BDEW KongressBranche diskutiert das neue Marktdesign

BDEW Kongress: Auch 2015 kann BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel als Redner begrüßen.
(Bildquelle: BDEW)
Im Mittelpunkt des BDEW Kongresses 2015 stehen Fragen eines zukunftsfähigen deutschen und europäischen Energiemarktes. Prominente Redner in diesem Jahr sind unter anderem Maros Šefčovič, Vizepräsident Energieunion der Europäischen Kommission, Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens. Die Rahmenbedingungen für einen neuen Energiemarkt sind nach wie vor offen. Immer noch werden in der Energiepolitik Probleme isoliert betrachtet. Reformprojekten fehlt es an einer Einbindung in den Gesamtrahmen. Diesen brauchen die Unternehmen aber dringend. Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit stehen auf der Agenda ganz oben, gleichberechtigt neben dem Klimaschutz. Am ersten Kongresstag (24. Juni 2015) liegt der Fokus auf der Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa sowie dem Infrastrukturausbau und den Faktoren, welche die Sicherheit der europäischen und internationalen Energieversorgung mitbestimmen. Maros Šefčovič und Sigmar Gabriel werden in ihren Reden auf die jeweilige Perspektive des Energiemarktes eingehen.
Die Zukunft der gesicherten Leistung steht im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion unter Moderation von Ulrich Meyer. Denn Deutschland steht vor einer Grundsatzentscheidung: Vertraut die Politik alleine auf einen Energy-only-Markt 2.0 oder einen Kapazitätsmechanismus? Jede der Varianten wird Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation der Stadtwerke und Kommunen haben. Im Sinne des europäischen Binnenmarktes muss das Marktdesign auch zu den Nachbarstaaten kompatibel sein. Zugesagt haben für diese Runde bereits Rolf Martin Schmitz von RWE und Florian Bieberbach, Chef der Stadtwerke München.
Frage der Versorgungssicherheit
Die internationalen Rohstoffmärkte bleiben in Bewegung. Auch die politischen Ereignisse werfen immer wieder die Frage nach der Versorgungssicherheit auf. Die Energie- und Wasserwirtschaft muss sich auf die geopolitischen Realitäten von morgen einstellen. Über die internationale Perspektive der sicheren Ressourcen diskutieren unter anderem Michael Rühle, Leiter der Energy Security Section bei der Nato, Tanja Gönner von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und E.ON-Vorstandsmitglied Leonhard Birnbaum. Im Rahmen der Energiewende führt der Ausbau der erneuerbaren Energien und der notwendigen Infrastruktur zu wachsender Flächennutzung. Der Umbau der Energieversorgung wird sichtbar und für den Bürger stellt sich die Akzeptanzfrage neu. Über Lösungen von Konflikten bei der Flächennutzung diskutieren Christian Pegel, Energieminister in Mecklenburg-Vorpommern, Hans-Jürgen Brick, Mitglied der Geschäftsleitung des Übertragungsnetzbetreibers Amprion, und Gunda Röstel, Geschäftsführerin der Stadtentwässerung Dresden.
Wärmemarkt und Big Data
Am zweiten Kongresstag, 25. Juni 2015, stellen fünf parallele Panels die große Bandbreite der Branchenthemen dar: EEG und Energienetze 2.0, IT-Sicherheit, Wärmemarkt und der Faktor Vertrieb und Handel in der Energiewende. Gesprächsrunden über Geschäftsmodelle im Bereich Energieeffizienz, die Zukunft der Kraft-Wärme-Kopplung sowie das Thema Innovationen in der Energie- und Wasserwirtschaft komplettieren das Programm. Zum Abschluss des Kongresses gibt Oxford-Professor Viktor Mayer-Schönberger einen Einblick in die Welt von Big Data: Wie verändert sich unsere Gesellschaft im digitalen Zeitalter und welche Bedeutung haben die neuen Möglichkeiten der Datensammlung und -analyse für die Energie- und Wasserwirtschaft? Im Rahmen der BDEW-Nachwuchsinitiative wird der BDEW wieder Young Professionals und Studenten eine kostenfreie Teilnahme am BDEW Kongress ermöglichen. Durch den Einblick in die Branchenthemen soll ihr Interesse an der Energie- und Wasserwirtschaft geweckt werden.
Dieser Beitrag ist in der Ausgabe Mai/Juni von stadt+werk im Spezial BDEW Kongress erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
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