Montag, 12. Oktober 2026

KVGBetriebshof wird auf emissionsfreien Busverkehr umgestellt

[07.09.2026] Der Eigenbetrieb Beteiligungen der Landeshauptstadt Kiel modernisiert den KVG-Betriebshof in der Werftstraße für den weiteren Ausbau des Elektrobusverkehrs. Mit dem Abriss einer alten Wagenhalle entstehen Flächen für zusätzliche Fahrzeuge und Lade-Infrastruktur.

Der Betriebshof der KVG Kieler Verkehrsgesellschaft in der Werftstraße wird schrittweise für einen vollständig emissionsfreien Busverkehr modernisiert. Wie der Eigenbetrieb Beteiligungen der Landeshauptstadt Kiel (EBK) berichtet, beginnt mit dem Rückbau der ehemaligen Wagenhalle ein weiterer Bauabschnitt für den Ausbau der Elektrobusflotte und der zugehörigen Infrastruktur.

Kiel will den öffentlichen Nahverkehr bis 2032 vollständig ohne fossile Brennstoffe betreiben. EBK und KVG verfolgen dieses Ziel seit 2020 gemeinsam. Damals nahm die KVG ihren ersten Elektrobus in Betrieb. Inzwischen fahren 122 der insgesamt 237 Busse elektrisch. Damit hat mehr als die Hälfte der Flotte einen Elektroantrieb. Nach Angaben des EBK legten die Elektrobusse bislang mehr als 20 Millionen Kilometer zurück und sparten über 22.400 Tonnen CO₂ ein.

Der Ausbau der Fahrzeugflotte erfordert zugleich Änderungen an den Betriebshöfen. Elektrobusse benötigen geeignete Abstellflächen, Ladepunkte und angepasste Werkstätten. Bereits im Oktober 2022 nahm der EBK auf dem Betriebshof Werftstraße eine neue Hauptwerkstatt für Elektrobusse in Betrieb. Rund 40 Millionen Euro investierte der Eigenbetrieb bislang in die Infrastruktur.

Nun wird die ehemalige Wagenhalle zurückgebaut. Das Gebäude entstand 1957 als Abstellhalle für die Kieler Straßenbahn und wurde 1984 für den Busbetrieb umgebaut. Eine Sanierung erwies sich laut EBK weder technisch noch wirtschaftlich als sinnvoll. Die Halle entspricht nicht mehr den heutigen statischen und brandschutzrechtlichen Anforderungen und hätte den weiteren Ausbau der Elektromobilität eingeschränkt. Nach Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde erhielt der EBK 2026 eine Ausnahmegenehmigung für den Abbruch.

Der Rückbau soll bis Oktober 2026 abgeschlossen sein und rund 800.000 Euro brutto kosten. Auf der frei werdenden Fläche sollen künftig weitere Elektrobusse abgestellt werden, die nach derzeitiger Planung 2029 in Betrieb gehen. Während der Arbeiten nutzt die KVG bis voraussichtlich April 2027 zusätzlich eine angemietete Fläche auf dem ehemaligen Postareal am Karlstal. Dort können rund 50 Busse abgestellt werden.

Im September 2026 beginnt bereits die nächste Baumaßnahme. Bis Januar 2027 sollen rund um die Wartungshalle die Tanktechnik und die Anlagen für den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen modernisiert werden. Auch die Wasseraufbereitung der Buswaschanlage erhält neue Technik. Ende 2027 soll nach derzeitiger Planung außerdem der Abriss und Neubau des Betriebsdienstgebäudes beginnen.

„Die Verkehrswende gelingt nicht allein mit neuen Fahrzeugen. Sie braucht eine leistungsfähige Infrastruktur“, sagt Kiels Oberbürgermeister Samet Yilmaz (Bündnis 90/Die Grünen). Mit der Modernisierung des Betriebshofs will der EBK die Voraussetzungen schaffen, den Anteil elektrischer Busse weiter zu erhöhen und den Nahverkehr bis 2032 vollständig von fossilen Brennstoffen unabhängig zu machen.



Stichwörter: Elektromobilität, Kiel


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