Sonntag, 26. Juli 2026

Baden-WürttembergLand fördert Wärmenetze

[09.12.2019] Im Rahmen des Förderprogramms „Energieeffiziente Wärmenetze“ unterstützt das Umweltministerium Baden-Württemberg weitere energieeffiziente Wärmenetze im Land. Bezuschusst werden auch innovative Ideen zur klimafreundlichen Versorgung mit Wärme und Kälte.

Das baden-württembergische Umweltministerium hat weitere fünf energieeffiziente Wärmenetze im Land mit insgesamt knapp 750.000 Euro gefördert. Die Gesamtinvestitionskosten dieser Projekte betragen nach Angeben des Ministeriums rund 5,5 Millionen Euro. Die Förderung kommt aus dem Programm „Energieeffiziente Wärmenetze“, das im Jahr 2016 aufgelegt wurde. 50 Projekte seien seitdem mit insgesamt fast zehn Millionen Euro bezuschusst worden.
Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller (Bündnis 90/Die Grünen) erklärt: „Mit unserem Förderprogramm stoßen wir wichtige Investitionen in moderne und klimaschonende Wärmetechnologien an. Es werden zahlreiche Wärmenetze neu gebaut oder erweitert. Darüber hinaus werden mit unserer Unterstützung viele innovative Projekte zur effizienten Energienutzung im Wärmesektor entwickelt und umgesetzt. So kommen wir auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung Stück um Stück voran.“

Ausbau bestehender Wärmenetze

Aktuell unterstützt das Land die Erweiterung des bestehenden Wärmenetzes der Gemeinde Sersheim im Landkreis Ludwigsburg mit 200.000 Euro. Dort sind bislang drei kommunale Gebäude in einem Wärmeverbund. Nun soll das Netz um rund 1.800 Meter verlängert werden. Damit können 29 Bestandsgebäude beziehungsweise Neubauten eingebunden werden, meldet das Umweltministerium. Außerdem werde ein 100 Kubikmeter großer Pufferspeicher gebaut und die Heizzentrale modernisiert.
Auch in der Gemeinde Wolfegg im Landkreis Ravensburg wird das bestehende Wärmenetz im Zuge einer Nachverdichtung um elf Anschlüsse erweitert. Dazu sollen 730 Meter neue Leitungen und mehrere Pufferspeicher mit einem Gesamtvolumen von 340 Kubikmeter gebaut werden. Das Umweltministerium bezuschusst diese Maßnahmen mit rund 155.000 Euro. Eine Zuwendung in Höhe von etwa 45.000 Euro erhält die Gemeinde Unlingen (Landkreis Biberach) für den Ausbau des vorhandenen Nahwärmenetzes um 14 weitere Anschlüsse.

Kalte Nahwärme in Neubaugebieten

Innovative Ideen zur klimafreundlichen Versorgung mit Wärme und Kälte entstehen in Isny im Allgäu (Landkreis Ravensburg) und in der Gemeinde Murg im Landkreis Waldshut. Für den Bau eines Nahwärmenetzes in einem Isnyer Neubaugebiet mit 36 Anschlüssen stellt das Land knapp 240.000 Euro zur Verfügung. Drei Viertel der dort benötigten Wärme soll aus der Abwärme einer Adsorptions-Kälte-Anlage eines Fruchtsaftherstellers und einer Gärreste-Trocknungsanlage gewonnen werden. Mit 110.000 Euro unterstützt das Umweltministerium den Bau eines kalten Nahwärmenetzes in einem Neubaugebiet in Murg ein. Über eine knapp zwei Kilometer lange Leitung sollen 45 Einfamilienhäuser und sieben Mehrfamilienhäuser mit Wärme oder Kälte aus der Anlage von Erdsonden in oberflächennaher Geothermie versorgt werden.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Bremerhaven: Wärme für kommunale Wohnungen

[22.07.2026] Eine langfristige Vereinbarung zur Wärmeversorgung von mehr als 5.000 Wohnungen haben die Städtische Wohnungsgesellschaft Bremerhaven und swb geschlossen. Nach Angaben von swb soll damit die Wärmeversorgung des kommunalen Wohnungsbestands schrittweise weiterentwickelt und auf dem Weg zur Klimaneutralität Fernwärme mit dezentralen Wärmelösungen kombiniert werden. mehr...

Konstanz: Wärmeverbund für neuen Stadtteil

[22.07.2026] Die Stadtwerke Konstanz und die Firma solarcomplex haben die Projektgesellschaft Wärmeversorgung Hafner gegründet. Sie soll den Aufbau und Betrieb eines Wärmeverbunds im ersten Bauabschnitt des Neubaugebiets Hafner übernehmen. mehr...

Blick über die Baustelle des Quartiers Lagarde auf dem ehemaligen Kasernengelände in Bamberg. Im Vordergrund liegen gebündelte Kunststoffrohre für die Wärmeversorgung, dahinter sind Bewehrungsarbeiten, Baugruben und Erdarbeiten zu sehen. Mehrere Kräne, Bagger und Baustellenfahrzeuge prägen das Bild. Im Hintergrund stehen sanierte historische Backsteingebäude des entstehenden Campus, der im Rahmen der Wärmewende mit einer klimafreundlichen Energieinfrastruktur ausgestattet wird.

Bamberg: Beispielhafte Wärmewende im Quartier

[20.07.2026] Der Lagarde Campus in Bamberg soll nach Angaben der Fraunhofer-Allianz Energie zeigen, wie eine klimaneutrale und wirtschaftliche Wärmeversorgung in urbanen Quartieren umgesetzt werden kann. Das Projekt verbindet erneuerbare Wärmequellen, digitale Steuerung und sektorenübergreifende Energieversorgung. Die Erfahrungen sollen auch in die kommunale Wärmeplanung einfließen. mehr...

