Donnerstag, 13. August 2026

BDEW/ZSWBDEW/ZSW

[02.07.2026] Erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordanteil an der Stromversorgung in Deutschland erreicht. Vorläufigen Berechnungen von ZSW und BDEW zufolge stammten 58 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen.
Großer Solarpark mit langen Reihen von Photovoltaikmodulen vor mehreren Windenergieanlagen. Die Anlage erstreckt sich über eine offene Landschaft unter einem wolkigen Himmel und veranschaulicht die kombinierte Nutzung von Solar- und Windenergie zur Stromerzeugung.

Hohe Investitionen der Energiebranche führen zu höherer Stromproduktion aus erneuerbaren Energien.

(Bildquelle: JUWI)

Erneuerbare Energien deckten im ersten Halbjahr 2026 rund 58 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland. Das sind fast drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum und zugleich mehr als im Gesamtjahr 2025, als der Anteil bei 55,8 Prozent lag. Das geht aus vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor.

Höhere Stromerzeugung aus Windenergie

Von Januar bis Juni wurden nach Angaben der beiden Organisationen 152,2 Milliarden Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. Der Anstieg gegenüber dem windschwachen ersten Halbjahr 2025 ist vor allem auf eine höhere Stromerzeugung aus Windenergie zurückzuführen. Die Erzeugung an Land nahm um sieben Prozent zu, auf See um 28,3 Prozent. Die Stromproduktion aus Photovoltaik stieg um 3,7 Prozent. Die Wasserkraft erzeugte wegen geringerer Niederschläge 7,7 Prozent weniger Strom als im Vorjahreszeitraum. Die Stromerzeugung aus Biomasse blieb mit einem Plus von 0,6 Prozent nahezu unverändert.

Auch beim Ausbau der erneuerbaren Energien setzte sich die Entwicklung nach Angaben von ZSW und BDEW fort. Die installierte Photovoltaikleistung wuchs im ersten Halbjahr 2026 um 8,3 Gigawatt und lag damit über dem Vorjahreswert von 7,8 Gigawatt. Bei der Windenergie an Land wurden 2,5 Gigawatt neu installiert, nach 2,2 Gigawatt im ersten Halbjahr 2025. Auf See kamen bereits 0,9 Gigawatt hinzu. Im gesamten Jahr 2025 waren es 0,5 Gigawatt.

Hohe Investitionen der Energiebranche

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, führt die Entwicklung auf hohe Investitionen der Energiebranche zurück. Sie fordert zugleich eine schnelle Verabschiedung der geplanten Novellen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG). „Investitionen fließen nur dort, wo verlässliche Regeln gelten. Wir erwarten von der Bundesregierung eine rasche Einigung, damit wir im Verfahren vorankommen, die Unternehmen investieren und die Ausbauziele erreicht werden können.“

Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW, betont die Bedeutung der erneuerbaren Energien für die Versorgungssicherheit und den Klimaschutz. Er verweist zudem auf das bei den Klima-Zwischenverhandlungen der Vereinten Nationen angekündigte Ziel, den Anteil strombasierten Industrieprozesse, der Wärmeversorgung und der Mobilität bis 2035 von heute 20 auf 35 Prozent zu erhöhen. Damit die Elektrifizierung ihr Klimaschutzpotenzial entfalten könne, müsse der Strom aus erneuerbaren Energien stammen.





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