Freitag, 23. Oktober 2026

KonstanzErneuerung von Hochspannungsleitung

[08.09.2026] Die Stadtwerke Konstanz haben eine grenzüberschreitende 110-Kilovolt-Leitung aus der Schweiz erneuert. Das Projekt ist Teil eines umfassenden Netzausbaus, mit dem sich der Versorger auf einen bis zu dreimal höheren Leistungsbedarf vorbereitet. In den kommenden Jahren sollen dafür mehr als 150 Millionen Euro investiert werden.

Mittels einer Seilwinde wird das Kabel mechanisch durch die Erde gezogen.

(Bildquelle: Stadtwerke Konstanz)

Die Stadtwerke Konstanz haben eine wichtige Hochspannungsleitung zwischen der Schweiz und Konstanz erneuert. Die rund 1,6 Kilometer lange 110-Kilovolt-Leitung führt von einem Umspannwerk im schweizerischen Tägerwilen über den Seerhein bis zum neuen Umspannwerk Weiherhof auf dem Gelände der Stadtwerke.

Die Arbeiten erfolgten in drei Abschnitten. Zunächst wurde die Leitung auf Schweizer Gebiet verlegt, anschließend bis zur Schänzlebrücke und schließlich durch die Brücke auf die andere Rheinseite geführt. Dabei wurde das Kabel mithilfe einer Seilwinde durch die vorbereitete Trasse gezogen. Eine Stahlummantelung schützte es während der Arbeiten vor Beschädigungen.

Die Verbindung ist nach Angaben der Stadtwerke ein wesentlicher Bestandteil des Konstanzer Stromnetzes. „110-Kilovolt-Leitungen sind das Rückgrat der Stromversorgung“, erklärt Michael Müller, Geschäftsbereichsleiter Energienetze bei den Stadtwerken. Über die Hochspannungsebene gelangt die elektrische Energie zum Umspannwerk Weiherhof und wird von dort über das lokale Verteilnetz weiterverteilt.

Leistungsbedarf könnte sich verdreifachen

Der Ausbau des Netzes gewinnt mit der Elektrifizierung von Wärme und Verkehr sowie dem Zubau erneuerbarer Energien an Bedeutung. Nach Berechnungen der Stadtwerke könnte der Gesamtleistungsbedarf in Konstanz je nach Entwicklung bis 2035 beziehungsweise 2045 auf rund 150 Megawatt steigen und sich damit gegenüber heute nahezu verdreifachen. Treiber sind unter anderem Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen, Elektrofahrzeuge und Wärmenetze.

Allein im laufenden Jahr investieren die Stadtwerke nach eigenen Angaben 21 Millionen Euro in die Netzinfrastruktur. Für die kommenden Jahre sind insgesamt mehr als 150 Millionen Euro vorgesehen.

Grundlage des Ausbaus ist eine Zielnetzplanung. Sie sieht unter anderem ein zusätzliches Umspannwerk im Bereich Wollmatingen vor, das künftig das Neubaugebiet Hafner und die Konstanzer Vororte versorgen soll. Zudem sollen die Transformatoren in den bestehenden Umspannwerken leistungsfähiger werden und die Netze in Richtung der Vororte verstärkt werden.

Handlungsbedarf besteht auch im Niederspannungsnetz. Dort müssen künftig sowohl höhere Verbräuche als auch wachsende dezentrale Einspeisemengen aufgenommen werden. In den kommenden 20 Jahren wollen die Stadtwerke deshalb schrittweise Transformatoren in den Ortsnetzstationen erneuern und deren Leistung erhöhen. Der Netzausbau soll damit sowohl die kommunale Klimaschutzstrategie unterstützen als auch die Versorgungssicherheit gewährleisten.





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