WestmittelfrankenVier Kreise legen Energienutzungspläne vor
Vier Landkreise in Westmittelfranken haben gemeinsam strategische Energienutzungspläne bis 2040 erarbeitet, die den Umbau des regionalen Energiesystems auf einer detaillierten Simulation von Erzeugung und Verbrauch aufbauen. Wie das Institut für Energietechnik IfE an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden berichtet, sollen die sogenannten Digitalen Energienutzungspläne PLUS (ENP+) Kommunen und Energieversorgern als wissenschaftlich fundierte Grundlage für Investitionen und Planungen dienen.
Beteiligt sind die Landkreise Ansbach, Weißenburg-Gunzenhausen, Roth sowie Neustadt a.d. Aisch–Bad Windsheim. In den vergangenen zwei Jahren untersuchte das IfE gemeinsam mit regionalen Akteuren die Entwicklung der Energieversorgung über alle Sektoren hinweg. Anders als klassische Energiekonzepte beschränken sich die ENP+ nicht auf Jahresbilanzen, sondern betrachten Stromerzeugung und Energieverbrauch stundenweise über ein gesamtes Jahr. Grundlage dafür ist ein Digitaler Zwilling der Region, der reale Daten zu Stromerzeugung, Energieverbrauch, Netzinfrastruktur und Speichern zusammenführt.
Ein Jahr hat 8.760 Stunden
Nach Angaben des IfE zeigt diese Methodik, dass identische Jahresbilanzen in der Praxis zu völlig unterschiedlichen Netzsituationen führen können. Entscheidend sei, wann Strom erzeugt und wann er verbraucht werde. Deshalb berücksichtigt die Simulation alle 8.760 Stunden eines Jahres und bildet Unterschiede zwischen Tag und Nacht sowie Sommer und Winter ebenso ab wie die Einspeiseprofile von Photovoltaik-, Wind- und Biomasseanlagen.
Die Pläne umfassen eine sektorübergreifende Bestandsaufnahme nach dem Territorialprinzip. Erfasst werden sämtliche Energieverbräuche und Erzeugungsmengen innerhalb der Landkreisgrenzen. Erstmals fließt auch der Verkehrssektor vollständig in die Berechnungen ein. Darauf aufbauend modelliert das IfE Sanierungspotenziale im Gebäudebestand, Effizienzmaßnahmen in der Industrie sowie den erwarteten Hochlauf von Wärmepumpen und Elektromobilität. Parallel wurden die technisch, rechtlich und wirtschaftlich nutzbaren Potenziale für Photovoltaik auf Dächern und Freiflächen, Windenergie und Biomasse flächenscharf untersucht.
Ausbau allein reicht nicht aus
Ein zentrales Ergebnis lautet, dass der weitere Ausbau erneuerbarer Energien allein nicht ausreicht. Die Simulationen zeigen, dass in sonnen- und windreichen Stunden bereits heute mehr Strom erzeugt werden kann, als regional verbraucht oder über das bestehende Netz abgeführt werden kann. Besonders ein starker Ausbau der Photovoltaik führe in den Sommermonaten zu erheblichen Überschüssen während der Mittagsstunden. Ohne zusätzlichen Netzausbau, Speicher oder flexible Verbraucher müsste ein wachsender Teil dieser Strommengen abgeregelt werden.
Für die Modellierung arbeitete das IfE eng mit N-ERGIE Netz zusammen. Das Unternehmen stellte technische Daten zu Trafostationen, Umspannwerken sowie Last- und Erzeugungsprofilen bereit. Darüber hinaus wurden weitere Netzbetreiber und Energieversorger der Region, darunter auch Stadtwerke, in den Analyseprozess einbezogen. Die Ausbauplanungen der Netzbetreiber flossen in die Zukunftsszenarien ein.
Eine der größten Stromüberschussregionen
Den Berechnungen zufolge könnte sich Westmittelfranken bis 2040 zu einer der größten Stromüberschussregionen Süddeutschlands entwickeln. Während lediglich ein Importbedarf von rund 144 Gigawattstunden (GWh) verbleibe, könne der regionale Überschuss auf etwa 5.742 GWh steigen. Da die Transportkapazitäten begrenzt bleiben, empfehlen die Autoren der Studie, diese Energiemengen möglichst vor Ort zu nutzen und dadurch zusätzliche Wertschöpfung in der Region zu schaffen.
Als Grundlage für die weitere Umsetzung enthalten die Energienutzungspläne mehr als 20 Maßnahmen pro Landkreis. Dazu zählen unter anderem Machbarkeitsstudien für Power-to-Gas, strategische Zielnetzplanungen, Konzepte für Mobilität und Lade-Infrastruktur, die stärkere Nutzung von Biogas sowie Wasserstoff-Roadmaps. Nach Einschätzung des IfE kann die Energiewende nur gelingen, wenn Photovoltaik, Windenergie und Biomasse mit leistungsfähigen Netzen, Speichern und flexiblen Verbrauchern zusammenwirken und Kommunen, Netzbetreiber, Energieversorger sowie weitere regionale Akteure ihre Planungen eng abstimmen.
Baden-Württemberg: Klima-Impulse aus dem Süden
[23.07.2026] Vier Kommunen in Baden-Württemberg haben sich auf den Weg gemacht, Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen – fünf Jahre früher als vorgeschrieben. Sie verfolgen bewusst unterschiedliche Schwerpunkte. Viele Ansätze lassen sich auf andere Kommunen übertragen. mehr...
