BDEW Kongress 2026Verband drängt auf schnelle Beschlüsse

Kerstin Andreae: „Die Unternehmen stehen in den Startlöchern und warten auf die gesetzliche Grundlage.“
(Bildquelle: BDEW/Thomas Ecke)
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat anlässlich des BDEW Kongresses 2026 ein gemeinsames Energiepaket der Bundesregierung gefordert. Wie die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae, erklärte, sei bei mehreren energiepolitischen Vorhaben weiterhin keine Einigung erzielt worden. Nach Angaben des Verbands investiert die Energiewirtschaft seit Jahren in Strom- und Gasnetze, Anlagen für erneuerbare Energien, Speicher, Kraftwerke und Flexibilitätslösungen. Damit diese Investitionen fortgesetzt werden könnten, brauche es verlässliche politische Rahmenbedingungen.
Handlungsbedarf bei mehreren Gesetzen
Andreae verwies auf mehrere Gesetzesvorhaben, bei denen aus Sicht des BDEW Handlungsbedarf besteht. Dazu zählen das Stromversorgungskapazitätssicherungsgesetz (StromVKG), das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das Netzpaket sowie das Gebäudemodernisierungsgesetz. „Die Unternehmen stehen in den Startlöchern und warten auf die gesetzliche Grundlage“, sagte sie mit Blick auf die geplanten Ausschreibungen für steuerbare Kraftwerksleistung.
Der Verband fordert, dass das StromVKG, das Gebäudemodernisierungsgesetz sowie das sogenannte Gaspaket noch vor der Sommerpause verabschiedet werden. Weitere Vorhaben wie die EEG-Novelle, das Netzpaket, Änderungen am Baugesetzbuch (BauGB), die Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) sowie die Reform des Ausschreibungsregimes für Offshore-Windkraft sollten nach Auffassung des BDEW spätestens im Herbst abgeschlossen werden.
Offene Fragen bei Netzanschlüssen
Andreae verwies zudem auf offene Fragen beim Umgang mit Netzanschlüssen in Gebieten mit begrenzten Netzkapazitäten. Hier müsse die Bundesregierung zeitnah eine gemeinsame Lösung finden. Auch beim Gebäudemodernisierungsgesetz bestehe nach Ansicht des Verbands weiterer Klärungsbedarf, unter anderem bei der geplanten Grüngasquote. Als wichtige Bausteine der Energiewende nannte Andreae H2-ready-Gaskraftwerke, Batteriespeicher, den Ausbau der Windenergie auf See und an Land, einen schnelleren Netzausbau sowie klare Vorgaben für die Wärmewende. „Die Transformation schreitet voran, sie muss regulatorisch geklärt sein“, sagte sie.
Energiepolitik darf nicht Verhandlungsmasse werden
Zugleich sprach sich der Verband dafür aus, energiepolitische Entscheidungen unabhängig von anderen politischen Vorhaben zu behandeln. Das von der Bundesregierung angekündigte Reformpaket sei notwendig. „Die Energiepolitik darf hier nicht Verhandlungsmasse werden, das Energiepaket muss für sich stehen“, erklärte Andreae. Energiepolitische Entscheidungen müssten sich an den Anforderungen des Energiesystems und an Effizienzgesichtspunkten orientieren.
BDEW Kongress 2026: Branche fordert Planungssicherheit
[11.06.2026] Die Energiebranche fordert von der Bundesregierung zügige Entscheidungen bei zentralen energiepolitischen Vorhaben. Beim BDEW-Kongress 2026 warnten Verbandsvertreter vor Verzögerungen bei wichtigen Gesetzen und forderten mehr Planungssicherheit für Investitionen. mehr...
BDEW Kongress 2026: Reiche wirbt für Energiekonsens
[11.06.2026] Auf dem BDEW Kongress setzte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ein Zeichen. Um Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit gleichermaßen zu gewährleisten, sei ein Energiekonsens zwischen Politik, Energiewirtschaft und Gesellschaft notwendig. Die Energiewende könne nur gelingen, wenn politische Ziele und energiewirtschaftliche Realität zusammengeführt würden. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Bürgerenergiegesetz überarbeitet
[11.06.2026] Nordrhein-Westfalen hat das Bürgerenergiegesetz für Windenergieprojekte überarbeitet und das Beteiligungsverfahren vereinfacht. Kommunen erhalten in bestimmten Fällen mehr Geld, während neue Regeln die Umsetzung von Projekten erleichtern. mehr...
