Sonntag, 5. April 2026

denaPPA-Marktanalyse veröffentlicht

[02.10.2025] Deutschland bleibt 2024 trotz sinkender Vertragsvolumina der zweitgrößte Markt Europas für Power Purchase Agreements (PPAs). Das zeigt die aktuelle PPA-Marktanalyse der Deutschen Energie-Agentur.

PPAs sind langfristige Stromlieferverträge, über die Energie aus erneuerbaren Quellen direkt an Unternehmen oder Versorger verkauft wird.

(Bildquelle: adobestock)

Deutschland hat sich im Jahr 2024 erneut als Schwergewicht im europäischen Markt für Power Purchase Agreements (PPAs) behauptet – direkt hinter Spanien. Das geht aus der aktuellen PPA-Marktanalyse der Deutschen Energie-Agentur (dena) hervor, die auf der fünften Jahreskonferenz der Marktoffensive Erneuerbare Energien vorgestellt wurde. PPAs sind langfristige Stromlieferverträge, über die Energie aus erneuerbaren Quellen direkt an Unternehmen oder Versorger verkauft wird. Sie sichern Preise ab und helfen Abnehmern, ihre Klimaziele umzusetzen.

Laut dena wurden 2024 insgesamt 47 langfristige PPAs mit Laufzeiten über fünf Jahren abgeschlossen, drei mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig fiel das gesicherte Gesamtvolumen von 3,8 Gigawatt (GW) im Jahr 2023 auf 2,1 GW. Verantwortlich für den Rückgang ist vor allem das schwächelnde Offshore-Segment: Hier sank das Volumen von 1,7 GW auf 0,4 GW. Gestiegene Material- und Finanzierungskosten bremsten viele Projekte. Robuster zeigte sich der Onshore-Windbereich, dessen PPA-Kapazität von 148 Megawatt (MW) auf 270 MW wuchs. Im Photovoltaik-Segment wirkte sich die Zunahme negativer Börsenstrompreise auf die Rentabilität aus. Das Vertragsvolumen sank hier von 1,8 GW auf 1,3 GW.

Auch EEG-Ausschreibungen setzten die Projekte unter Druck. Bei PV-Freiflächenanlagen wurden 2024 rund 6,5 GW bezuschlagt, die Zuschlagswerte sanken jedoch auf 47,6 Euro je Megawattstunde. Besonders große Projekte über 20 MW Kapazität mussten auf PPAs ausweichen, da sie nicht mehr an den Ausschreibungen teilnehmen durften. Für die geplante Erhöhung auf 50 MW steht der dena zufolge weiterhin die Genehmigung durch die EU aus.

Trotz der rückläufigen Volumina sei die steigende Zahl von Abschlüssen ein Zeichen für die wachsende Reife des Markts, betont die dena. PPAs würden nicht mehr nur nach Volumen, sondern verstärkt nach Qualität, Timing und Risikomanagement bewertet. Zugleich gewannen kurzfristige Verträge an Bedeutung, da sie sich leichter in Versorgungsstrategien einbinden lassen.

Für 2025 verweist die dena auf neue Herausforderungen: Im ersten Halbjahr kamen lediglich 200 MW an neuen PPAs zustande. Neben den Belastungen durch niedrige Capture Rates und häufige negative Strompreise hemmen regulatorische Unsicherheiten und Debatten über Netzentgelte oder einen möglichen Industriestrompreis viele Investitionen. Gleichzeitig entstehen neue Geschäftsmodelle wie Batterie-PPAs („Power Storage Agreements“), die bestehende Verträge ergänzen und weitere Marktchancen eröffnen sollen.





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