Mittwoch, 4. November 2026

KommunikationVersorger investieren in Funknetz

[13.06.2018] Unterstützt von dem Unternehmen Alliander haben verschiedene Regionalversorger und Netzbetreiber jetzt mit dem Aufbau eines 450-Megahertz-Funknetzes begonnen.

Für die digitale Vernetzung der Millionen Stromerzeuger und -verbraucher benötigt die Energiewirtschaft eine leistungsfähige, sichere und hochverfügbare Kommunikationsinfrastruktur. Die Energieversorger und Netzbetreiber EWE NETZ, Netzgesellschaft Düsseldorf, RheinEnergie (über das Tochterunternehmen NetAachen), TEAG Thüringer Energie, WEMAG und Westfalen WeserNetz investieren daher in neue Funknetze mit einer Frequenz von 450 Megahertz (MHz).
Wie das Unternehmen WEMAG mitteilt, sollen diese vor allem zur Steuerung der Stromnetze, zur Anbindung von Smart Meter Gateways und zur Notfallkommunikation eingesetzt werden. Anders als herkömmliche Telekommunikationsnetze funktionieren die Funknetze mit einer sehr hohen örtlichen und zeitlichen Verfügbarkeit. Die Stromversorgung könne so sicher gesteuert und im Notfall schnell wiederhergestellt werden.
Aufbau und Betrieb der 450-MHz-Funknetze erfolgen laut WEMAG in einer strategischen Partnerschaft mit 450connect, einem Tochterunternehmen des niederländischen Stromversorgers Alliander. Das Unternehmen hat ein solches Funknetz bereits erfolgreich in den Niederlanden umgesetzt. Dort wird es nach Angaben des Herstellers seit mehreren Jahren für die Kommunikation dezentralisierter und digitalisierter Stromnetze eingesetzt. „Inzwischen sind fast eine Million Nutzer angeschlossen“, berichtet Frank Zeeb, Vorstandsvorsitzender bei Alliander. „Unser Ziel ist es, auch in Deutschland in einer strategischen Partnerschaft mit der Energiewirtschaft ein flächendeckendes und hochverfügbares Funknetz für Unternehmen und Organisationen mit kritischen Kommunikationsanforderungen aufzubauen.“
„Die Energiewirtschaft hat lange nach einer geeigneten Lösung für ihre Kommunikationsbedarfe gesucht“, erklärt Torsten Maus, Vorsitzender der Geschäftsführung von EWE NETZ. „Die technischen Anforderungen sind enorm. Stromerzeuger, -verbraucher und Netzbetreiber müssen jederzeit und überall miteinander kommunizieren können. Das funktioniert nur, wenn auch in Kellerräumen verbaute Anlagen wie Smart Meter Gateways zuverlässig erreicht werden. Unsere Funknetzlösung bietet in Ergänzung unserer leitungsgebundenen Telekommunikation dank der vergleichsweise niedrigen Frequenz von 450 Megahertz eine hervorragende Gebäudeversorgung.“
„Herkömmliche Telekommunikationsnetze fallen ohne Strom nach wenigen Stunden aus. Unsere Lösung ist mehrfach abgesichert und funktioniert hundertprozentig“, betont Thomas Murche, Technischer Vorstand von WEMAG. „Sollte es je zu einem flächendeckenden Blackout kommen, können wir die Stromnetze schnell wieder hochfahren. Ohne funktionierende Kommunikationsmöglichkeit wäre das sehr schwer bis unmöglich.“





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