Mittwoch, 4. November 2026

Hamburg-WilhelmsburgErdwärme aus 3.500 Metern Tiefe

[25.02.2021] Hamburg-Wilhelmsburg soll mit Erdwärme aus bis zu 3.500 Metern Tiefe versorgt werden. Die Freie und Hansestadt will damit neue Wege bei der Wärmewende gehen.
Schema der geothermischen Versorgung für Hamburg-Wilhelmsburg.

Schema der geothermischen Versorgung für Hamburg-Wilhelmsburg.

(Bildquelle: BMWi/ / Hamburg Energie)

Die städtische Entwicklungsgesellschaft IBA Hamburg und das Versorgungsunternehmen Hamburg Energie wollen den Stadtteil Wilhelmsburg in Zukunft klimafreundlich heizen. Denn an die zukünftige Wärmeversorgung der Quartiere der IBA Hamburg in Wilhelmsburg sind hinsichtlich Klima- und Umweltschutz hohe Anforderungen gestellt: Die Energie soll zu 100 Prozent erneuerbar im Stadtteil produziert werden. Das berichten die beiden Projektpartner. Basis der klimafreundlichen Versorgung der Quartiere Wilhelmsburger Rathausviertel, Elbinselquartier und Spreehafenviertel durch Hamburg Energie, sei die Nutzung natürlicher Erdwärme. Dazu werde eine Geothermie-Anlage im Wilhelmsburger Hafengebiet errichtet, die heißes Thermalwasser aus einer Tiefe von bis zu 3.500 Metern nach oben holt. Über Wärmetauscher werde die Energie dem Wasser entzogen und in das dezentrale Nahwärmenetz eingespeist. Das abgekühlte Wasser wird laut den Projektpartnern zurück in die Erde geleitet. Perspektivisch soll die gesamte Elbinsel von der klimafreundlichen, zuverlässigen und sicheren Energieerzeugung profitieren.
Die geplante Geothermie-Anlage ist das Herzstück des Projekts IW3 – Integrierte Wärmewende Wilhelmsburg, ein vom Bundeswirtschaftsministerium gefördertes Reallabor der Energiewende, das zur Blaupause für die umweltfreundliche Versorgung mit Erdwärme in Norddeutschland werden soll. Nach umfangreichen Voruntersuchungen über die vergangenen zehn Jahre, soll die Bohrung in Wilhelmsburg in diesem Jahr beginnen. „Mit dem Pilotprojekt wollen wir neue Erkenntnisse gewinnen auch für andere Tiefengeothermie-Standorte in Hamburg und in der Region“, erklärt Hamburgs Senator Jens Kerstan, Präses der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft. „Wir etablieren erstmals eine zuverlässige wie bezahlbare Erdwärmeversorgung, die für alle ein Gewinn ist: für die Menschen, die in den Quartieren wohnen ebenso wie für unsere Stadt und das Klima. Ökowärme ist neben unserem Ökostromangebot ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer klimaneutralen Energieversorgung“, sagt Michael Prinz, Geschäftsführer von Hamburg Energie.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Geothermie

Fraunhofer IEG: Grubenwasser für die Wärmewende

[03.11.2026] Das Fraunhofer IEG hat in Bochum vier Bohrungen in ein ehemaliges, geflutetes Kohlebergwerk erfolgreich abgeschlossen. Die Arbeiten zeigen, dass sich Grubenwasser mit konventioneller Bohrtechnik als Wärmequelle und Wärmespeicher erschließen lässt. mehr...

Geothermiekongress 2026: Ausbau in der Fläche voranbringen

[29.10.2026] Wie sich Geothermieprojekte schneller und in größerem Umfang umsetzen lassen, war eine zentrale Frage beim Geothermiekongress 2026 in Potsdam. Diskutiert wurde auch, welchen Beitrag die Erdwärme zu einer sicheren und bezahlbaren Wärmeversorgung leisten kann. mehr...

Fraunhofer IEG: Forschungsprojekt soll Akzeptanz der Geothermie stärken

[22.10.2026] Ein neues Forschungsprojekt soll die Kommunikation über seismische Risiken bei Tiefengeothermieprojekten verbessern und die Bürgerbeteiligung stärken. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Vorhaben mit rund 2,27 Millionen Euro. mehr...

Nürnberg: N-Ergie erkundet Geothermiepotenzial

[21.10.2026] Der Energieversorger N-Ergie will ab dem 9. November den Untergrund in Nürnberg und Umgebung auf sein Potenzial für Tiefengeothermie untersuchen. Auf sechs Messlinien mit einer Gesamtlänge von rund 110 Kilometern sollen Daten für die mögliche Nutzung von Erdwärme gewonnen werden. mehr...

