BraunschweigProjekt als Klima-Leuchtturm ausgezeichnet

Die Stadt Braunschweig ist für das Projekt COABS ausgezeichnet worden.
(Bildquelle: KEAN/Rainer Jensen)
Die Stadt Braunschweig ist für ihr Projekt Co-adapted Braunschweig – durch Co-Creation gemeinsam an den Klimawandel anpassen (COABS) mit dem „Klima-Leuchtturm 2026“ ausgezeichnet worden. Wie die Stadt Braunschweig berichtet, erhielt sie den mit 15.000 Euro dotierten Preis am 20. August im niedersächsischen Landeswettbewerb „Klimakommunal 2026“ (wir berichteten). Außerdem erwähnte die Jury den „Projektinkubator Kommunale Wärmeplanung“ der Stadt lobend.
Mit COABS bereitete Braunschweig gemeinsam mit der Technischen Universität Braunschweig und weiteren Akteuren aus der Stadtgesellschaft eine Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels vor. Die Stadt reagiert damit auf häufigere und intensivere Hitzeperioden, Starkregen und Hochwasser, eine sinkende Wasserverfügbarkeit sowie Veränderungen bei Tier- und Pflanzenarten.
Verlauf des Projekts
Das Projekt lief von 2022 bis 2025 und erhielt Fördermittel des damaligen Bundesumweltministeriums aus dem Programm „Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“. Beteiligt waren von der TU Braunschweig das Institut für Geoökologie und das Institut für nachhaltigen Städtebau. Die Fachbüros Werkstadt 35 und complan Kommunalberatung begleiteten das Projekt.
Zunächst analysierten die Beteiligten die Klimafolgen und Klimarisiken für Braunschweig und priorisierten sie räumlich. Darauf aufbauend entwickelten sie gemeinsame Zielbilder und Leitsätze sowie ein Maßnahmenportfolio mit 33 Leitmaßnahmen. Diese betreffen das Management von Wassermengen und den Bodenwasserhaushalt, den Schutz von Gesundheit sowie Naturschutz und Biodiversität. In einer dritten Phase erprobte das Projekt erste Maßnahmen in der Praxis.
Zu den Pilotprojekten gehörte die klimaangepasste Sanierungsplanung für einen öffentlichen Straßenraum im Donauviertel. Über den Beteiligungsaufruf „Kleine Räume – Große Wirkung“ unterstützte die Stadt zudem acht Projekte von Bürgerinnen und Bürgern, Initiativen und sozialen Einrichtungen fachlich und finanziell bis zur Umsetzung.
Rege Beteiligung
Nach Angaben der Jury beteiligten sich im Verlauf von COABS fast 1.500 Menschen über Online-Umfragen, Workshops, Podiumsdiskussionen und weitere Formate. Simone Podschun vom Zentrum für Klimaanpassung erklärte in ihrer Laudatio, das Projekt zeige, wie Wissenschaft, Verwaltung und Stadtgesellschaft gemeinsam ein Netzwerk für die Klimaanpassung aufbauen könnten.
Auch nach dem Ende der Förderung sollen die Ergebnisse weiterwirken. Sie bilden nach Angaben der Stadt eine Grundlage für den Aufbau eines kommunalen Klimaanpassungsmanagements. Netzwerkpartner aus Wissenschaft und Stadtgesellschaft hätten zudem bereits weitere Aktivitäten zur Klimaanpassung angestoßen.
Ein konkretes Ergebnis ist die Kühle-Orte-Karte, die Braunschweig nach Angaben von Umweltdezernentin Anna Hanusch in der kommunalen Hitzeaktionsplanung weiterentwickelt. Sie soll während Hitzeperioden dabei helfen, kühlere Aufenthaltsorte und Trinkwasserbrunnen zu finden.
Neben COABS würdigte die Jury auch den „Projektinkubator Kommunale Wärmeplanung“. Dessen Ansatz verbindet die strategischen Grundlagen der kommunalen Wärmeplanung mit konkreten Projekten für dekarbonisierte Wärmenetze in bestehenden Gewerbegebieten. Durch die direkte Ansprache von Unternehmen, gezielte Informationen und auf einzelne Standorte zugeschnittene Lösungen sollen Hemmnisse bei der Umsetzung abgebaut werden. Die Stadt sieht darin einen Ansatz, der sich auch auf andere Kommunen übertragen lässt.
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