NaturstromWeniger Negativpreise

Dynamische Stromtarife ermöglichen es Haushalten, ihren Verbrauch an Börsenpreise anzupassen.
(Bildquelle: naturstrom AG)
Die Zahl der Stunden mit negativen Strombörsenpreisen ist im ersten Halbjahr 2026 deutlich zurückgegangen, während sich der durchschnittliche Börsenstrompreis nur leicht erhöhte. Wie der Energieversorger Naturstrom auf Basis von Daten der Bundesnetzagentur berichtet, blieb eine Strompreiskrise wie im Jahr 2022 trotz des Irankriegs und der Schließung der Straße von Hormus aus.
Zwischen Januar und Juni lag der Day-Ahead-Börsenstrompreis in 291 Stunden unter null und damit rund 25 Prozent seltener als im Vorjahreszeitraum mit 389 Stunden. Gleichzeitig stieg die Zahl der Stunden mit Preisen über 15 Cent pro Kilowattstunde leicht von 420 auf 464. Der durchschnittliche Börsenstrompreis erhöhte sich von 9,07 auf 9,87 Cent pro Kilowattstunde.
Als wesentlichen Grund für die vergleichsweise stabile Marktentwicklung nennt Naturstrom den gestiegenen Anteil erneuerbarer Energien (wir berichteten). Nach Angaben des Unternehmens deckten Windkraft, Photovoltaik und andere erneuerbare Quellen im ersten Halbjahr 2026 rund 58,5 Prozent der Stromlast. Im Krisenjahr 2022 hatte dieser Anteil noch bei 49,3 Prozent gelegen. Die Werte stammen aus den Energy-Charts des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE.
„Dass es trotz des Irankriegs und der Schließung der Straße von Hormus keinen erneuten Preisschock an der Strombörse wie noch 2022 gab, kann auch auf den Ausbau der Erneuerbaren zurückgeführt werden“, erklärt Oliver Hummel, Vorstandsvorsitzender von Naturstrom. Um Preisstabilität, Versorgungssicherheit und Klimaschutz langfristig zu stärken, sei ein weiterer ambitionierter Ausbau von Windenergie und Photovoltaik erforderlich.
Die Analyse zeigt zugleich, dass die Preisspanne an der Strombörse weiter wächst. Am 1. Mai 2026 fiel der Börsenstrompreis erstmals seit 2023 auf den Mindestwert von minus 49,99 Cent pro Kilowattstunde. Am Abend des 24. Juni erreichte er für eine Viertelstunde mit 66,50 Cent pro Kilowattstunde den bisherigen Jahreshöchstwert.
Nach Einschätzung von Naturstrom gewinnen deshalb Flexibilitätsoptionen weiter an Bedeutung. Dynamische Stromtarife ermöglichen es Haushalten, ihren Verbrauch an Börsenpreise anzupassen und günstige Zeiten mit hoher Einspeisung aus erneuerbaren Energien gezielt zu nutzen. Lastverschiebungen sowie der weitere Ausbau von Großspeichern könnten künftig dazu beitragen, starke Preisschwankungen an der Strombörse zu verringern.
Für die Untersuchung wertete Naturstrom Day-Ahead-Preise aus dem SMARD-Portal der Bundesnetzagentur sowie Daten des europäischen Übertragungsnetzbetreiberverbands ENTSO-E aus. Um die Ergebnisse mit dem Vorjahreszeitraum vergleichen zu können, basiert die Auswertung auf Stundenwerten, obwohl der Strommarkt seit Oktober 2025 auf Viertelstundenintervalle umgestellt wurde.
TenneT: Bund steigt ein
[06.07.2026] Der Bund hat seine Beteiligung am Stromübertragungsnetzbetreiber TenneT Germany abgeschlossen. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hält der Staat nun 25,1 Prozent der Anteile. Nach Angaben der Bundesregierung soll damit der Ausbau des Stromübertragungsnetzes unterstützt werden. mehr...
BDEW/ZSW: BDEW/ZSW
[02.07.2026] Erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordanteil an der Stromversorgung in Deutschland erreicht. Vorläufigen Berechnungen von ZSW und BDEW zufolge stammten 58 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. mehr...
Städtetag / VKU: Verlässliche Regeln für die Wärmeplanung
[01.07.2026] Zum Stichtag für die Veröffentlichung kommunaler Wärmepläne fordern der Deutsche Städtetag und der Verband kommunaler Unternehmen ein umfassendes Wärmepaket der Bundesregierung. Nach Angaben beider Verbände sorgen geplante Änderungen am Gebäudemodernisierungsgesetz für Unsicherheit bei Kommunen und Stadtwerken. mehr...
