Mitnetz StromAnschluss von Rechenzentrum

Die Nachfrage nach Netz-Anschlüssen von Rechenzentren nimmt rasant zu.
(Bildquelle: adobestock)
Mitnetz Strom realisiert im brandenburgischen Lübbenau den bislang größten Netzanschluss für ein Rechenzentrum im eigenen Versorgungsgebiet. Wie das Unternehmen berichtet, entsteht auf dem Gelände eines ehemaligen Kraftwerks ein Rechenzentrum des Unternehmens Schwarz Digits, das mit einer Anschlussleistung von 200 Megawatt direkt an das 110-Kilovolt-Hochspannungsnetz angebunden wird. Die Fertigstellung ist für Ende 2026 vorgesehen. Siemens Energy unterstützt die Anbindung an das Stromnetz.
Mit einem Investitionsvolumen von rund elf Milliarden Euro handelt es sich nach Angaben von Mitnetz Strom um die größte Einzelinvestition der Schwarz Gruppe und zugleich um den größten Einzelnetzanschluss der vergangenen Jahre im Netzgebiet des Verteilnetzbetreibers. Das Rechenzentrum soll vollständig mit Grünstrom betrieben werden.
Das Projekt spiegele einen grundlegenden Wandel bei den Netzanschlüssen wider. Während in den vergangenen Jahren vor allem Wind- und Solaranlagen an das Netz angeschlossen wurden, wächst nun die Nachfrage großer Stromverbraucher deutlich. Allein für Rechenzentren liegen bei Mitnetz Strom derzeit 90 Anschlussanfragen mit einer Gesamtleistung von 16,8 Gigawatt vor. Neun Vorhaben mit zusammen rund 1,4 Gigawatt sind bereits verbindlich reserviert.
Insgesamt verzeichnete der Netzbetreiber Anfang 2026 rund 3.100 Anschlussanfragen mit einem potenziellen Leistungsbedarf von etwa 124 Gigawatt. Neben Rechenzentren treiben insbesondere Batteriespeicher und neue Industrieansiedlungen diese Entwicklung. Nach Einschätzung des Unternehmens markiert dies die nächste Phase der Energiewende, in der große Stromverbraucher erneuerbar erzeugte Energie zunehmend direkt in den Regionen nutzen wollen.
Mitnetz Strom betreut ein Netzgebiet von rund 29.500 Quadratkilometern. Dort sind nach Unternehmensangaben rund 170.000 Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer installierten Leistung von etwa zwölf Gigawatt angeschlossen, darunter etwa 165.000 Photovoltaikanlagen und 44.000 Balkonkraftwerke. Auf der Verbraucherseite waren bislang lediglich drei kleinere Rechenzentren mit Anschlussleistungen zwischen einem und 40 Megawatt sowie rund 52.000 Batteriespeicher an das Netz angeschlossen.
Für den Netzbetreiber unterstreicht das Vorhaben zudem die Rolle Brandenburgs als Standort für energieintensive Zukunftsbranchen. Nach Unternehmensangaben lag der Anteil des nach dem EEG vergüteten Stroms am Letztverbraucherabsatz im Jahr 2024 in Brandenburg bei 291 Prozent und damit deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 59 Prozent. Die Bauarbeiten in Lübbenau werden gemeinsam mit regionalen Unternehmen umgesetzt. Dazu gehören unter anderem Tiefbauarbeiten sowie die Verlegung von mehr als 3.000 Metern Kabel. Das ehemalige Kraftwerksgelände wird dabei nach Angaben von Mitnetz Strom unter anderem durch Recycling vorhandener Baustoffe und zusätzliche Photovoltaikflächen aufgewertet.
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