denaKonzept für Energiedatenraum bis 2032 vorgelegt

Die dena hat eine Studie zum Aufbau eines Energiedatenraums bis 2032 veröffentlicht.
(Bildquelle: depositphotos)
Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat eine Studie zum Aufbau eines Energiedatenraums bis 2032 veröffentlicht. Wie die dena mitteilt, beschreibt die Untersuchung eine digitale Infrastruktur, über die Unternehmen und andere Akteure der Energiewirtschaft künftig Daten austauschen können. Ziel ist es, die bestehenden Verfahren der Marktkommunikation zu entlasten und den Datenaustausch zwischen Netzbetreibern, Energieversorgern und weiteren Marktteilnehmern zu vereinfachen. Die Studie wurde im Auftrag der dena von c.con Management Consulting und dem Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) erstellt.
Hintergrund sind die wachsenden Anforderungen an den Datenaustausch im Stromsystem. Mit der zunehmenden Zahl dezentraler Erzeugungsanlagen, flexibler Verbraucher und neuer Marktteilnehmer steigt auch die Menge der auszutauschenden Daten. Nach Einschätzung der dena stößt die bisherige Marktkommunikation dabei an strukturelle Grenzen. Dazu zählen ein hoher Aufwand für die technische Anbindung neuer Akteure, unterschiedliche Datenstände und aufwendige Abstimmungsprozesse.
Variable Netzentgelte als Anwendungsfall
Die Studie untersucht am Beispiel variabler Stromnetzentgelte, wie ein Energiedatenraum die bestehenden Prozesse verbessern könnte. Nach Angaben der dena zeigt die Untersuchung insbesondere Potenziale bei der Verarbeitung größerer Datenmengen, der Automatisierung und der technischen Zusammenarbeit unterschiedlicher Systeme.
Der vorgeschlagene Energiedatenraum soll den Datenaustausch über gemeinsame Regeln, Standards und Schnittstellen organisieren. Dabei setzt das Konzept auf eine föderierte Infrastruktur. Die beteiligten Akteure behalten die Kontrolle über ihre Daten und bleiben für deren Bereitstellung und Nutzung verantwortlich. Zugleich sollen berechtigte Marktteilnehmer einfacher auf die benötigten Informationen zugreifen können.
Für den Aufbau des Energiedatenraums nennt die Studie fünf zentrale Anforderungen. Dazu gehören Datensicherheit und digitale Souveränität, einheitliche technische Standards sowie eine hohe Verfügbarkeit der gemeinsamen Dienste. Zudem sollen Prüfungen und Validierungen stärker in die digitalen Prozesse eingebunden werden. Eine gemeinsame Datenbasis soll darüber hinaus die Entwicklung neuer Dienstleistungen und Geschäftsmodelle erleichtern.
Schrittweise Einführung bis 2032
Für die Umsetzung empfiehlt die Studie einen schrittweisen Übergang zum Regelbetrieb bis 2032. Zunächst sollen ausgewählte Anwendungsfälle erprobt werden. Anschließend sieht das Konzept einen Parallelbetrieb bestehender und neuer Verfahren sowie die schrittweise Überführung einzelner Prozesse in den Energiedatenraum vor.
Damit soll verhindert werden, dass die Umstellung die Stabilität des Markt- und Netzbetriebs gefährdet. Nach Angaben der dena müssen dafür insbesondere die Zuständigkeiten, die Finanzierung und die langfristige Weiterentwicklung der Infrastruktur geklärt werden.
Corinna Enders, Vorsitzende der dena-Geschäftsleitung, sieht nun Politik und Energiewirtschaft in der Verantwortung. Notwendig seien eine gemeinsame strategische Entscheidung sowie tragfähige Finanzierungs- und Anreizmodelle für die Übergangsphase und den späteren Betrieb.
Vorarbeiten im Future Energy Lab
An die Entwicklung des Energiedatenraums knüpfen bereits bestehende Arbeiten der dena an. In ihrem Future Energy Lab erprobt die Agentur im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie digitale Technologien für die Energiewirtschaft.
Im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung wurde dort zudem das Referenzsystem für Datenaustausch im Energiesektor (Re4DE) entwickelt. Es soll als technische Grundlage für künftige Energiedatenräume dienen.
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