Mittwoch, 14. Oktober 2026

SchubyGroßspeicher vor Betriebsstart

[14.10.2026] Der Batteriegroßspeicher Schuby in Schleswig-Holstein ist nach seiner Fertigstellung und dem Netzanschluss in die technische Inbetriebnahme gestartet. Die Anlage mit 103,5 Megawatt Leistung und 238 Megawattstunden Kapazität soll künftig Strom speichern und dabei die örtliche Netzsituation berücksichtigen.

Visualisierung des Batteriegroßspeichers in Schuby.

(Bildquelle: ECO STOR GmbH)

Der Batteriegroßspeicher Schuby befindet sich in der technischen Inbetriebnahme. Wie der Speicherentwickler ECO STOR mitteilt, ist die Anlage seit dem Baustart im Frühjahr 2025 baulich fertiggestellt und an das Stromnetz angeschlossen worden. In den kommenden Wochen sollen die einzelnen Komponenten, die Anlagensteuerung und das Zusammenspiel mit dem Stromnetz getestet werden. Nach Abschluss der Prüfungen kann der Speicher mit einer Leistung von 103,5 Megawatt und einer Kapazität von 238 Megawattstunden den regulären Betrieb aufnehmen. Einen konkreten Termin nennt das Unternehmen nicht.

Unmittelbarer Anschluss an das Übertragungsnetz

Eine Besonderheit des Projekts ist der unmittelbare Anschluss an das deutsche Übertragungsnetz. Nach Angaben von ECO STOR handelt es sich um die erste Batteriespeicheranlage dieser Größenordnung mit einem solchen Anschluss. Für den Betrieb hat das Unternehmen gemeinsam mit den Netzbetreibern TenneT und SH Netz ein Konzept entwickelt, das die örtlichen Netzverhältnisse berücksichtigt. So soll die Einspeisung des Speichers begrenzt werden, wenn das lokale Stromnetz bereits stark ausgelastet ist. Gleichzeitig kann die Anlage Strom aufnehmen, wenn viel erneuerbare Energie zur Verfügung steht und die Marktpreise entsprechend niedrig sind. Damit sollen zusätzliche Netzengpässe vermieden und vorhandene Netzkapazitäten besser genutzt werden.

Technisch ist der Speicher in Schuby baugleich mit der Anlage in Bollingstedt, die ECO STOR ebenfalls entwickelt und errichtet hat. Dort kommt seit 2025 ein gemeinsam mit dem Netzbetreiber entwickeltes Flexible Connection Agreement (FCA) zum Einsatz. Es verbindet den marktorientierten Betrieb mit den Anforderungen des lokalen Stromnetzes. Für Schuby gelten dagegen eigene, auf den Standort zugeschnittene Betriebsbedingungen.

Fünfjähriger Tolling-Vertrag

Die wirtschaftliche Grundlage des Projekts bildet unter anderem ein fünfjähriger Tolling-Vertrag, den ECO STOR im November 2025 mit dem Schweizer Energieunternehmen Alpiq geschlossen hat. Demnach erhält ECO STOR planbare Einnahmen, während Alpiq die Speicherkapazität für Netzstabilisierungsdienste sowie den Handel an den Spot- und Intraday-Märkten nutzt. Der Vertrag war nach Unternehmensangaben auch eine wesentliche Voraussetzung für die anschließende Finanzierung durch die NORD/LB. Das Projekt kommt demnach ohne staatliche Förderung aus.

Anlässlich der technischen Inbetriebnahme veranstalteten ECO STOR und der Projektpartner EPW einen Speichertag mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und der Gemeinde. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) betonte dabei die Bedeutung von Batteriespeichern für die Energiewende. Sie könnten Strom aufnehmen, wenn viel Wind- und Solarenergie zur Verfügung stehe, und ihn bei Bedarf wieder bereitstellen. Der Ausbau erneuerbarer Energien und der Aufbau von Speicherkapazitäten müssten deshalb Hand in Hand gehen.

EPW hatte während der Projektentwicklung insbesondere die Abstimmung mit Grundstückseigentümern, der Kommune und weiteren regionalen Beteiligten begleitet. Bürgermeisterin Petra Schulze hob bei der Veranstaltung hervor, dass Infrastrukturprojekte dieser Art im Austausch mit der Bevölkerung und der Gemeinde umgesetzt werden sollten.





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