal geht in Jena in die bauliche Umsetzung und vernetzt erstmals Speicher, Lade-Infrastruktur und Netze intelligent. Das Projekt zeigt, wie ein digitales Energiesystem im urbanen Raum praktisch funktioniert und welche Lösungen bis 2027 entstehen. mehr...

VNEW: Unter neuer Flagge unterwegs

[27.03.2026] Der Stadtwerkeverband VSHEW firmiert künftig als Verband der Norddeutschen Energie- und Wasserwirtschaft (VNEW). Hintergrund ist die Ausweitung auf weitere Bundesländer sowie der Anspruch, die Energiewende regional stärker zu bündeln. mehr...

JUWI: Strategische Neuausrichtung

[17.03.2026] Der Projektentwickler JUWI richtet seine Organisation neu aus und fokussiert sich stärker auf seine europäischen Kernmärkte im Wind- und Solarsektor. Hintergrund sind verschärfter Wettbewerb um Investoren, Netzanschlüsse und Ausschreibungen – mit der Neuausrichtung will das Unternehmen seine Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit sichern. mehr...

Stadtwerke Essen: Ausweitung der Partnerschaft mit Iqony Fernwärme

[17.03.2026] Die Stadtwerke Essen und Iqony Fernwärme wollen ihre Wärmeinfrastrukturen künftig enger verzahnen. Eine neue Partnerschaftsvereinbarung soll Synergien beim Ausbau klimafreundlicher Netze heben und Optionen wie Netzkopplungen oder gemeinsame Erzeugungsanlagen prüfen. mehr...

Solarpark der Energieversorgung Mittelrhein (evm) in Görgeshausen mit mehreren Reihen von Photovoltaikmodulen auf einer Wiese.

evm: Nachhaltige Energiegewinnung

[13.03.2026] Die Wind- und Solarparks der Energieversorgung Mittelrhein (evm) haben im vergangenen Jahr mehr als 70 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Nun plant das Unternehmen die Errichtung weiterer Anlagen in der Region. mehr...

Stadtwerke Jena Netze: Relaunch der Webseite

[13.03.2026] Die Stadtwerke Jena Netze haben ihre Webseite vollständig überarbeitet und neu strukturiert. Der Relaunch soll Kundinnen und Kunden den Zugang zu Informationen rund um Netzanschlüsse, Photovoltaik, Wärmepumpen und aktuelle Baustellen deutlich erleichtern. mehr...

GISA/TMZ: Fortsetzung der Zusammenarbeit

[12.03.2026] GISA stellt Thüringer Mess- und Zählerwesen Service künftig auch das Management steuerbarer lokaler Systeme (CLS) vollständig als Software-as-a-Service bereit. Mit der Verlängerung ihrer Smart-Metering-Partnerschaft um fünf Jahre bauen beide Unternehmen ihre gemeinsame Plattform für Gateway-Administration und Messdatenmanagement weiter aus. mehr...

VertiGIS: Vorarlberger Energienetze erneuert Geo-Informationssystem

[04.03.2026] Das Unternehmen Vorarlberger Energienetze stellt sein Geo-Informationssystem auf die dritte Generation um und setzt dabei auf Technologie von VertiGIS. Der Wechsel ist wegen des auslaufenden Altsystems bis 2028 zwingend und betrifft Datenqualität, Netzbetrieb und künftige KI-Anwendungen gleichermaßen. mehr...