BDEWMix bei Kraftwerksstrategie

GuD-Anlage der Stadtwerke Düsseldorf: Die Planung neuer Gaskraftwerke benötigt viel Zeit.
(Bildquelle: Stadtwerke Düsseldorf)
Zur Absicherung sogenannter Dunkelflauten werden nach Einschätzung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) künftig verschiedene Optionen benötigt. Das erklärte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Gemeint seien Zeiten, in denen erneuerbare Energien zu wenig Strom liefern und auch über den europäischen Strommarkt nicht ausreichend günstiger Strom verfügbar sei. Andreae sagte: „Dazu gehören flexibel regelbare Gaskraftwerke, die perspektivisch mit klimaneutralem Wasserstoff betrieben werden, genauso wie Großbatteriespeicher und Flexibilitäten auf Verbrauchsseite.“ Diese Optionen sollten ab 2028 in Ausschreibungen innerhalb eines Kapazitätsmarkts Gebote abgeben können.
Lange Planungszeiten für Gaskraftwerke
Vor dem geplanten Kapazitätsmarkt seien drei Ausschreibungsrunden vorgesehen, die kurzfristig gesicherte Leistung anreizen sollten, so der Verband. Besonders Gaskraftwerke benötigten längere Planungszeiten. Bis 2038 würden kontinuierlich steuerbare Stromerzeugungskapazitäten vom Markt gehen, darunter Kohlekraftwerke und ältere Gaskraftwerke. Nach Angaben des BDEW soll die erste Ausschreibung mit einem Volumen von 12 Gigawatt das Zieljahr 2031 betreffen. Wegen einer Vorlaufzeit von fünf Jahren werde sie als t minus fünf (t-5) bezeichnet. Dabei sollten auch Gaskraftwerke berücksichtigt werden.
Für das kommende Jahr sei eine weitere Ausschreibung mit der Bezeichnung t-4 geplant. Dort sollen laut BDEW flexiblere Anforderungen gelten. Neben Großbatteriespeichern könnten sich auch Bestandsanlagen und steuerbare Lasten mit kürzeren Umsetzungszeiten beteiligen. Eine dritte Ausschreibung sei für das Jahr 2029 vorgesehen. Diese Runde mit dem Namen t-2 lasse bis zum Zieljahr 2031 nur zwei Jahre Umsetzungszeit. Deshalb kämen dafür vor allem schnell realisierbare Projekte wie abschaltbare Lasten oder Batteriespeicher infrage.
Vier Dunkelflauten im Jahr
Brennstoffbasierte Gaskraftwerke sollten nach Angaben des Verbands später möglichst selten eingesetzt werden. Dennoch seien sie als Reserve nötig, da Dunkelflauten länger als zehn Stunden dauern könnten. Auswertungen von Wetterdaten für Deutschland ergäben, dass solche Phasen in der Vergangenheit durchschnittlich gut viermal pro Jahr aufgetreten seien, vor allem im Winter. Im Schnitt hätten sie mehr als drei Tage gedauert, maximal bis zu acht Tage. Andreae kritisierte Verzögerungen bei der politischen Umsetzung. „Die aktuelle Diskussion innerhalb der Regierung darf nicht dazu führen, dass wir weiter Zeit verlieren. Wir warten als Branche seit fast drei Jahren auf dieses Gesetz.“
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