Hamburgenercity versorgt neuen Stadtteil

Neuer Hamburger Stadtteil Grasbrook in der HafenCity.
(Bildquelle: Martin Elsen)
Die HafenCity Hamburg hat die Dienstleistungskonzession für die Wärme- und Kälteversorgung des neuen Stadtteils Grasbrook an enercity Contracting Nord vergeben. Wie das Unternehmen mitteilt, soll die Wärmeversorgung im Moldauhafenquartier 2031 beginnen. Ab 2035 wird das gewerblich geprägte Hafentorquartier zusätzlich mit leitungsgebundener Kälte versorgt.
Grundlage des Versorgungskonzepts ist das bestehende Wärmenetz von enercity, das bereits die östliche HafenCity und Rothenburgsort überwiegend mit industrieller Abwärme des Kupferproduzenten Aurubis versorgt. Für den Grasbrook wird das Netz um rund 7,3 Kilometer Wärmeleitungen und 1,8 Kilometer Kälteleitungen erweitert. Hinzu kommen neue dezentrale Erzeugungsanlagen, darunter Wärmepumpen zur Nutzung von Umweltwärme aus Luft und gegebenenfalls Abwasser. Biomethan soll zur Deckung von Bedarfsspitzen eingesetzt werden.
Modular aufgebaute Erzeugungsinfrastruktur
Durch die Anbindung an die bestehende Infrastruktur soll der Anteil erneuerbarer Energien und unvermeidbarer Abwärme bereits zum Versorgungsstart mehr als 90 Prozent betragen. Damit übertrifft das Konzept die für 2040 vorgesehene gesetzliche Zielmarke von mindestens 80 Prozent. Bis dahin will enercity den Anteil auf 100 Prozent steigern. Die modular aufgebaute Erzeugungsinfrastruktur soll entsprechend dem tatsächlichen Energiebedarf des wachsenden Stadtteils erweitert werden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der gemeinsamen Planung von Wärme- und Kälteversorgung. Während im Moldauhafenquartier vor allem Heizwärme benötigt wird, entsteht im Hafentorquartier durch die gewerbliche Nutzung ein zusätzlicher Kühlbedarf. Für die Kälteversorgung soll unter anderem überschüssige industrielle Abwärme genutzt werden. Ein vergleichbares Konzept setzt enercity bereits in der benachbarten HafenCity ein, wo eine Absorptionskälteanlage industrielle Abwärme zur Kühlung verwendet.
Treiber für nachhaltiges Stadtwachstum
„Die Wärmewende kann zum Treiber für nachhaltiges Stadtwachstum werden und damit zu einem echten Standortfaktor“, erklärt enercity-Vorstandsvorsitzende Aurélie Alemany. Das Projekt zeige, wie Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit bei der Entwicklung neuer Stadtquartiere verbunden werden könnten.
Auf dem rund 47 Hektar großen ehemaligen Industrie- und Logistikgelände des Grasbrook sollen mindestens 3.000 Wohnungen und rund 16.000 Arbeitsplätze entstehen. Die ersten Bauvorhaben können ab Herbst 2028 beginnen. Mit dem Ausbau des Versorgungsgebiets soll die von enercity contracting in Hamburg versorgte Fläche langfristig um rund eine Million auf insgesamt 2,5 Millionen Quadratmeter wachsen.
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