Energy Sharing: Solarstrom teilen
[03.06.2026] Seit diesem Monat können die Bürger selbst erzeugten Solarstrom untereinander teilen. Das sogenannte Energy Sharing soll für beide Seiten Vorteile bringen. Doch es gibt noch Hürden für die Stromgemeinschaften. mehr...
BDEW/EY: Fortschritte bei der Energiewende
[02.06.2026] Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung sind in Deutschland 2025 weiter vorangekommen. Das geht aus dem aktuellen Fortschrittsmonitor Energiewende von BDEW und EY hervor. Gleichzeitig sehen die Herausgeber erheblichen Handlungsbedarf, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. mehr...
EEG-Novelle: Bayern und Baden-Württemberg fordern Änderungen
[02.06.2026] Baden-Württemberg und Bayern fordern im Bundesrat Änderungen an der geplanten EEG-Novelle, um den Ausbau der Windenergie an Land zu beschleunigen. Die Länder wollen mehr Ausschreibungsvolumen und bessere Bedingungen für Projekte im Süden, um Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit zu stärken. mehr...
Energieministerkonferenz: Geschlossenes Signal für die Energiewende
[27.05.2026] Die Energieministerkonferenz auf Norderney hat sich geschlossen für den weiteren Ausbau der Energiewende ausgesprochen und zugleich neue Maßnahmen für Versorgungssicherheit, Netzausbau und Kraftwerksplanung beschlossen. mehr...
GModG: BSW-Solar begrüßt Stärkung der Solarthermie
[19.05.2026] Das Bundeskabinett will Solarthermie im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz stärken und den Einsatz von Solarkollektoren beim Heizungstausch erleichtern. Der Bundesverband Solarwirtschaft erwartet dadurch neue Impulse für den Wärmemarkt, kritisiert aber zugleich die geplante Deckelung des CO₂-Preises. mehr...
VKU/BDEW: Stellungnahme zu neuen Gesetzentwürfen
[18.05.2026] Die Bundesregierung vergangenen Mittwoch die Entwürfe für das Gebäudemodernisierungsgesetz und das neue Kraftwerksgesetz beschlossen. Der VKU und BDEW begrüßen die Signale für Wärme- und Versorgungssicherheit, sehen aber große Risiken bei Infrastrukturplanung, Wettbewerb und Investitionsbedingungen. mehr...
Baden-Württemberg: Energiebranche begrüßt Koalitionsvertrag
[07.05.2026] Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg sieht im neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU eine Grundlage für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Der Verband fordert zugleich ein konsequentes Vorgehen der künftigen Landesregierung. mehr...
Netzausbau: Neue Stromleitungen geplant
[04.05.2026] Die Bundesregierung will den Ausbau der Stromnetze beschleunigen und neue Leitungen planen. Ein Gesetzentwurf sieht 45 zusätzliche Projekte vor. Ziel sind mehr Planungssicherheit und geringere Kosten im Energiesystem. mehr...
Energiewende: Kommunen profitieren
[30.04.2026] Viele Städte und Gemeinden erzielen laut einer Umfrage zusätzliche Einnahmen durch erneuerbare Energien. Gleichzeitig bremsen nach Angaben der Kommunen vor allem fehlende Netze und knappe Haushaltsmittel den weiteren Ausbau. mehr...
DStGB: Forderung nach autonomen Bussen
[30.04.2026] Deutschlands Kommunen verlangen deutlich mehr Geld für den Nahverkehr und drängen zugleich auf autonome Busse im ländlichen Raum. Hintergrund sind Rekorddefizite in den Haushalten, drohende Angebotskürzungen im ÖPNV und die Frage, wie Mobilität außerhalb der Ballungszentren künftig gesichert werden kann. mehr...
Politik: Verbände positionieren sich zu aktuellen Gesetzentwürfen
[24.04.2026] Die Gesetzentwürfe zu StromVKG, EEG und Netzpaket stoßen in der Branche auf breite Zustimmung und scharfe Kritik zugleich. Verbände warnen vor Investitionsrisiken und Ausbauhemmnissen, während die Bundesregierung unter Zeitdruck zentrale Weichen stellt. mehr...














