Freitag, 25. September 2026

AmprionHybrider Offshore-Interkonnektor geplant

[28.01.2026] Deutschland und Dänemark wollen ihre Stromnetze in der Nordsee enger verknüpfen und planen einen hybriden Offshore-Interkonnektor zwischen beiden Ländern. Amprion und Energinet sollen das Projekt mit innovativer Gleichstromtechnik auf See umsetzen.

Thomas Egebo (l.), Präsident und CEO von Energinet, und Christoph Müller, CEO von Amprion, haben auf dem Nordseegipfel in Hamburg weitere Weichen für das Projekt TYSDAN Hybrid Interconnector gelegt.

(Bildquelle: Picture/Kati Jurischka)

Ein neuer Offshore-Interkonnektor zwischen Deutschland und Dänemark soll die Integration von Offshore-Windenergie in der Nordsee deutlich voranbringen. Wie Amprion berichtet, haben das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) sowie das dänische Energieministerium auf dem Nordseegipfel in Hamburg eine strategische Energiepartnerschaft vereinbart, die den Rahmen für das Vorhaben bildet.

Das Abkommen baut auf bestehenden europäischen Initiativen mit Übertragungsnetzbetreibern und Energieunternehmen auf und verfolgt das Ziel, die Nordsee schrittweise zu einem zentralen „grünen Kraftwerk“ Europas zu entwickeln. Im Fokus steht eine koordinierte, kosteneffiziente Planung der Offshore-Windenergie sowie eine bessere Nutzung der erzeugten Strommengen durch grenzüberschreitende Netzanbindungen.

Technologisches Novum

Amprion und der dänische Netzbetreiber Energinet unterstützen die Ministerien bei der Planung eines hybriden Interkonnektors in der Nordsee. Das Projekt trägt den Namen TYSDAN Hybrid Interconnector und soll nach Angaben der Projektpartner einen Beitrag zur Erreichung der europäischen Energie- und Klimaziele leisten. Technologisch ist ein Novum vorgesehen: Erstmals weltweit soll bei der Vernetzung von Offshore-Windparks ein Leistungsschalter für Gleichstrom direkt auf einer Offshore-Plattform installiert werden. Diese Technik soll neue Standards setzen und die Integration der europäischen Stromnetze im Nordseeraum erleichtern.

Nach Angaben von Amprion könnte das Projekt zwei dänische Offshore-Windparks mit jeweils zwei Gigawatt Leistung mit den Stromnetzen in Deutschland und Dänemark verbinden. Auf deutscher Seite ist der Netzanschlusspunkt Lippe vorgesehen, auf dänischer Seite Revsing. Durch die direkte Verbindung sollen die Strommengen aus den dänischen Windparks effizienter in die westdeutschen Verbrauchszentren transportiert werden. Die grenzüberschreitende Anbindung soll zudem helfen, Schwankungen bei Erzeugung und Verbrauch besser auszugleichen, Netzengpässe zu reduzieren und die Versorgungssicherheit in beiden Ländern zu erhöhen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland erwartet Amprion langfristig sinkende Strompreise.

Absichtserklärung verfestigt Projektplanung

Amprion-CEO Christoph Müller bezeichnete die unterzeichnete Joint Declaration of Intent als „Meilenstein und Rückenwind“ für die weitere Planung des Projekts. Energinet-CEO Thomas Egebo verwies darauf, dass die Ministerien die vertiefte Prüfung eines Offshore-Interkonnektors ausdrücklich unterstützen und die Zusammenarbeit zwischen beiden Netzbetreibern stärken wollen.

Bereits Ende 2025 wurde eine Vorstudie zur technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit abgeschlossen. Mit der nun vereinbarten Erklärung beginnt die nächste Entwicklungsphase unter Einbindung der zuständigen Ministerien. In einem weiteren Schritt bereiten sich Amprion und Energinet auf die anstehenden regulatorischen Genehmigungsverfahren vor.





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