GWAdrigaZehn Jahre Smart Meter Roll-out

GWAdriga-Team mit Gästen: Der Metering-Spezialist feierte das zehnjährige Firmenjubiläum.
(Bildquelle: GWAdriga)
Der Metering-Spezialist GWAdriga wurde vor zehn Jahren von den Energieunternehmen EWE, RheinEnergie und Westfalen Weser Netz gegründet. Hintergrund war nach Angaben von GWAdriga die Einschätzung gewesen, dass viele Versorger nicht über ausreichend große Mengen verfügten, um die Gateway-Administration wirtschaftlich selbst zu betreiben. Der Start des Smart Meter Roll-outs verzögerte sich dann um mehrere Jahre. Diese Zeit habe das Unternehmen genutzt, um gemeinsam mit Kundinnen und Kunden praktische Herausforderungen zu bearbeiten. Geschäftsführer Michal Sobótka sagt: „In der kritischen Phase haben wir nicht nur gewartet, sondern sind im Austausch mit den Kunden ganz konkrete Praxisprobleme vor Ort angegangen.“
Steuerung von Energieanlagen
Früh beschäftigte sich das Unternehmen nach eigenen Angaben auch mit dem Thema Steuerung von Energieanlagen. Bereits im Jahr 2018 habe GWAdriga im Projekt „Virtueller WärmeStromPool“ der RheinEnergie erstmals das sogenannte CLS-Management übernommen. Dabei wurden Nachtspeicherheizungen in ein virtuelles Kraftwerk eingebunden und mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt. Später seien im Gemeinschaftsprojekt CLS.ON gemeinsam mit den Gesellschaftern und dem Energieversorger N-ERGIE Umsetzungsoptionen entwickelt worden, die heute Grundlage des Steuerungsrollouts bei den Kunden seien.
300.000 intelligente Messsysteme im Produktivbetrieb
Wie GWAdriga weiter mitteilt, hat sich die Kundenbasis seit der Gründung deutlich erweitert. Während vor zehn Jahren die drei Gesellschafterunternehmen mit insgesamt 480.000 auszurollenden intelligenten Messsystemen unter Vertrag gestanden hätten, seien derzeit 21 Messstellenbetreiber angeschlossen. Mehr als 300.000 intelligente Messsysteme befänden sich im Produktivbetrieb, rund zwei Millionen weitere im Rollout. Hinzu kämen mehrere hunderttausend Steuerboxen.
GWAdriga-Geschäftsführer Sobótka sieht darin auch einen Wandel der Rolle von Messstellenbetreibern. „Aus dem Verwalter von Zählern wird Schritt für Schritt ein aktiver Ermöglicher von Steuerung, Transparenz und systemdienlicher Flexibilität“, sagt er. GWAdriga unterstütze Messstellen- und Verteilnetzbetreiber dabei, diese Aufgaben umzusetzen.
Roll-out-Kurs grundsätzlich positiv
Mit Blick auf die Entwicklung des Smart-Meterings in Deutschland bewertet Sobótka den bisherigen Kurs grundsätzlich positiv. Der deutsche Ansatz sei zwar von Verzögerungen und hoher Komplexität geprägt gewesen, aber strategisch richtig angelegt. Andere europäische Länder hätten den Roll-out schneller umgesetzt, allerdings vor allem mit Blick auf Fernauslesung und Verbrauchstransparenz. Nach Einschätzung des GWAdriga-Geschäftsführers könnten insbesondere die technischen Grundprinzipien des deutschen Modells – darunter eine standardisierte Kommunikationsinfrastruktur sowie die Trennung von Messung, Steuerung und Mehrwertdiensten – auch für andere Länder von Interesse sein.
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