Civitas ConnectOffene digitale Basisinfrastrukturen

Die Unterzeichner des offenen Briefs fordern, digitale Souveränität und Wirtschaftlichkeit künftig stärker über gemeinsame Dateninfrastrukturen zu denken.
(Bildquelle: 123rf.com)
Der Verein Civitas Connect hat gemeinsam mit ersten Kommunen, öffentlichen Unternehmen und IT-Dienstleistern einen offenen Brief zur Stärkung digitaler Basisinfrastrukturen im öffentlichen Sektor veröffentlicht. Die Initiative richtet sich an die Bundesregierung, die Länder, den IT-Planungsrat sowie die zuständigen Digitalministerien. Nach Angaben des Vereins soll die bestehende Open-Source-Datenplattform CIVITAS/CORE konsequent in die entstehenden föderalen Digitalstrukturen eingebunden werden.
Gemeinsame Dateninfrastrukturen
Die Unterzeichnenden fordern, digitale Souveränität und Wirtschaftlichkeit künftig stärker über gemeinsame Dateninfrastrukturen zu denken. Der Erfolg der Digitalisierung im öffentlichen Sektor entscheide sich nicht allein an Fachverfahren oder einzelnen Anwendungen, sondern vor allem an den zugrunde liegenden Basisinfrastrukturen. Der offene Brief greift dabei Entwicklungen wie den Deutschland-Stack, die Registermodernisierung, das Nationale Once-Only-Technical-System (NOOTS) sowie Beschlüsse der Digitalministerkonferenz auf.
Nach Angaben von Civitas Connect werden Daten in vielen Digitalisierungsprojekten mehrfach integriert, Schnittstellen individuell entwickelt und Datenmodelle projektbezogen aufgebaut. Das verursache hohe Integrationskosten, verlängere Projektlaufzeiten und erschwere die Nachnutzung öffentlicher Investitionen. Zudem entstünden Abhängigkeiten von proprietären Plattformen und einzelnen Anbietern.
Daten- und Integrationsplattform CIVITAS/CORE
Als bestehende Lösung verweisen die Unterzeichnenden auf die Daten- und Integrationsplattform CIVITAS/CORE. Sie sei aus der kommunalen Praxis entwickelt worden, ermögliche interoperable Datenarchitekturen, unterstütze Datenschutz und Sicherheit und werde unter Steuerungs- und Entscheidungshoheit der öffentlichen Hand gemeinschaftlich weiterentwickelt.
Der offene Brief regt an, CIVITAS/CORE als digitale Basisinfrastruktur für den öffentlichen Sektor zu berücksichtigen, die Plattform im Deutschland-Stack als Baustein einer gemeinsamen Dateninfrastruktur einzuordnen und sie als Referenz für interoperable Datenplattformen zu nutzen.
Unterzeichnung bis Ende September möglich
Kommunen, Landkreise, öffentliche Unternehmen, IT-Dienstleister sowie weitere Organisationen können die Erklärung bis Ende September unterzeichnen. Danach sollen die gesammelten Erklärungen an den IT-Planungsrat, das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung sowie weitere Gremien und Organisationen übermittelt werden. Ziel sei es, die gemeinsamen Positionen in den politischen und fachlichen Diskurs einzubringen und die Weiterentwicklung digitaler Basisinfrastrukturen zu begleiten.
„Digitale Souveränität entsteht nicht allein durch Open Source oder einzelne Anwendungen. Entscheidend sind offene, dauerhaft tragfähige Dateninfrastrukturen, die gemeinsam von der öffentlichen Hand gestaltet werden. Genau dafür möchten wir mit dieser Initiative ein deutliches Signal setzen“, sagt Ralf Leufkes, Geschäftsführer von Civitas Connect.
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