Tübingen: Stadt will Klimaschutzprogramm fortsetzen
[23.07.2026] Tübingen hat sein Klimaschutzprogramm bis 2030 fortgeschrieben und den Ausbau der Wärme- und Energie-Infrastruktur bekräftigt. Der Gemeinderat hält trotz schwieriger Rahmenbedingungen am Ziel der Klimaneutralität fest und setzt dabei auf umfangreiche Investitionen von Stadt und Stadtwerken. mehr...
Görlitz: 2030 grenzüberschreitend klimaneutral
[13.07.2026] Görlitz will bis zum Jahr 2030 klimaneutral werden. Daraus ist ein langfristiger Umbau der Energieversorgung, der Stadtentwicklung und der Zusammenarbeit entstanden. Die Stadt arbeitet mit Partnern aus Deutschland und Polen zusammen. Für ihr Engagement wurde die Kommune von der Agentur für Erneuerbare Energien als „Energie-Kommune des Monats Juli 2026” ausgezeichnet. mehr...
Hamburg: CO2-Bilanz vorgelegt
[08.07.2026] Hamburg hat erstmals eine CO2-Schätzbilanz bereits sechs Monate nach Ende des Bilanzjahres vorgelegt. Die vorläufigen Daten zeigen für 2025 einen Anstieg der Emissionen und sollen die Steuerung der Klimapolitik deutlich beschleunigen. mehr...
Bremen: Schornstein macht Platz für Neues
[08.07.2026] Auf dem Kraftwerksgelände der swb im Bremer Hafen beginnt der Rückbau der Schornsteine der ehemaligen Steinkohleblöcke 5 und 6. Mit dem Abriss verschwindet nicht nur das höchste Bauwerk Bremens, sondern es entstehen auch Flächen für den weiteren Umbau des Energiestandorts. mehr...
Konstanz: Neuer Klimaschutzbericht erschienen
[29.06.2026] Der 14. Klimaschutzbericht der Stadt Konstanz verweist auf eine wachsende Lücke zwischen Klimazielen und tatsächlicher Umsetzung. Zugleich nennt der Bericht konkrete Ansätze für schnellere Emissionsminderungen und eine wirksamere Finanzierung des kommunalen Klimaschutzes. mehr...
Energie-Kommune: Bremen will Klimaneutralität bis 2038
[15.06.2026] Bremen möchte seine Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2038 um 95 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren. So sieht es die Klimaschutzstrategie des Landes vor. Dafür wurde sie jetzt von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) als Energie-Kommune des Monats Juni ausgezeichnet. mehr...
BEEKOMM: Thüringen erhält 1,6 Millionen Euro Förderung
[05.06.2026] Mit dem Projekt BEEKOMM unterstützt Thüringen Kommunen beim schnelleren Ausbau von Windenergie und Freiflächen-Photovoltaik. Bund und Land stellen dafür Fördermittel bereit und finanzieren neue Beratungsangebote, die Planungsprozesse vor Ort beschleunigen sollen. mehr...
Netzwerk Altmühlfranken: Auszeichnung für Energie- und Wärmewendeprojekte erhalten
[03.06.2026] Das kommunale Klimaschutznetzwerk Altmühlfranken ist für seine interkommunale Zusammenarbeit bei Energie- und Wärmewendeprojekten ausgezeichnet worden. In drei Jahren entstanden 38 gemeinsame Konzepte und Projekte, die den Ausbau erneuerbarer Energien in der Region deutlich vorangebracht haben. mehr...
eueco: Neue Leitfadenreihe zur Bürgerbeteiligung veröffentlicht
[28.05.2026] eueco hat eine neue Leitfadenreihe für Bürgerbeteiligung an Projekten mit erneuerbaren Energien veröffentlicht. Hintergrund sind strengere Vorgaben, wachsender Finanzierungsdruck und der steigende Bedarf an standardisierten Beteiligungsmodellen für Kommunen, Stadtwerke und Projektierer. mehr...
Oberpfalz: Kommunales Klimaschutz-Netzwerk gegründet
[26.05.2026] In der Oberpfalz hat ein kommunales Klimaschutz-Netzwerk für den Ausbau erneuerbarer Energien seine Arbeit aufgenommen. Das auf drei Jahre angelegte Projekt soll Städte und Gemeinden bei Speichertechnik, Netzausbau und Finanzierungsmodellen enger zusammenbringen. mehr...
Baden-Württemberg: Zum letzten Mal erhalten Kommunen den European Energy Award
[15.05.2026] Baden-Württemberg hat acht Kommunen mit dem European Energy Award ausgezeichnet, der in Deutschland nun ausläuft. Neue Klimaschutzmanagement-Systeme sollen den Übergang sichern und Kommunen beim Ausbau ihrer Klimaschutzmaßnahmen weiter unterstützen. mehr...
Bad Berleburg: Energie-Kommune mit Wind, PV und Verkehrswende
[13.05.2026] Die Stadt Bad Berleburg wurde von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zur „Energie-Kommune des Monats Mai 2026“ gekürt. Die nordrhein-westfälische Kommune setzt auf Windkraft, Photovoltaik und neue Mobilitätskonzepte. Ihr Ziel ist es, bis 2035 treibhausgasneutral zu sein. mehr...
Klimakommune Deutschland: Neues Programm für kommunalen Klimaschutz vorgestellt
[12.05.2026] Der Verein Klimakommune Deutschland hat ein neues Programm für kommunalen Klimaschutz und die Umsetzung der Energiewende vorgestellt. Nach dem Aus des European Energy Award sollen Städte, Gemeinden und Landkreise damit wieder ein strukturiertes Instrument für Klimastrategien und Emissionsminderung erhalten. mehr...