Energieeffizienzgesetz: Stellungnahmen zur Gesetzesnovelle
[26.06.2026] Die Bundesregierung hat die Novelle des Energieeffizienzgesetzes beschlossen und mehrere Vorgaben für Unternehmen und Rechenzentren angepasst. Verbände aus Digitalwirtschaft und Energiewirtschaft begrüßen den Abbau von Bürokratie, sehen aber weiterhin Nachbesserungsbedarf bei einzelnen Regelungen. mehr...
Netzausbau: Bündnis fordert Freileitungsvorrang
[17.06.2026] Ein Bündnis aus Netzbetreibern, Verbänden und Wirtschaftsorganisationen fordert einen konsequenten Freileitungsvorrang beim Ausbau neuer Gleichstromtrassen. Die Akteure warnen, dass Ausnahmen im Bundesbedarfsplangesetz den Netzausbau verteuern und verzögern könnten. mehr...
Hessen: Finanzielle Beteiligung soll Pflicht werden
[15.06.2026] Hessen will Kommunen künftig verpflichtend an den Erträgen von Wind- und Solaranlagen beteiligen. Das neue Gesetz soll die Akzeptanz der Energiewende vor Ort erhöhen und den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. mehr...
BDEW Kongress 2026: Branche fordert Planungssicherheit
[11.06.2026] Die Energiebranche fordert von der Bundesregierung zügige Entscheidungen bei zentralen energiepolitischen Vorhaben. Beim BDEW Kongress 2026 warnten Verbandsvertreter vor Verzögerungen bei wichtigen Gesetzen und forderten mehr Planungssicherheit für Investitionen. mehr...
BDEW Kongress 2026: Verband drängt auf schnelle Beschlüsse
[11.06.2026] Der BDEW fordert von der Bundesregierung ein abgestimmtes Energiepaket für 2026. Nach Ansicht des Verbands müssen mehrere zentrale Gesetzesvorhaben zügig beschlossen werden, um Investitionen in die Energieinfrastruktur abzusichern. mehr...
BDEW Kongress 2026: Reiche wirbt für Energiekonsens
[11.06.2026] Auf dem BDEW Kongress setzte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ein Zeichen. Um Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit gleichermaßen zu gewährleisten, sei ein Energiekonsens zwischen Politik, Energiewirtschaft und Gesellschaft notwendig. Die Energiewende könne nur gelingen, wenn politische Ziele und energiewirtschaftliche Realität zusammengeführt würden. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Bürgerenergiegesetz überarbeitet
[11.06.2026] Nordrhein-Westfalen hat das Bürgerenergiegesetz für Windenergieprojekte überarbeitet und das Beteiligungsverfahren vereinfacht. Kommunen erhalten in bestimmten Fällen mehr Geld, während neue Regeln die Umsetzung von Projekten erleichtern. mehr...
Energy Sharing: Solarstrom teilen
[03.06.2026] Seit diesem Monat können die Bürger selbst erzeugten Solarstrom untereinander teilen. Das sogenannte Energy Sharing soll für beide Seiten Vorteile bringen. Doch es gibt noch Hürden für die Stromgemeinschaften. mehr...
BDEW/EY: Fortschritte bei der Energiewende
[02.06.2026] Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung sind in Deutschland 2025 weiter vorangekommen. Das geht aus dem aktuellen Fortschrittsmonitor Energiewende von BDEW und EY hervor. Gleichzeitig sehen die Herausgeber erheblichen Handlungsbedarf, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. mehr...
EEG-Novelle: Bayern und Baden-Württemberg fordern Änderungen
[02.06.2026] Baden-Württemberg und Bayern fordern im Bundesrat Änderungen an der geplanten EEG-Novelle, um den Ausbau der Windenergie an Land zu beschleunigen. Die Länder wollen mehr Ausschreibungsvolumen und bessere Bedingungen für Projekte im Süden, um Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit zu stärken. mehr...
Energieministerkonferenz: Geschlossenes Signal für die Energiewende
[27.05.2026] Die Energieministerkonferenz auf Norderney hat sich geschlossen für den weiteren Ausbau der Energiewende ausgesprochen und zugleich neue Maßnahmen für Versorgungssicherheit, Netzausbau und Kraftwerksplanung beschlossen. mehr...















