Dienstag, 18. August 2026

cortilitySAP-Umstellung bleibt eine Herausforderungcortility

[17.07.2026] Mit dem Ende des Supports für SAP R/3 Ende 2027 wächst der Zeitdruck für Energieversorger. Nach Einschätzung des IT-Dienstleisters cortility werden jedoch zahlreiche Unternehmen den Termin nicht einhalten können.

Noch 17 Monate bleiben bis zum Ende der Wartung von SAP R/3 am 31. Dezember 2027. Bis dahin sollten Unternehmen, die das System nutzen, auf SAP S/4HANA umgestellt haben, da SAP den Support für das Vorgängersystem einstellt. Nach Einschätzung des Ettlinger IT-Dienstleisters cortility verläuft die Umstellung in der Energiewirtschaft jedoch sehr unterschiedlich. Während einige Versorger bereits weit fortgeschritten seien, stünden andere noch am Anfang oder befänden sich in der Entscheidungs- beziehungsweise Ausschreibungsphase.

Zieltermin nicht zu halten

„Viele Unternehmen werden den Zieltermin 31. Dezember 2027 nicht halten können“, sagt Holger Geiger, Geschäftsführer von cortility. Das Unternehmen gehe davon aus, dass sich die Umstellung bis 2030 hinziehen werde. Dies gelte sowohl für Unternehmen, die im SAP-Umfeld bleiben, als auch für solche, die auf andere Lösungen wechseln.

Nach Angaben von cortility suchen bereits viele Unternehmen nach Möglichkeiten, ihre bestehenden SAP-R/3-Systeme über das Jahr 2027 hinaus betreuen zu lassen. Das stelle auch die IT-Dienstleister vor Herausforderungen, da viele ihre Ressourcen bereits auf Beratungsleistungen und die Entwicklung von Anwendungen für SAP S/4HANA ausgerichtet hätten.

Kleinere Stadtwerke entscheiden sich gegen SAP

Cortility rechnet zudem mit einer Veränderung der Kundenstruktur. Vor allem kleinere Stadtwerke würden sich zunehmend gegen eine eigene SAP-Systemlandschaft und für alternative Lösungen entscheiden. Unternehmen, die bei SAP bleiben, setzten laut Geiger entweder auf Plattform- oder Template-Lösungen oder auf eine On-Premise-Lösung.

Nach Angaben des Unternehmens wächst gleichzeitig die Bedeutung von Zusatzanwendungen für SAP. cortility entwickelt unter anderem Lösungen für elektronische Kontoauszüge, dynamische Tarife, Netzentgelte in der Endkundenabrechnung von Lieferanten, Marktkommunikation, E-Rechnungen sowie das Reporting von Strom- und Energiesteuer an das Hauptzollamt. Dabei werde fortlaufend geprüft, welche Funktionen aus dem bisherigen System übernommen und welche neu entwickelt werden sollten.

Mammutprojekte neben dem Tagesgeschäft

Auch nach der SAP-Transformation bleibe die Energiewirtschaft durch regulatorische Vorgaben gefordert. Nach Angaben von cortility kommen fortlaufend Formatwechsel der Bundesnetzagentur und Anpassungen der Marktkommunikation hinzu. Erst nach dem Wechsel auf SAP S/4HANA könnten Unternehmen von einer standardisierten Marktkommunikations-Cloud profitieren. „Formatwechsel und Transformation sind Mammutprojekte, und zwar neben dem normalen Tagesgeschäft. Von daher sehen wir in den nächsten Jahren einen Investitionsstau im IT-Bereich der Energiewirtschaft“, sagt Geiger.





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