WiesbadenJahresbericht zeigt Wachstum der E-Mobilität

Ein wichtiger Schritt für den weiteren Ausbau der Elektromobilität in Wiesbaden war der 2023 geschlossene Konzessionsvertrag mit dem Unternehmen ESWE Versorgung.
(Bildquelle: Stadt Wiesbaden. Dezernat V – Dezernat für Bauen und Verkehr)
Wiesbaden treibt den Ausbau der Elektromobilität und der öffentlichen Lade-Infrastruktur deutlich voran. Wie die Landeshauptstadt in ihrem erstmals veröffentlichten Jahresbericht mitteilt, liegt Wiesbaden beim Anteil elektrisch betriebener Pkw bundesweit auf Rang 4 unter 399 Zulassungsbezirken. Bereinigt um große gewerbliche Fahrzeugflotten erreicht die Stadt sogar Platz 2.
Zum 31. Juli 2025 lag der Anteil von E-Pkw am Gesamtbestand in Wiesbaden bei 12 Prozent. Hessenweit betrug der Wert 6,6 Prozent, bundesweit 5,8 Prozent. Nach der bereinigten Statistik steigt der Anteil zum 1. Januar 2026 auf 17,1 Prozent. Auch bei den Neuzulassungen setzt sich der Trend fort: 2025 waren bereits 30,8 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge Elektroautos.
„Wiesbaden gehört beim Ausbau der Elektromobilität zu den Vorreitern in Deutschland – und das nicht zufällig“, erklärt Verkehrsdezernent Andreas Kowol. Die Stadt habe frühzeitig auf klare Ausbauziele und eine aktive Steuerung gesetzt. Ziel sei ein einfaches und bezahlbares Lade-Angebot für die Bevölkerung.
Parallel zum Fahrzeugbestand wächst die Lade-Infrastruktur. Im Stadtgebiet stehen derzeit rund 1.300 öffentlich zugängliche Ladepunkte von mehr als 40 Anbietern zur Verfügung, darunter knapp 200 Schnellladepunkte. Damit belegt Wiesbaden bundesweit Rang 22 bei der absoluten Zahl der Ladepunkte – trotz deutlich geringerer Einwohnerzahl im Vergleich zu Städten wie Hamburg, München oder Frankfurt am Main. Nach Angaben der Stadt verkürzen sich dadurch die Wege zur nächsten Ladesäule, zudem steigt die Verfügbarkeit von Schnellladeangeboten. Laden soll ohne Vertrag oder Registrierung möglich sein. Die Preise beginnen laut Bericht bei 46 Cent pro Kilowattstunde beim AC-Laden.
Ein wichtiger Schritt für den weiteren Ausbau war der 2023 geschlossene Konzessionsvertrag mit dem Unternehmen ESWE Versorgung. Nach einer europaweiten Ausschreibung entstanden bis Ende 2025 bereits knapp 280 neue Ladepunkte in allen Wiesbadener Ortsbezirken. Bis 2030 sollen insgesamt rund 800 zusätzliche öffentliche Ladepunkte hinzukommen. Neben einer flächendeckenden Versorgung aller 26 Ortsbezirke will die Stadt vor allem die Schnelllade-Infrastruktur gezielt ausbauen.
Der Jahresbericht soll künftig jährlich erscheinen und als Grundlage für die weitere Planung dienen. Dafür werten das Tiefbau- und Vermessungsamt sowie das Amt für Statistik und Stadtforschung Daten der Bundesnetzagentur, des Kraftfahrt-Bundesamts und des Verbands der Automobilindustrie aus. Weil in Wiesbaden viele Miet-, Leasing- und Flottenfahrzeuge zugelassen sind, die bundes- oder europaweit genutzt werden, betrachtet die Stadt diese Fahrzeuge im Bericht gesondert.
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