Freitag, 8. Mai 2026

Baden-WürttembergPlattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (PEE BW)

[21.04.2026] Erneuerbaren-Verbände legen einen 15-Punkte-Plan für den Umbau der Energieversorgung in Baden-Württemberg vor. Der Katalog zielt auf schnelleren Ausbau, mehr Versorgungssicherheit und neue Impulse für Industrie und Verkehr – und setzt die künftige Landesregierung unter Handlungsdruck.

Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (PEE BW) hat ein Grundsatzpapier zur Energiepolitik für die nächste Legislaturperiode vorgelegt.

(Bildquelle: PEE BW)

Erneuerbaren-Branchenverbände fordern einen beschleunigten Umbau der Energieversorgung in Baden-Württemberg und legen dafür einen konkreten Maßnahmenkatalog vor. Wie die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (PEE BW) mitteilt, haben sie zu Beginn der Koalitionsverhandlungen ein Papier mit 15 Vorschlägen an die Landtagsabgeordneten übergeben.

Im Zentrum steht ein deutlich schnellerer Ausbau von Windenergie und Photovoltaik. Der jährliche Zubau soll dauerhaft deutlich über 4.000 Megawatt liegen. Zugleich verlangen die Verbände, den Ausbau von Erzeugung, Netzen und Speichern enger zu verzahnen, um Abregelungen zu vermeiden, Kosten zu senken und die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Ergänzend schlagen sie große und kleine Hybridkraftwerke vor, die verschiedene erneuerbare Quellen mit Speichern kombinieren und so die Netze entlasten.

Schwerpunkt Wärmewende

Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Wärmewende. Große Wärmepumpen, tiefe Geothermie und der Ausbau von Fernwärmenetzen sollen den Ausstieg aus fossilen Energien beschleunigen und den Bedarf an importiertem Gas und Öl senken. Für öffentliche Gebäude fordern die Verbände verbindlichere Vorgaben bei der Heizungsumstellung, um eine Vorbildfunktion zu schaffen und Quartierslösungen anzustoßen. Industrielle Abwärme und andere Wärmequellen sollen konsequent in Wärmenetze integriert werden.

Auch Biogas spielt eine Rolle. Anlagen sollen flexibler betrieben werden, um Stromspitzen auszugleichen. Zudem plädiert die Plattform dafür, mehr Biogas zu Biomethan aufzubereiten und ins Gasnetz einzuspeisen. Parallel dazu sollen Elektrolyseure und Wasserstoffstrukturen ausgebaut werden, da Baden-Württemberg wegen seiner Lage eigene Lösungen für die Versorgung mit grünen Gasen entwickeln müsse.

Im Verkehrssektor setzen die Verbände auf Elektromobilität und stärkere Sektorenkopplung. Bidirektionales Laden soll Fahrzeuge zu flexiblen Speichern machen und Stromspitzen ausgleichen. Für den Schwerlastverkehr sehen sie batterieelektrische Lkw als Schlüsseltechnologie und warnen vor einem wachsenden Rückstand im internationalen Wettbewerb.

Strukturelle Reformen

Neben technischen Maßnahmen fordern die Verbände auch strukturelle Reformen. Genehmigungsverfahren sollen beschleunigt, Bürokratie abgebaut und Vorgaben bei Umweltprüfungen praxistauglicher gestaltet werden. Der ländliche Raum soll stärker profitieren, da dort ein Großteil der neuen Anlagen entstehen wird und zusätzliche regionale Wertschöpfung möglich ist.

„Baden-Württemberg kann seine wirtschaftliche Stärke nur sichern, wenn Energieversorgung, Industriepolitik und Klimaschutz konsequent zusammen gedacht werden“, sagt PEE-BW-Geschäftsführer Jürgen Scheurer. Ziel sei es, das Land bis 2040 weitgehend unabhängig von fossilen Energieimporten zu machen und zugleich die industrielle Basis zu stärken.





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