Hamburger EnergienetzeNeues Verfahren für Großanschlüsse
Die Hamburger Energienetze haben am 2. November 2026 das Projekt Fair Grid gestartet. Wie der Netzbetreiber mitteilt, sollen damit künftig verfügbare Anschlusskapazitäten transparent und diskriminierungsfrei verteilt werden. Anlass sind stark gestiegene Anschlussanfragen für Anlagen mit hohem Leistungsbedarf sowie Verzögerungen beim Ausbau der Netzverknüpfungspunkte durch den Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz.
Leistungsreserven werden jährlich neu ermittelt
Bis zusätzliche Kapazitäten bereitstehen, können in Hamburg keine neuen Anschlüsse mit einer Bezugsleistung von mehr als 1,5 Megavoltampere (MVA) in der Mittel- und Hochspannung vergeben werden. Die verfügbaren Leistungsreserven sollen künftig jährlich neu ermittelt und unter den Antragstellern verteilt werden. In der ersten Vergaberunde stehen nach Angaben des Unternehmens allerdings keine zusätzlichen Kapazitäten für energieintensive Anlagen zur Verfügung.
Bereits zugesagte Anschlüsse bleiben davon unberührt. In den kommenden Jahren sollen Projekte aus Industrie, Wärmeversorgung, Elektromobilität und Rechenzentren mit einer Gesamtleistung von mehr als 400 Megawatt angeschlossen werden. Die derzeitige Höchstlast des Hamburger Verteilnetzes liegt bei rund 1.800 Megawatt. Vorhaben der örtlichen Daseinsvorsorge, etwa Krankenhäuser oder der öffentliche Nahverkehr, werden im neuen Verfahren bevorzugt behandelt.
Schnellerer Ausbau der Netzverknüpfungspunkte
Um die Netzkapazitäten zu erhöhen, drängen die Hamburger Energienetze auf einen schnelleren Ausbau der Netzverknüpfungspunkte durch 50Hertz. Zugleich arbeitet das Unternehmen an technischen Lösungen zur besseren Auslastung bestehender Kapazitäten. Für den Um- und Ausbau der Netze sind in den kommenden fünf Jahren Investitionen von rund drei Milliarden Euro vorgesehen.
„Wir werden jedes Jahr aufs Neue analysieren, wie viel Leistung wir in der Mittel- und Hochspannung vergeben können“, erklärt Geschäftsführer Michael Dammann. Für Unternehmen mit größeren Anschlussvorhaben bietet der Netzbetreiber individuelle Beratungen zu Übergangslösungen und möglichen Realisierungszeitpunkten an.
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