BundesnetzagenturOrientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt

Ein neues Papier der Bundesnetzagentur bringt dynamische Einspeiseentgelte sowie Baukostenzuschüsse für Einspeisen ins Spiel.
(Bildquelle: adobestock)
Stromerzeuger sollen künftig Netzentgelte zahlen. Das geht aus einem neuen Orientierungspapier der Bundesnetzagentur hervor. Die Behörde reagiert damit auf das Auslaufen der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) zum 31. Dezember 2028. Auslöser ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 2. September 2021, das die bisherige Ausgestaltung der Netzentgeltregulierung beanstandet hatte. Die Bundesnetzagentur muss daher zentrale Regelungen der §§ 12 ff. StromNEV durch eigene Festlegungen ersetzen. Bereits im Mai 2025 hatte sie in einem Diskussionspapier die Leitlinien für eine neue, allgemeine Netzentgeltsystematik skizziert. Ziel ist ein System, das die Netzkosten verlässlich refinanziert, faire Lasten verteilt und zugleich den veränderten Bedingungen der Energiewende gerecht wird.
Entgelt für Einspeiser
Im Zentrum der aktuellen Vorschläge steht ein kapazitätsbezogenes Entgelt für Einspeiser. Ab 2029 sollen Betreiber vollerzeugender Anlagen ab der Niederspannung mit Leistungsmessung ein Entgelt auf Basis ihrer vertraglich vereinbarten Netzanschlusskapazität zahlen. Nach einem Rechenbeispiel der Behörde könnte sich dieses Entgelt – je nach Einbeziehung von Übertragungs- und Verteilnetzkosten – in einer Größenordnung von etwa vier bis sieben Euro pro Kilowatt bewegen. Finanziert werden sollen insbesondere Verlustenergie- und Regelenergiekosten. Mengenbezogene Arbeitspreise zur reinen Finanzierung lehnt die Behörde ab, weil sie in die Merit Order eingreifen und Wettbewerbsnachteile im europäischen Strommarkt auslösen könnten.
Neben der Finanzierungsfunktion plant die Bundesnetzagentur eine Anreizkomponente. Dynamische, zeitlich und örtlich differenzierte Einspeiseentgelte sollen Engpassmanagementkosten internalisieren und das Verhalten der Erzeuger stärker an der tatsächlichen Netzauslastung ausrichten. In Engpasssituationen würden Anlagen bei netzbelastender Einspeisung zahlen, bei netzentlastender Einspeisung hingegen profitieren. Die Behörde will mit moderaten Entgelten starten, um die Reaktion der Marktakteure empirisch zu beobachten.
Vorschlag: Baukostenzuschuss
Ergänzend bringt das Papier einen Baukostenzuschuss für neue Netzanschlüsse ins Spiel. Dieser einmalige Beitrag soll an die beantragte Anschlusskapazität gekoppelt werden und schon beim Netzanschluss Anreize für eine effiziente Dimensionierung setzen.
Beim Thema Vertrauensschutz differenziert die Bundesnetzagentur. Für Bestandsanlagen, die im Rahmen staatlicher Ausschreibungen errichtet wurden und einer Realisierungspflicht unterlagen, hält sie einen zeitlich begrenzten Schutz vor neuen Finanzierungsentgelten für möglich. Bei dynamischen Anreizkomponenten sieht sie geringere Hürden, da diese nur in Engpasszeiten greifen und grundsätzlich vermeidbar sind.
Mit der Reform verfolgt die Behörde das Ziel, die Finanzierung der Netze auf eine breitere Basis zu stellen. Angesichts steigender Netzausbaukosten und wachsender Einspeiseleistung aus erneuerbaren Energien soll verhindert werden, dass sich einzelne Nutzergruppen der Kostentragung entziehen. Die endgültige Ausgestaltung will die Bundesnetzagentur im weiteren Konsultationsprozess klären und rechtzeitig vor dem Außerkrafttreten der StromNEV festlegen.
GModG: BSW-Solar begrüßt Stärkung der Solarthermie
[19.05.2026] Das Bundeskabinett will Solarthermie im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz stärken und den Einsatz von Solarkollektoren beim Heizungstausch erleichtern. Der Bundesverband Solarwirtschaft erwartet dadurch neue Impulse für den Wärmemarkt, kritisiert aber zugleich die geplante Deckelung des CO₂-Preises. mehr...
VKU/BDEW: Stellungnahme zu neuen Gesetzentwürfen
[18.05.2026] Die Bundesregierung vergangenen Mittwoch die Entwürfe für das Gebäudemodernisierungsgesetz und das neue Kraftwerksgesetz beschlossen. Der VKU und BDEW begrüßen die Signale für Wärme- und Versorgungssicherheit, sehen aber große Risiken bei Infrastrukturplanung, Wettbewerb und Investitionsbedingungen. mehr...
