Montag, 2. November 2026

MelsungenDigitales Energiemanagement für kommunale Gebäude

[02.11.2026] Die Stadt Melsungen will den Energieverbrauch ihrer kommunalen Gebäude künftig digital erfassen und auswerten. Das Land Hessen fördert das Projekt mit rund 485.000 Euro. Nach einer Pilotphase im Waldschwimmbad soll das System auf weitere Liegenschaften ausgeweitet werden.

Die Stadt Melsungen baut jetzt ein digitales Energiemanagement für ihre kommunalen Gebäude auf.

(Bildquelle: Stadt Marburg / Patricia Grähling)

Die Stadt Melsungen baut ein digitales Energiemanagement für ihre kommunalen Gebäude auf. Wie das Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation mitteilt, unterstützt das Land das Projekt „Der digitale Bartenwetzer“ mit rund 485.000 Euro aus dem Förderprogramm „Starke Heimat Hessen“. Mithilfe digitaler Zähler und Sensoren sollen Verbrauchsdaten erfasst und ausgewertet werden, um Einsparpotenziale zu erkennen und die Energiekosten zu senken.

Zunächst soll das System im Waldschwimmbad erprobt werden. Dort werden Sensoren und digitale Zähler installiert, die den Verbrauch von Strom, Wärme und Wasser erfassen. Die Daten werden über ein LoRaWAN-Funknetz übertragen und auf einer offenen Datenplattform zusammengeführt. Ein webbasiertes Dashboard soll Mitarbeitenden der Verwaltung, des Gebäudemanagements und der Hausmeisterdienste ermöglichen, Verbrauchsentwicklungen zu verfolgen und Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen.

Nach der Pilotphase ist vorgesehen, das Energiemanagement schrittweise auf weitere kommunale Einrichtungen auszuweiten. Dazu zählen Kindergärten, Rathaus, Bauhof, Sporthallen und Feuerwehrhäuser. Die digitale Infrastruktur soll später auch für andere Anwendungen genutzt werden können, etwa für die Steuerung der Beleuchtung, den Hochwasserschutz sowie das Verkehrs- und Parkraummanagement.

Bei der Umsetzung greift Melsungen auf Erfahrungen aus anderen hessischen Kommunen zurück. In der Region Schwalm-Eder-West sowie in Baunatal und Frankenberg (Eder) wurden bereits digitale Energiemanagementsysteme beziehungsweise offene Datenplattformen erprobt. Die Stadt will diese Ansätze an ihre Anforderungen anpassen und miteinander verbinden.

Die gewonnenen Erfahrungen sollen auch anderen Kommunen zugutekommen. Gemeinsam mit Partnern wie VDI Nordhessen, VDE Nordhessen und den Beruflichen Schulen Melsungen ist ein Wissenstransfer geplant. Zudem soll eine Vorlage entstehen, anhand derer andere hessische Kommunen vergleichbare Energiemanagementsysteme aufbauen können.

Das Projekt wird über eine Förderlinie des Programms „Starke Heimat Hessen“ unterstützt, die seit 2025 die Übertragung bereits erprobter digitaler Lösungen auf weitere Kommunen ermöglicht. Nach Angaben des Digitalministeriums stellt das Land seit 2021 jährlich rund 15,5 Millionen Euro für die Digitalisierung von Kommunen bereit. Bislang wurden 149 Vorhaben mit einem Fördervolumen von insgesamt rund 110 Millionen Euro bewilligt oder befinden sich in der Förderung.





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