Donnerstag, 15. Oktober 2026

EWP PotsdamBohrstart für Tiefengeothermie

[17.07.2026] Die Energie und Wasser Potsdam hat am Heizkraftwerk Süd die Bohrungen zur Erschließung von Tiefengeothermie begonnen. Mit dem Projekt soll eine weitere erneuerbare Wärmequelle für die Fernwärmeversorgung der Landeshauptstadt erschlossen werden.

Zweites Geothermieprojekt in Potsdam: Die Bohrungen gehen in eine Tiefe bis zu 2.000 Metern.

v.l.: Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement; EWP-Geschäftsführer Monty Balisch und Carsten Schulte

(Bildquelle: EWP/Florian Sorge)

Am Heizkraftwerk Süd in Potsdam haben die Bohrungen für ein Tiefengeothermieprojekt begonnen, wie die Energie und Wasser Potsdam (EWP) mitteilt. Seit Ende Juni wurde die Bohranlage auf dem Gelände errichtet und für den Einsatz vorbereitet. Die Bohrarbeiten laufen seit Juli im 24-Stunden-Betrieb an sieben Tagen in der Woche und sollen zunächst bis Ende 2026 dauern. Mit der ersten Bohrung sollen Erdwärme für die Fernwärmeversorgung erschlossen sowie die geologischen Schichten und das Potenzial von Erdwärme und Sole untersucht werden. Belastbare Aussagen zur Wärmeleistung und Fördertemperatur seien erst nach Auswertung der Bohrdaten möglich. Die Ergebnisse sollen voraussichtlich noch vor Jahresende vorliegen.

Mehr als 12 Megawatt thermische Leistung

Nach Angaben der EWP sollen am Standort Bohrungen bis in eine Tiefe von 2.000 Metern erfolgen. „Wir hoffen mit der Anlage am Heizkraftwerk deutlich mehr als 12 Megawatt thermische Leistung erzeugen zu können“, sagte Carsten Schulte, technischer Geschäftsführer der EWP. Brandenburgs Ministerin für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa, Martina Klement (CSU), bezeichnete das Projekt als wichtigen Beitrag zur Wärmewende. „Die Wärmewende braucht verlässliche und bezahlbare Lösungen. Die Tiefengeothermie kann dabei eine Schlüsselrolle übernehmen, weil sie dauerhaft Wärme liefert und fossile Energieträger ersetzt. Potsdam macht vor, wie eine moderne und klimafreundliche Fernwärmeversorgung der Zukunft aussehen kann – und setzt damit Maßstäbe für ganz Brandenburg.“

Zusätzliche Mittel der Europäischen Investitionsbank

Für die Finanzierung künftiger Investitionen setzt die EWP nach eigenen Angaben zudem auf zusätzliche Mittel der Europäischen Investitionsbank (EIB). Wie das Unternehmen auf Nachfrage von stadt+werk mitteilt, wurde mit der EIB eine Rahmenfinanzierung über 140 Millionen Euro vereinbart. Der Vertrag soll voraussichtlich noch im Juli 2026 unterzeichnet werden. Die Finanzierung stehe der EWP und der Netzgesellschaft Potsdam (NGP) in den kommenden vier Jahren als zusätzliche Finanzierungsquelle zur Verfügung. Die Darlehen würden schrittweise in Tranchen abgerufen und voraussichtlich auch Projekte der Wärmewende finanzieren. Nach Angaben der EWP ergänzt die Vereinbarung die bestehenden Finanzierungsinstrumente des Unternehmens.

Kommunale Wärmeplanung schafft Orientierung

Die EWP verweist zudem auf die kommunale Wärmeplanung der Landeshauptstadt Potsdam, in der die Fernwärme als wichtiger Baustein der künftigen Wärmeversorgung vorgesehen ist. Lars Schmäh, Fachbereichsleiter Klima, Umwelt und Grünflächen der Stadt Potsdam, erklärte, die kommunale Wärmeplanung schaffe Orientierung für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen sowie die Wohnungswirtschaft und zeige auf, wo Fernwärme künftig eine wichtige Rolle spielen könne.





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