Donnerstag, 22. Oktober 2026

Baden-WürttembergTask Force soll Netzausbau beschleunigen

[22.10.2026] Baden-Württemberg will den Ausbau der Stromverteilnetze deutlich beschleunigen. Eine neue Task Force soll Netzengpässe beseitigen, Anschlussverfahren verkürzen und die Infrastruktur für die Energiewende stärken.

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat eine Task Force zur Beschleunigung des Stromnetzausbaus angekündigt. Wie die Staatskanzlei mitteilt, sollen gemeinsam mit Netzbetreibern und weiteren Beteiligten Maßnahmen entwickelt werden, um zusätzliche Netzkapazitäten zu schaffen und neue Anschlüsse schneller zu ermöglichen. Ziel ist es, die Umsetzung von Netzausbauvorhaben von bislang zehn auf fünf Jahre zu verkürzen.

Hintergrund sind die steigenden Anforderungen an die Strominfrastruktur durch den Ausbau erneuerbarer Energien und die zunehmende Elektrifizierung von Industrie, Wärmeversorgung und Verkehr. In einigen Regionen stoßen die Verteilnetze bereits an ihre Kapazitätsgrenzen. Dadurch können neue Erzeugungsanlagen und größere Stromverbraucher teilweise nicht oder nur eingeschränkt angeschlossen werden.

Stromnetz darf nicht zum Nadelöhr werden

Ministerpräsident Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) betont die wirtschaftliche Bedeutung leistungsfähiger Stromnetze. „Damit das Stromnetz nicht zum Nadelöhr für unseren Wirtschaftsstandort wird und Investitionen ausbremst, handeln wir“, erklärte er. Die Task Force solle alle Handlungsmöglichkeiten auf Landesebene nutzen, um Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen.

Energieministerin Thekla Walker (Bündnis 90/Die Grünen) sieht insbesondere beim Anschluss neuer Wind- und Solaranlagen Handlungsbedarf. Der Ausbau der erneuerbaren Energien komme gut voran. Entscheidend sei nun, dass der erzeugte Strom auch schnell in die Netze eingespeist und genutzt werden könne. Die Task Force solle bestehende Engpässe beheben und neue möglichst verhindern.

Netzbetreiber stoßen an Kapazitätsgrenzen

Unterstützung kommt vom Verband für Energie- und Wasserwirtschaft Baden-Württemberg (VfEW). Dessen Geschäftsführer Torsten Höck verweist auf die Dimension der bestehenden Infrastruktur. Mit mehr als 226.000 Kilometern Stromleitungen sei das Netz im Land mehr als dreimal so lang wie das rund 74.000 Kilometer umfassende Straßennetz.

Allerdings könnten Netzbetreiber in einigen Regionen Anschlussanfragen bereits heute nicht mehr vollständig erfüllen. Neben einer stärkeren Flexibilisierung des Netzbetriebs seien deshalb ein beschleunigter Netzausbau und geeignete regulatorische Rahmenbedingungen erforderlich. Die Task Force soll nach Angaben der Landesregierung dazu beitragen, entsprechende Lösungen zu erarbeiten und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Behörden zu verbessern.





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