Baden-Württemberg: Energiebranche begrüßt Koalitionsvertrag
[07.05.2026] Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg sieht im neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU eine Grundlage für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Der Verband fordert zugleich ein konsequentes Vorgehen der künftigen Landesregierung. mehr...
Netzausbau: Neue Stromleitungen geplant
[04.05.2026] Die Bundesregierung will den Ausbau der Stromnetze beschleunigen und neue Leitungen planen. Ein Gesetzentwurf sieht 45 zusätzliche Projekte vor. Ziel sind mehr Planungssicherheit und geringere Kosten im Energiesystem. mehr...
Energiewende: Kommunen profitieren
[30.04.2026] Viele Städte und Gemeinden erzielen laut einer Umfrage zusätzliche Einnahmen durch erneuerbare Energien. Gleichzeitig bremsen nach Angaben der Kommunen vor allem fehlende Netze und knappe Haushaltsmittel den weiteren Ausbau. mehr...
DStGB: Forderung nach autonomen Bussen
[30.04.2026] Deutschlands Kommunen verlangen deutlich mehr Geld für den Nahverkehr und drängen zugleich auf autonome Busse im ländlichen Raum. Hintergrund sind Rekorddefizite in den Haushalten, drohende Angebotskürzungen im ÖPNV und die Frage, wie Mobilität außerhalb der Ballungszentren künftig gesichert werden kann. mehr...
Politik: Verbände positionieren sich zu aktuellen Gesetzentwürfen
[24.04.2026] Die Gesetzentwürfe zu StromVKG, EEG und Netzpaket stoßen in der Branche auf breite Zustimmung und scharfe Kritik zugleich. Verbände warnen vor Investitionsrisiken und Ausbauhemmnissen, während die Bundesregierung unter Zeitdruck zentrale Weichen stellt. mehr...
Stadtwerke München: Nachbesserungen bei Energiegesetzen
[24.04.2026] Die Stadtwerke München unterstützen die geplanten Reformen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz und beim Netzanschlussverfahren grundsätzlich, warnen jedoch vor schwächeren Investitionsanreizen und einem langsameren Ausbau erneuerbarer Energien, vor allem in Städten. mehr...
Baden-Württemberg: 15-Punkte-Plan für künftige Landesregierung
[21.04.2026] Erneuerbaren-Verbände legen einen 15-Punkte-Plan für den Umbau der Energieversorgung in Baden-Württemberg vor. Der Katalog zielt auf schnelleren Ausbau, mehr Versorgungssicherheit und neue Impulse für Industrie und Verkehr – und setzt die künftige Landesregierung unter Handlungsdruck. mehr...
BDEW: Mix bei Kraftwerksstrategie
[17.04.2026] Der BDEW spricht sich für mehrere Technologien zur Absicherung der Stromversorgung aus. Neben Gaskraftwerken nennt der Verband Batteriespeicher und flexible Stromnachfrage. Hintergrund ist die Debatte über das Ausschreibungsdesign der geplanten Kraftwerksstrategie. mehr...
BEE: Fossile Abhängigkeiten verringern
[14.04.2026] Der Bundesverband Erneuerbare Energie begrüßt die geplanten Entlastungen der Bundesregierung angesichts steigender Energiepreise. Zugleich fordert der Verband schnellere Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien. mehr...
BDEW: Mehr Tempo bei Elektrifizierung
[13.04.2026] Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft begrüßt die Ergebnisse des Koalitionsausschusses zum Ausbau erneuerbarer Energien. Zugleich kritisiert der Verband die ausbleibende Senkung der Stromsteuer. mehr...
Umfrage: Mehrheit empfindet Energie-Abhängigkeit als Bedrohung
[10.04.2026] Eine große Mehrheit der Deutschen sieht die Abhängigkeit von Energieimporten als Bedrohung. Eine aktuelle Umfrage zeigt zugleich klaren Rückhalt für mehr erneuerbare Energien und Speicher – und stellt politische Pläne infrage. mehr...
Saarland: Gasspeicher-Strategie gefordert
[02.04.2026] Das Saarland fordert eine nationale Strategie für Gasspeicher, um sinkenden Füllständen und Marktunsicherheiten zu begegnen. Angesichts geopolitischer Spannungen und steigender Preisrisiken wächst der Druck auf den Bund, rechtzeitig vor der nächsten Heizperiode zu handeln. mehr...
Bundesverband Erneuerbare Energie: Branche legt Maßnahmenpaket vor
[31.03.2026] Die Erneuerbaren-Branche legt ein eigenes Maßnahmenpaket für ein kostengünstiges und resilientes Energiesystem vor. Es reagiert auf umstrittene Gesetzesvorschläge aus dem Bundeswirtschaftsministerium und zielt auf mehr Investitionssicherheit und geringere Systemkosten. mehr...