Fraunhofer IEG: Forschungsvorhaben zu Grubenwasser

[06.10.2026] Das Fraunhofer IEG und die Technische Hochschule Georg Agricola wollen die Nutzung von Grubenwasser für die Wärmeversorgung gemeinsam vorantreiben. Im Fokus stehen ehemalige Bergbauregionen, in denen bestehende Infrastrukturen als Wärmequellen oder -speicher dienen könnten. mehr...

bericht

Geothermiekonferenz: Fortschritte bei Wärmenutzung aus der Tiefe

[24.09.2026] Auf der 21. Geothermiekonferenz in Bochum haben Fachleute, Kommunen und Energieversorger über den Stand der Geothermienutzung in Nordrhein-Westfalen und aktuelle Projekte berichtet. Im Mittelpunkt standen Erkundungen für die tiefe Geothermie, konkrete Vorhaben von Versorgern sowie die Förder- und Unterstützungsangebote des Landes. mehr...

LIAG: Geothermie könnte Olympiastadion mit Wärme versorgen

[21.09.2026] Oberflächennahe Geothermie könnte den Wärmebedarf des Berliner Olympiastadions rechnerisch vollständig decken. Modellberechnungen zeigen zudem, welches Potenzial große Sportflächen für die Wärmewende in Städten bieten können. mehr...

Stadtwerke Weimar: Aufsuchungserlaubnis für Tiefengeothermie erhalten

[14.09.2026] Die Stadtwerke Weimar dürfen das Potenzial für Tiefengeothermie im Raum Weimar untersuchen. Eine bis Juni 2031 befristete Erlaubnis umfasst ein rund 495 Quadratkilometer großes Gebiet und ist Voraussetzung für weitere Erkundungen. mehr...

Stadtwerke Bernau: Tiefengeothermieprojekt pausiert

[11.09.2026] Die Stadtwerke Bernau haben die Planungen für eine Tiefengeothermiebohrung am Schönfelder Weg vorerst gestoppt. Nach einer erneuten Prüfung sei der Bau und Betrieb der geplanten Anlage derzeit wirtschaftlich nicht darstellbar. Der kommunale Versorger will nun alternative Lösungen für eine klimaneutrale Wärmeversorgung untersuchen. mehr...

Geologischer Dienst NRW: Erkundungen im nördlichen Münsterland

[03.09.2026] Im nördlichen Münsterland untersucht der Geologische Dienst NRW das Potenzial für tiefe Erdwärme. Drei Seismik-Trassen sollen Kommunen und Stadtwerken zeigen, wo sich weitere Erkundungen für die Wärmeversorgung lohnen. mehr...

Münster: Hochschulstandort baut Geothermie-Anlage weiter aus

[02.09.2026] Die FH Münster baut ihre Geothermie-Anlage am Technologie-Campus Steinfurt für 18,8 Millionen Euro aus. Künftig soll Erdwärme rund 64 Prozent des Wärmebedarfs decken und zugleich als Reallabor für effizientere Wärmepumpen dienen. mehr...

Stadtwerke Munster-Bispingen: Heißes Wasser mit bis zu 154 Grad Celsius entdeckt

[28.08.2026] Die Stadtwerke Munster-Bispingen sehen nach ersten Arbeiten am Tiefengeothermie-Projekt in Munster gute Chancen für eine wirtschaftliche Wärmenutzung. In einem ertüchtigten Bohrloch stieß die Unternehmenstochter HeideGeo auf Wasser mit Temperaturen von bis zu 154 Grad Celsius. mehr...

München: Seismik-Messungen gestartet

[26.08.2026] Im Großraum München wird der tiefe Untergrund in den kommenden Monaten großflächig untersucht. Die Daten sollen ein dreidimensionales geologisches Modell ermöglichen und die Planung weiterer Geothermieprojekte unterstützen. Die Messungen sind Teil des Forschungsprojekts GIGA-M. mehr...

Fraunhofer IEG: Forschungsprojekt zu Kalkgestein in der Rhein-Ruhr-Region

[17.08.2026] Ein Forschungsprojekt entwickelt neue Werkzeuge für die Tiefengeothermie in der Rhein-Ruhr-Region. R3Chain soll das Potenzial von Kalkgestein genauer bestimmen und Stadtwerken sowie Energieversorgern frühere Planungssicherheit geben. mehr...

Fraunhofer IEG: EU-Projekt entwickelt neue Bohrtechnik

[13.08.2026] Das EU-Projekt UPLIFT entwickelt mit der MTD-Technologie eine Bohrtechnik, die bestehende Geothermiebohrungen durch seitliche Mikro-Bohrungen erweitern soll. Das Verfahren wird in einer drei Kilometer tiefen Bohrung in Tschechien getestet und soll höhere Wärmeleistungen bei geringerem Erschließungsrisiko ermöglichen. mehr...