Donnerstag, 15. Oktober 2026

UmfrageProbleme beim Roll-out von Smart Metern

[31.08.2026] Eine Befragung des Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigt weiter Schwierigkeiten beim Ausbau intelligenter Messsysteme. 91 Prozent der befragten Messstellenbetreiber berichten von Problemen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hält pauschale Einbauvorgaben für Deutschland für problematisch.

(Bildquelle: VOLTARIS)

Beim Smart-Meter-Roll-out in Deutschland bestehen nach Einschätzung vieler Messstellenbetreiber weiterhin Schwierigkeiten. Das geht aus einer Befragung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) hervor. Von den 199 befragten Messstellenbetreibern sehen 91 Prozent Probleme beim Ausbau intelligenter Messsysteme. Besonders häufig nennen die Unternehmen die gesetzlichen Rahmenbedingungen. 80 Prozent der Messstellenbetreiber, die Probleme sehen, verweisen auf die Komplexität der gesetzlichen Vorgaben. 77 Prozent nennen häufige Gesetzesänderungen. Weitere Schwierigkeiten seien die technische Komplexität sowie Defizite bei der Marktkommunikation.

Konkreter Nutzen durch Smart Meter

Die Befragung fand vom 18. Mai bis 8. Juni 2026 statt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte 1.162 Messstellenbetreiber in Deutschland zur Teilnahme eingeladen. 199 Unternehmen beteiligten sich an der Onlinebefragung. „Ein digitaler Stromzähler nützt wenig, wenn die dahinterliegenden Prozesse nicht funktionieren. Die Erfahrungen von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie die Ergebnisse unserer Befragung zeigen, dass es beim Smart Meter-Roll-out weiterhin erhebliche Probleme gibt“, sagt Henning Herbst, Energieexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband. „Ein noch schnellerer Einbau von Smart Metern allein löst keine Probleme. Entscheidend ist, dass die Technik funktioniert und Verbraucherinnen und Verbraucher einen konkreten Nutzen haben.“

EU-Kommission plant höhere Quoten

Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht deshalb Pläne der Europäischen Kommission für verbindliche Ausbauquoten kritisch. Nach Angaben des Verbands schlägt die Kommission vor, bis 2030 mindestens 50 Prozent und bis 2033 mindestens 75 Prozent der Messstellen mit Smart Metern auszustatten.

Der Verband hält pauschale Einbauvorgaben für Deutschland für problematisch. Die deutschen intelligenten Messsysteme erfüllten besonders hohe Anforderungen an Datenschutz, Datensicherheit und Steuerbarkeit und seien deshalb vergleichsweise teuer. Der vzbv fordert daher, zunächst bestehende Probleme beim Roll-out zu lösen und die Digitalisierung möglichst kosteneffizient umzusetzen.





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