Freitag, 9. Oktober 2026

NaturstromWeniger Negativpreise

[07.07.2026] An der Strombörse gab es im ersten Halbjahr 2026 deutlich weniger Stunden mit negativen Preisen als im Vorjahr. Eine Analyse zeigt, warum die Preise trotz der globalen Energiekrise insgesamt stabil blieben und welche Rolle erneuerbare Energien und Flexibilität dabei spielen.

Dynamische Stromtarife ermöglichen es Haushalten, ihren Verbrauch an Börsenpreise anzupassen.

(Bildquelle: naturstrom AG)

Die Zahl der Stunden mit negativen Strombörsenpreisen ist im ersten Halbjahr 2026 deutlich zurückgegangen, während sich der durchschnittliche Börsenstrompreis nur leicht erhöhte. Wie der Energieversorger Naturstrom auf Basis von Daten der Bundesnetzagentur berichtet, blieb eine Strompreiskrise wie im Jahr 2022 trotz des Irankriegs und der Schließung der Straße von Hormus aus.

Zwischen Januar und Juni lag der Day-Ahead-Börsenstrompreis in 291 Stunden unter null und damit rund 25 Prozent seltener als im Vorjahreszeitraum mit 389 Stunden. Gleichzeitig stieg die Zahl der Stunden mit Preisen über 15 Cent pro Kilowattstunde leicht von 420 auf 464. Der durchschnittliche Börsenstrompreis erhöhte sich von 9,07 auf 9,87 Cent pro Kilowattstunde.

Als wesentlichen Grund für die vergleichsweise stabile Marktentwicklung nennt Naturstrom den gestiegenen Anteil erneuerbarer Energien (wir berichteten). Nach Angaben des Unternehmens deckten Windkraft, Photovoltaik und andere erneuerbare Quellen im ersten Halbjahr 2026 rund 58,5 Prozent der Stromlast. Im Krisenjahr 2022 hatte dieser Anteil noch bei 49,3 Prozent gelegen. Die Werte stammen aus den Energy-Charts des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE.

„Dass es trotz des Irankriegs und der Schließung der Straße von Hormus keinen erneuten Preisschock an der Strombörse wie noch 2022 gab, kann auch auf den Ausbau der Erneuerbaren zurückgeführt werden“, erklärt Oliver Hummel, Vorstandsvorsitzender von Naturstrom. Um Preisstabilität, Versorgungssicherheit und Klimaschutz langfristig zu stärken, sei ein weiterer ambitionierter Ausbau von Windenergie und Photovoltaik erforderlich.

Die Analyse zeigt zugleich, dass die Preisspanne an der Strombörse weiter wächst. Am 1. Mai 2026 fiel der Börsenstrompreis erstmals seit 2023 auf den Mindestwert von minus 49,99 Cent pro Kilowattstunde. Am Abend des 24. Juni erreichte er für eine Viertelstunde mit 66,50 Cent pro Kilowattstunde den bisherigen Jahreshöchstwert.

Nach Einschätzung von Naturstrom gewinnen deshalb Flexibilitätsoptionen weiter an Bedeutung. Dynamische Stromtarife ermöglichen es Haushalten, ihren Verbrauch an Börsenpreise anzupassen und günstige Zeiten mit hoher Einspeisung aus erneuerbaren Energien gezielt zu nutzen. Lastverschiebungen sowie der weitere Ausbau von Großspeichern könnten künftig dazu beitragen, starke Preisschwankungen an der Strombörse zu verringern.

Für die Untersuchung wertete Naturstrom Day-Ahead-Preise aus dem SMARD-Portal der Bundesnetzagentur sowie Daten des europäischen Übertragungsnetzbetreiberverbands ENTSO-E aus. Um die Ergebnisse mit dem Vorjahreszeitraum vergleichen zu können, basiert die Auswertung auf Stundenwerten, obwohl der Strommarkt seit Oktober 2025 auf Viertelstundenintervalle umgestellt wurde.





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