BDEWMilliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert

Der BDEW fordert Milliardeninvestitionen in den Netzausbau.
(Bildquelle: adobestock)
Die Stromverteilnetzbetreiber haben Ende Januar 2026 ihre regionalen Prognosen zur künftigen Anschlussleistung von Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen bis zum Jahr 2045 veröffentlicht. Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) berichtet, bilden diese sogenannten Regionalszenarien die Grundlage für die kommenden Netzausbaupläne mit konkreten Investitions- und Umsetzungsmaßnahmen.
Nach Einschätzung des Verbands machen die neuen Szenarien die Dimension der bevorstehenden Aufgaben deutlich. „Der Aus- und Umbau der Netze erfordert Investitionen in Milliardenhöhe. Das ist ein historisches Investitionsprogramm, für das wir auch privates Kapital gewinnen müssen“, erklärte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Dafür seien international wettbewerbsfähige regulatorische Rahmenbedingungen notwendig. Andreae verwies zudem auf die jüngsten Ergebnisse der NEST-Regulierung, die aus Sicht der Netzbetreiber zu einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Bedingungen geführt hätten (wir berichteten). Um Investitionen abzusichern, sei eine deutlich höhere Verzinsung als bisher erforderlich, was auch von Investoren erwartet werde.
Steigende Zahl von Netzanschlussanfragen
Hintergrund der Prognosen ist der rasche Ausbau der erneuerbaren Energien und die fortschreitende Elektrifizierung von Industrie, Wärmeversorgung und Mobilität. Diese Entwicklung führt laut BDEW zu einer stark steigenden Zahl von Netzanschlussanfragen. Die Verteilnetzbetreiber haben nun zum zweiten Mal gemeinsame Abschätzungen zur Entwicklung der Anschlussleistung bis 2045 vorgelegt. Andreae sprach in diesem Zusammenhang von einer „Herkulesaufgabe“, da neben Photovoltaik- und Windkraftanlagen auch Lade-Infrastruktur, Speicher und neue Verbraucher wie Rechenzentren in großem Umfang in die Netze integriert werden müssen. Langfristig könne nur ein konsequenter Netzausbau die erforderlichen Kapazitäten schaffen.
Die Regionalszenarien entstehen in einem abgestimmten Planungsprozess. Insgesamt 82 große Verteilnetzbetreiber mit jeweils mehr als 100.000 Netzanschlüssen arbeiten in sechs Planungsregionen zusammen und erstellen alle zwei Jahre entsprechende Szenarien. Diese fließen in die Netzausbaupläne ein, die ebenfalls im Zweijahresrhythmus veröffentlicht werden und die konkreten Maßnahmen zur Verstärkung, Modernisierung und Erweiterung der Netze enthalten. Die nächste Veröffentlichung der Netzausbaupläne ist für Oktober 2026 vorgesehen. Erstmals beteiligten sich zudem auch kleinere Verteilnetzbetreiber mit weniger als 100.000 Kunden an dem Verfahren, was nach Angaben des BDEW die Aussagekraft der Prognosen erhöht.
Dynamische Entwicklung bei Großbatteriespeichern
In der Gesamtschau der regionalen Daten erwarten die Netzbetreiber bis 2045 einen starken Zuwachs der installierten Leistung. Die Photovoltaikleistung soll sich demnach auf rund 425 Gigawatt peak vervierfachen. Für die Windenergie an Land wird eine Verdreifachung auf etwa 175 Gigawatt prognostiziert. Besonders dynamisch entwickelt sich nach den Szenarien der Markt für Großbatteriespeicher: Deren Leistung im Verteilnetz soll von derzeit rund zwei Gigawatt auf etwa 68 Gigawatt steigen. Auch der Strombedarf von Rechenzentren wächst deutlich. Während aktuell weniger als zwei Gigawatt im Verteilnetz angeschlossen sind, rechnen die Betreiber für 2045 mit knapp 37 Gigawatt. Insgesamt bewegen sich die Prognosen in einem ähnlichen Rahmen wie das Szenario B der Übertragungsnetzbetreiber aus dem jüngsten Szenariorahmen.
Die vollständigen Regionalszenarien sind nach Angaben der Verteilnetzbetreiber über das gemeinsame Netzportal VNBdigital abrufbar.
Kraftwerksausschreibung: Kritik an Marktkonzentration
[05.11.2026] Bei der ersten Ausschreibung für gesicherte Kraftwerksleistung haben sich vor allem RWE und LEAG durchgesetzt. Während die Bundesnetzagentur den intensiven Wettbewerb begrüßt, kritisieren Branchenverbände die Konzentration der Zuschläge auf zwei Energiekonzerne und die Benachteiligung von Batteriespeichern. mehr...
Kraftwerksstrategie: Erste Ausschreibung abgeschlossen
[04.11.2026] Die erste Ausschreibung für neue Gaskraftwerke und Langzeitkapazitäten nach dem Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz (StromVKG) ist abgeschlossen. Die Ergebnisse wertet Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche als Erfolg. mehr...
Berlin: Solarpflicht wird evaluiert
[04.11.2026] In Berlin sind inzwischen rund 69.000 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 583 Megawattpeak installiert. Drei Jahre nach Einführung der Solarpflicht prüft der Senat nun, ob das Gesetz angepasst werden muss. mehr...
