Freitag, 9. Oktober 2026

European Energy AwardFünf NRW-Kommunen für Klimaschutz ausgezeichnet

[16.09.2026] Dülmen, Minden, Wuppertal, Greven und Warendorf sind mit dem European Energy Award ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurden unter anderem Projekte in den Bereichen Wärmeversorgung, Photovoltaik, Energieeffizienz und nachhaltige Mobilität.

Josef Hovenjürgen, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes NRW (links) und Christian Mildenberger, Geschäftsführer von NRW.Energy4Climate (rechts), haben den European Energy Award an Dülmen, Minden, Wuppertal, Greven und Warendorf überreicht.

(Bildquelle: NRW.Energy4Climate)

Fünf Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben für ihre Klimaschutzaktivitäten den European Energy Award erhalten. Wie die Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate mitteilt, wurden Dülmen, Minden, Wuppertal, Greven und Warendorf beim Kommunalkongress NRW ausgezeichnet. Die Preise überreichten Josef Hovenjürgen, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, und NRW.Energy4Climate-Geschäftsführer Christian Mildenberger.

Die ausgezeichneten Kommunen verfolgen dabei unterschiedliche Ansätze. Wuppertal setzt unter anderem auf Photovoltaik und regionale Zusammenarbeit. Auf dem Dach des Stadions am Zoo erzeugen 702 Solarmodule nach Angaben von NRW.Energy4Climate jährlich rund 255.000 Kilowattstunden Strom. Damit könne etwa die Hälfte des Strombedarfs des Stadions gedeckt werden. Überschüsse werden für andere städtische Gebäude genutzt.

Die einzelnen Projekte

Dülmen hat ein systematisches Energiemanagement für die kommunale Verwaltung eingerichtet. Zudem wird der Bahnhof zu einem multimodalen Verkehrsknotenpunkt ausgebaut. Bestandteil ist ein zweistöckiges Fahrradparkhaus mit rund 700 Stellplätzen, Photovoltaikanlage und Dachbegrünung.

In Minden bildet das Energie- und Wärmekonzept „Minden 2040“ die Grundlage für den Umbau der Wärmeversorgung. Für dessen Umsetzung wurde die Mindener Wärme GmbH gegründet, ein Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Minden und der Energieservice Westfalen Weser. Das Unternehmen verantwortet die Erweiterung und den Betrieb eines mehr als 16 Kilometer langen Fernwärmenetzes. Bis 2040 sollen nach den Planungen rund 30 Prozent des Stadtgebiets mit dekarbonisierter und von Energieimporten unabhängiger Fernwärme versorgt werden.

Greven wurde unter anderem für die Entwicklung der Kläranlage Greven-Reckenfeld gewürdigt. Photovoltaikanlagen und zwei Blockheizkraftwerke, die Faulgas aus der Klärschlammbehandlung verstromen, sorgen laut NRW.Energy4Climate dafür, dass die Anlage bilanziell mehr Strom erzeugt als verbraucht.

Warendorf wiederum setzt bei der Wärmewende auf die Ems. Im Rahmen des Projekts „Emswärme“ sollen vier Großwärmepumpen Wärme aus dem Flusswasser gewinnen und in ein neues Wärmenetz einspeisen. Dieses soll ab 2027 die historische Altstadt und weitere Stadtteile versorgen. Der Strom für die Wärmepumpen soll nach Angaben der Landesgesellschaft aus erneuerbaren Quellen wie Windenergie, Photovoltaik und Biogas stammen.

Zum letzten Mal in NRW

Der European Energy Award wurde auf dem Kommunalkongress letztmals in Nordrhein-Westfalen verliehen. Das seit mehr als 20 Jahren bestehende Qualitätsmanagement- und Zertifizierungsverfahren für den kommunalen Klimaschutz wird durch das Programm „Klimakommune Deutschland“ abgelöst. NRW-Kommunen können sich künftig im Rahmen dieses Verfahrens zertifizieren lassen.

Am Kommunalkongress NRW 2026 nahmen nach Angaben von NRW.Energy4Climate rund 300 Personen teil. Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr die Frage, wie Kommunen Klimaschutzmaßnahmen strategisch umsetzen, priorisieren und digital nachverfolgen können.





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