Luftaufnahme eines zylindrischen Wärmespeichers auf dem Gelände eines Heizwerks in Gelsenkirchen. Der weiß verkleidete Speicher steht neben Industriegebäuden, einem Schornstein und Rohrleitungen. Rundherum sind Straßen, Parkplätze, Gewerbebauten und Grünflächen zu sehen. Der Wärmespeicher ist in das Fernwärmenetz des Standorts eingebunden.

Steag Iqony: Wärmespeicher auf Schalke

[09.07.2026] Die Steag Iqony Group hat nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit einen Wärmespeicher in Gelsenkirchen in Betrieb genommen. Die Anlage soll die Ruhrfernwärme flexibler machen und Erzeugung sowie Verbrauch zeitlich besser aufeinander abstimmen. mehr...

EWE: Großwärmepumpe ist eingetroffen

[08.07.2026] EWE hat die Großwärmepumpe für das Wärmenetz im Oldenburger Stadtteil Ohmstede geliefert. Die Anlage ist das Kernstück der Modernisierung der Heizzentrale und soll die Wärmeversorgung klimafreundlicher sowie unabhängiger von fossilen Energieträgern machen. mehr...

Bremen: Klimaturm eingeweiht

[07.07.2026] Auf der Bremer Überseeinsel ist der erste Klimaturm der Stadt in Betrieb gegangen, eine vertikale Luft-Wasser-Großwärmepumpe für urbane Quartiere. Das System soll eine Lücke zwischen Fernwärme und dezentralen Wärmepumpen schließen und könnte für die kommunale Wärmeplanung in schwer erschließbaren Gebieten relevant werden. mehr...

Ein Mitarbeiter von enercity trägt einen roten Schutzhelm und eine gelbe Warnweste und steht in einer technischen Anlage vor einer großen blauen Pumpeneinheit. Im Hintergrund bedient ein weiterer Mitarbeiter Armaturen und Rohrleitungen. Das Bild zeigt Arbeiten an einer Anlage zur Wärme- oder Energieversorgung.

enercity: Mehr Wärme aus Müllverbrennung

[29.06.2026] Die Energieversorgung in Hannover soll künftig stärker auf Fernwärme aus der thermischen Abfallverwertung setzen. EEW Energy from Waste und enercity erweitern dafür die Wärmekapazität der Anlage in Hannover-Lahe von 50 auf bis zu 85 Megawatt. mehr...

Bisher ungenutzte Abwärme kann einen Beitrag zur nachhaltigen Wärmeversorgung Berlins leisten.

Berlin: Hauptstadt hat Wärmeplan

[29.06.2026] Berlin hat einen gesamtstädtischen Wärmeplan beschlossen und legt damit den Fahrplan für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 fest. Das Konzept zeigt, wo Wärmenetze ausgebaut werden sollen und wo dezentrale Lösungen sinnvoll sind. mehr...

Augsburg: Kommunaler Wärmeplan beschlossen

[29.06.2026] Augsburg hat seinen kommunalen Wärmeplan beschlossen und legt damit die strategische Grundlage für die Wärmewende fest. Das Konzept zeigt mögliche Versorgungswege auf und wird durch neue Beratungs- und Unterstützungsangebote für Bürgerinnen und Bürger ergänzt. mehr...

Tettnang: Richtfest für Nahwärmezentrale

[24.06.2026] Das Nahwärmeprojekt in Tettnang hat einen weiteren Meilenstein erreicht. Knapp elf Monate nach dem Spatenstich wurde das Richtfest für die Energiezentrale gefeiert. Die erste Versorgung öffentlicher Gebäude mit erneuerbarer Wärme ist für September 2026 vorgesehen. mehr...

Hanau: Kommunaler Beirat soll Wärmeplan begleiten

[23.06.2026] Hanau richtet einen Kommunalen Entwicklungsbeirat ein, der die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung begleiten soll. Das neue Beteiligungsformat bringt Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen und soll Konflikte bei der Wärmewende frühzeitig sichtbar machen. mehr...

DStGB/DGRV: Genossenschaften als Motor der kommunalen Wärmewende

[19.06.2026] Eine neue Publikation von DStGB und DGRV zeigt, wie Genossenschaften die kommunale Wärmewende voranbringen können. Anhand von Praxisbeispielen verdeutlicht sie, warum gerade Städte, Gemeinden und ländliche Regionen von diesem Modell profitieren. mehr...

Nürnberg: Spatenstich für neues Heizkraftwerk

[17.06.2026] N-ERGIE baut im Nürnberger Südwesten ein innovatives Heizkraftwerk für eine klimafreundliche Fernwärmeversorgung. Die Anlage soll ein neues Stadtquartier und Teile des bestehenden Netzes versorgen und gilt als wichtiger Baustein der Wärmewende. mehr...

Koblenz: Konkretisierung der Wärmepläne

[15.06.2026] Koblenz treibt die kommunale Wärmeplanung voran und konkretisiert Projekte für Wärmenetze in mehreren Stadtteilen. Neue Bundesvorgaben verändern zwar den gesetzlichen Rahmen, doch für Eigentümer werden nun wichtige Weichen für die künftige Wärmeversorgung gestellt. mehr...

Krefeld/Kassel: Fortschritte bei der Wärmeplanung

[15.06.2026] Die Städte Krefeld und Kassel treiben ihre kommunale Wärmeplanung voran und schaffen damit strategische Grundlagen für die Wärmewende. Während Krefeld den politischen Fahrplan bereits beschlossen hat, hat Kassel die nächste Beschlussstufe erreicht und bereitet die verstärkte Umsetzung vor. mehr...