Freitag, 18. September 2026

evu+Online-Karte bietet Überblick über Stromverteilnetze

[06.08.2026] Eine neue Online-Karte zeigt die Stromnetzbetreiber in Deutschland und ihre angeschlossenen Erzeugungsanlagen sowie Batteriespeicher. Die Übersicht soll die Rolle der Verteilnetzbetreiber für Energiewende und Versorgungssicherheit anhand öffentlicher Daten sichtbar machen.

Mit einem Klick lassen sich auf der Online-Karte für jedes Netzgebiet Anzahl und installierte Leistung der angeschlossenen Anlagen abrufen.

(Bildquelle: Martin Käßler)

Eine interaktive Deutschlandkarte stellt erstmals die Stromnetzbetreiber und die in ihren Netzgebieten angeschlossenen Erzeugungsanlagen sowie Batteriespeicher übersichtlich dar. Wie die Initiative evu+ im edna Bundesverband berichtet, basiert die Online-Anwendung auf den öffentlichen Daten des Marktstammdatenregisters und zeigt den Datenstand vom April 2026. Die Informationen sollen künftig halbjährlich aktualisiert werden.

Mit einem Klick lassen sich für jedes Netzgebiet Anzahl und installierte Leistung der angeschlossenen Anlagen abrufen. Die Daten sind nach Photovoltaik, Windenergie, Biomasse, Wasserkraft, Geothermie und konventionellen Erzeugungsanlagen gegliedert. Ergänzend bietet die Anwendung Auswertungen nach Netzbetreiber, Bundesland oder Erzeugungsart. Entwickelt wurde die Karte von Martin Käßler mit Unterstützung von KI.

Nach Angaben von edna soll die Übersicht verdeutlichen, welche Bedeutung insbesondere kleine und mittlere Verteilnetzbetreiber für den Betrieb der Stromnetze haben. „Die häufig geäußerte Kritik, Deutschland habe zu viele Netzbetreiber, greift aus unserer Sicht zu kurz. Unsere neue Karte belegt eindrucksvoll, dass insbesondere die kleinen und mittleren Netzbetreiber einen unverzichtbaren Beitrag zur Stromversorgung und zur Versorgungssicherheit leisten“, sagt Richard Plum, Geschäftsführer des edna Bundesverbands Energiemarkt & Kommunikation. Zugleich seien sie wichtige Träger der Energiewende, da die Stromerzeugung in ihren Netzen überwiegend auf erneuerbaren Energien beruhe.

Plum verweist außerdem auf die Bedeutung der dezentralen Netzstruktur für die Resilienz des Energiesystems. Die Vielzahl regionaler Verteilnetzbetreiber verteile Risiken, verringere die Wahrscheinlichkeit großflächiger Ausfälle und ermögliche es, im Krisenfall schneller vor Ort zu reagieren.

Der Karte zufolge gibt es in Deutschland insgesamt 871 Netzbetreiber. Die meisten davon sind in Bayern mit 237 Unternehmen ansässig, gefolgt von Baden-Württemberg mit 121 und Nordrhein-Westfalen mit 114 Netzbetreibern.

Der Verband verweist zudem auf internationale Vergleiche. Bezogen auf die Einwohnerzahl liege die Dichte der Verteilnetzbetreiber in Deutschland auf einem ähnlichen Niveau wie in Dänemark und Finnland. In Österreich und insbesondere in der Schweiz seien im Verhältnis zur Bevölkerung sogar noch mehr Netzbetreiber aktiv.





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