BMI: Sabotageschutz für Energieanlagen ausgeweitet
[02.11.2026] Die Bundesregierung will den Schutz Kritischer Infrastrukturen vor Sabotage verstärken. Künftig sollen auch Beschäftigte in bestimmten Energieanlagen, virtuellen Kraftwerken und Flüssigerdgas-Terminals einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden. mehr...
EEG-Finanzierung: Förderbedarf für 2027 liegt bei 17,5 Milliarden Euro
[29.10.2026] Der Finanzierungsbedarf für die Förderung Erneuerbarer Energien wird 2027 voraussichtlich 17,5 Milliarden Euro betragen. Ausschlaggebend für die Belastung des Bundeshaushalts ist vor allem die Differenz zwischen den garantierten Vergütungen für Ökostrom und den Erlösen am Strommarkt. mehr...
ASEW: Strom-Umlagen steigen 2027 um knapp 23 Prozent
[27.10.2026] Die Strom-Umlagen steigen 2027 um insgesamt 22,9 Prozent. Vor allem höhere Kosten für die Stromnetze treiben die Belastung nach oben. Auch bei den Netzentgelten und Gaspreisen müssen Verbraucher mit steigenden Kosten rechnen. mehr...
BMWE: Bund und Länder wollen Netzfinanzierung erleichtern
[15.10.2026] Bund und Länder haben sich auf gemeinsame Eckpunkte zur Finanzierung von Stromverteil- und Wärmenetzen verständigt. Ein neues Finanzierungsinstrument soll die Eigenkapitalbasis von Stadtwerken stärken und Investitionen in die Energieinfrastruktur erleichtern. mehr...
VKU: Strategie für grüne Gase gefordert
[15.10.2026] Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt erste Eckpunkte des Bundeswirtschaftsministeriums für eine Grüngasquote, sieht aber noch erhebliche offene Fragen. Vor allem müsse die Bundesregierung klären, woher die benötigten Mengen an grünen Gasen kommen sollen und welche Kosten auf die Verbraucher zukommen. mehr...
BDEW: Stromsteuersenkung für alle gefordert
[15.10.2026] Der BDEW begrüßt die Ankündigung der CDU, die Stromsteuer bei ausreichendem Haushaltsspielraum für alle Verbrauchergruppen zu senken. Der Verband fordert eine schnelle und dauerhafte Absenkung auf das europäische Mindestmaß. mehr...
Sachsen: Millionen für Wärmewende bewilligt
[12.10.2026] Sachsen hat erste Millionenförderungen für den Umbau der kommunalen Wärmeversorgung bewilligt. Sechs größere Projekte sollen den Einsatz erneuerbarer Energien voranbringen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern. mehr...
MiSpeL: Bundesnetzagentur erleichtert Nutzung von Stromspeichern
[09.10.2026] Die Bundesnetzagentur hat die Festlegung zur Marktintegration von Stromspeichern und Ladepunkten (MiSpeL) beschlossen. Künftig können Speicher und bidirektionale Ladepunkte sowohl Netzstrom als auch selbst erzeugten Solarstrom aufnehmen und ins Netz zurückspeisen, ohne dass die EEG-Förderung entfällt. mehr...
Netzpaket: Redispatch-Vorbehalt stößt auf deutliche Kritik
[09.10.2026] Der geplante Redispatch-Vorbehalt im Netzpaket der Bundesregierung stößt bei zahlreichen Sachverständigen auf Widerstand. In einer Anhörung des Bundestags warnten sie vor rechtlichen Risiken und schlechteren Investitionsbedingungen für erneuerbare Energien. mehr...
Bremen: Fecker kritisiert Umschichtung von KTF-Mitteln
[07.10.2026] Bremens Finanzsenator Björn Fecker kritisiert, dass der Bund Einnahmen aus dem Emissionshandel künftig teilweise dem allgemeinen Haushalt statt dem Klima- und Transformationsfonds zuführen will. Nach Angaben der Bremer Finanzverwaltung geht es 2027 um 2,7 Milliarden Euro, bis 2030 könnten sich die Umschichtungen auf bis zu 13 Milliarden Euro summieren. mehr...
Energy Sharing: Impulspapier fordert klare Standards
[06.10.2026] Seit Juni 2026 ist Energy Sharing in Deutschland formal möglich, in der Praxis stehen Projekten aber noch Hürden bei Netzzugang, Bilanzierung und Abrechnung entgegen. Ein Impulspapier des Projekts Forum EnShare nennt zehn Empfehlungen, die den Einstieg erleichtern sollen. mehr...
Forschungsstelle für Energiewirtschaft: Pachtdeckel könnte EEG-Kosten deutlich senken
[06.10.2026] Eine Begrenzung der Pachten für Windenergieflächen könnte nach Berechnungen der Forschungsstelle für Energiewirtschaft die EEG-Förderkosten bis 2045 um Milliarden Euro senken. Bei der im Entwurf zum EEG 2027 vorgesehenen Obergrenze von 3,5 Prozent des Jahresumsatzes errechnet das Institut je nach Vergleichsszenario Einsparungen zwischen rund drei und 37 Milliarden Euro. mehr...













