Freitag, 18. September 2026

NürnbergMaßnahmen zur Klimaneutralität bis 2035 vorgestellt

[05.08.2026] Die Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg baut ihre Eigenenergieerzeugung und Energieeffizienz aus, um bis 2035 klimaneutral zu werden. Ein Sachstandsbericht zeigt, welche technischen Maßnahmen bereits wirken und welche Projekte als Nächstes folgen.

Die Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg baut ihre Eigenenergieerzeugung und Energieeffizienz aus, um bis 2035 klimaneutral zu werden.

(Bildquelle: Susanne Vogel/SUN)

Die Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg (Sun) treibt den Umbau ihrer Energieversorgung voran und hält am Ziel fest, den Eigenbetrieb bis 2035 klimaneutral aufzustellen. Wie die Stadt Nürnberg berichtet, stellte die Werkleitung den aktuellen Stand der Maßnahmen Ende Juli im Werkausschuss des Stadtrats vor.

Sun zählt zu den größten Energieverbrauchern der Nürnberger Stadtverwaltung und verankert das Klimaneutralitätsziel im eigenen Qualitätsmanagement. Ein kontinuierliches Monitoring begleitet die Umsetzung technischer und organisatorischer Maßnahmen.

Nach der aktuellen Treibhausgasbilanz verursachte Sun im Jahr 2025 rund 39.000 Tonnen CO2-Äquivalente. Gleichzeitig sank der Energieverbrauch durch Investitionen in die Anlagentechnik. So reduzierten zwischen 2023 und 2026 erneuerte Verdichteranlagen auf den beiden Klärwerken den Strombedarf des Eigenbetriebs um rund sechs Prozent.

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der Eigenversorgung mit erneuerbarer Energie. Derzeit entstehen mehrere Photovoltaikanlagen, die die installierte Leistung von rund 70 Kilowatt peak auf etwa 1,5 Megawatt peak erhöhen sollen. Zusätzlich erweitert Sun die Nutzung von Klärgas, plant eine neue Energiezentrale und arbeitet mit einem regionalen Energieversorger daran, die im Abwasser enthaltene Wärme für die Fernwärme nutzbar zu machen. Parallel werden der Fuhrpark schrittweise elektrifiziert und die Energieeffizienz der Anlagen weiter verbessert.

Auch bei der Modernisierung der Klärwerke spielen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle. Dabei berücksichtigt Sun unter anderem nachhaltige Baustandards, Lebenszykluskosten und eine langfristig widerstandsfähige Infrastruktur.

Nach Angaben der Stadt erreicht der Eigenbetrieb bereits heute einen Eigenversorgungsgrad von rund 62 Prozent beim Strom und 100 Prozent bei der Wärme. Damit erfülle Sun Zwischenziele der neuen EU-Kommunalabwasserrichtlinie bereits vorzeitig. Die Maßnahmen sollen zugleich die Versorgungssicherheit erhöhen, die Abhängigkeit von externer Energie verringern und Betriebs- sowie Energiekosten langfristig senken.

Nicht alle Emissionen lassen sich jedoch vermeiden. Ein Teil entsteht im biologischen Reinigungsprozess oder entlang der Lieferketten und kann nach heutigem Stand nur begrenzt beeinflusst werden. Deshalb investiert Sun zusätzlich in Forschung und Entwicklung. Im Mittelpunkt stehen Verfahren zur Verringerung von Prozessgasen, die Sektorenkopplung sowie digitale Modelle für den Betrieb der Klärwerke.

Umweltreferentin und Erste Werkleiterin Britta Walthelm erklärte: „Klimaschutz und eine sichere Abwasserentsorgung gehen bei Sun Hand in Hand. Unsere Investitionen zahlen sich mehrfach aus: Sie reduzieren den Energieverbrauch, stärken unsere Versorgungssicherheit und machen uns unabhängiger von externen Energiequellen.“ Nach ihrer Einschätzung schaffen die bisherigen Maßnahmen zugleich die Grundlage, um künftige gesetzliche Anforderungen wirtschaftlich zu erfüllen.





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