Kreis HarburgKonzessionen für Ladepunkte vergeben

Das Kommunalteam des Harburger Modells.
(Bildquelle: Landkreis Harburg)
Der Landkreis Harburg treibt den Ausbau der öffentlichen Lade-Infrastruktur mit einem groß angelegten Konzessionsmodell voran. Wie das Beratungsunternehmen M3E mitteilt, wurden nach einem europaweiten Vergabeverfahren drei Konzessionen für den Bau und Betrieb von rund 200 Standorten mit mehr als 600 Ladepunkten vergeben.
Den Zuschlag erhielten die Unternehmen Vattenfall, Qwello Deutschland und Wirelane. Die ersten Ladesäulen sollen noch 2026 in Betrieb gehen. Bis 2030 soll das gesamte Netz schrittweise entstehen. Das Vorhaben zählt zu den größten kommunalen Lade-Infrastrukturprojekten in Niedersachsen.
M3E begleitet den Landkreis Harburg und neun Partnerkommunen seit 2024 bei Planung und Umsetzung. Dazu gehören die Bedarfsermittlung, die Standortplanung, die Markterkundung, die Ausschreibung sowie das laufende Projektmanagement. Grundlage des Projekts war eine standortgenaue Analyse des künftigen Ladebedarfs. Berücksichtigt wurden bestehende und geplante Gewerbegebiete, Wohngebiete, wichtige Verkehrsachsen sowie das bereits vorhandene Netz mit 142 Standorten und 464 Ladepunkten. Daraus entstand eine priorisierte Liste für den weiteren Ausbau, die sowohl wohnortnahe Ladeangebote als auch Schnellladepunkte entlang wichtiger Verkehrsverbindungen umfasst.
Für die Ausschreibung teilte der Landkreis das Gebiet in drei geografische Lose auf. Wirelane übernimmt die Kommunen Stelle, Elbmarsch und Salzhausen. Vattenfall verantwortet Seevetal, Jesteburg und Hanstedt. Qwello Deutschland baut die Infrastruktur in Rosengarten, Neu Wulmstorf und Hollenstedt auf. Die Losaufteilung sollte Wettbewerb fördern und zugleich wirtschaftlich tragfähige Konzepte für den langfristigen Betrieb sicherstellen.
Eine besondere Herausforderung lag in der Abstimmung der zahlreichen Beteiligten. Neben dem Landkreis sind Städte, Gemeinden und Samtgemeinden mit unterschiedlichen Strukturen und Prioritäten eingebunden. Die Städte Buchholz in der Nordheide und Winsen (Luhe) betreiben über ihre Stadtwerke bereits eigene Lade-Infrastruktur. Auch die Samtgemeinde Tostedt verfolgt einen eigenen Ansatz, der in die Gesamtkonzeption integriert wurde.
Neben organisatorischen Fragen spielte die technische Bewertung der eingereichten Konzepte eine zentrale Rolle. M3E prüfte nach eigenen Angaben, welche Lade-Infrastruktur an den jeweiligen Standorten technisch sinnvoll und wirtschaftlich tragfähig ist. Die Zuschlagskriterien sollten daher nicht allein den günstigsten Anbieter begünstigen, sondern Konzepte mit langfristiger Perspektive.
Mit der Vergabe beginnt nun die Realisierungsphase des sogenannten Harburger Modells. Das Projekt soll einen Beitrag zum Ziel des Landkreises leisten, bis 2040 Klimaneutralität zu erreichen. Nach Einschätzung der Beteiligten kann das Verfahren als Modell für andere Regionen dienen, die den Aufbau einer flächendeckenden öffentlichen Lade-Infrastruktur planen.
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