Freitag, 23. Oktober 2026

Sachsen-AnhaltEnergiebranche mahnt Kontinuität an

[08.09.2026] Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt warnen Verbände und Unternehmen vor einem Bruch in der Energiepolitik. BEE, BWE und LichtBlick verweisen auf die wirtschaftliche Bedeutung der erneuerbaren Energien und fordern verlässliche Rahmenbedingungen für weitere Investitionen.

Die Windenergie ist eine tragende Säule der Stromversorgung und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für das Land Sachsen-Anhalt.

(Bildquelle: VSB)

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die Erneuerbare-Energien-Branche vor möglichen Rückschritten bei der Energiewende gewarnt. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), der Bundesverband WindEnergie (BWE) und das Energieunternehmen LichtBlick betonen insbesondere die Bedeutung der erneuerbaren Energien für Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung und Versorgungssicherheit.

Die AfD ist als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgegangen. BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser sieht insbesondere eine mögliche Regierungsbeteiligung der Partei kritisch. Diese würde nach Einschätzung des Verbands „den weiteren Erfolg der Energiewende massiv gefährden“. Die Erneuerbaren sicherten in Sachsen-Anhalt bereits rund 26.000 Arbeitsplätze und sorgten für eine regionale Wertschöpfung von mehr als 170 Millionen Euro. Wer den Wirtschaftszweig ausbremse, erschwere Investitionen und gefährde Arbeitsplätze und Wohlstand, erklärte Heinen-Esser.

Windenergie als Wirtschaftsfaktor

Auch der Bundesverband WindEnergie warnt vor einem Bruch in der Energiepolitik. Sachsen-Anhalt gehört nach Angaben des Verbands zu den führenden Windenergiestandorten Deutschlands. Mehr als 5,7 Gigawatt Windenergieleistung seien bereits installiert, weitere rund 2,3 Gigawatt befänden sich mit Blick auf das Jahr 2028 in Planung. Landesweit seien mehr als 11.000 Menschen in der Branche beschäftigt.

BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek bezeichnet die Windenergie als tragende Säule der Stromversorgung und wichtigen Wirtschaftsfaktor für das Land. Ihr Ausbau stärke zudem die finanzielle Handlungsfähigkeit der Standortkommunen. Der Ausbau müsse deshalb auf Grundlage des bundesgesetzlichen Rahmens fortgesetzt werden. Nötig seien verlässliche Rahmenbedingungen, schnelle Genehmigungen und Investitionen in die Infrastruktur.

Das Energieunternehmen LichtBlick hebt ebenfalls die wirtschaftspolitische Dimension der Energiewende hervor. Wahlergebnisse veränderten zwar die Zusammensetzung von Parlamenten, nicht jedoch die grundlegenden Herausforderungen, erklärte CEO Marc Wallraff. Für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort seien verlässliche Investitionsbedingungen und eine konsequente Energiewende erforderlich. Erneuerbare Energien stärkten die Versorgungssicherheit, reduzierten die Abhängigkeit von fossilen Importen und schafften Wachstum.

Neben energie- und wirtschaftspolitischen Aspekten verwies Wallraff auf die Bedeutung einer starken Demokratie und betonte, LichtBlick stehe für Klimaschutz, Energiewende, Vielfalt und Demokratie.





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