Freitag, 9. Oktober 2026

EWEBilfinger erhält Großauftrag für Wasserstoffanlage

[20.05.2026] EWE hat Bilfinger mit zentralen Arbeiten für die 320-Megawatt-Wasserstoffanlage in Emden beauftragt. Der Großauftrag markiert den Abschluss der letzten wesentlichen Vergaben und schafft die Basis für langfristige Lieferverträge für grünen Wasserstoff.

So soll die 320-Megawatt-Wasserstoff-Erzeugungsanlage von EWE in Emden nach Fertigstellung aussehen.

(Bildquelle: EWE AG)

Für die geplante Wasserstoff-Erzeugungsanlage in Emden hat EWE den Industriedienstleister Bilfinger mit Stahlbau, Rohrleitungsarbeiten sowie der Montage technischer Komponenten beauftragt. Wie EWE mitteilt, gehört der Auftrag zu den größten Vergabepaketen im Projekt „Clean Hydrogen Coastline“ und schließt die letzten wesentlichen Ausschreibungen für die Anlage ab.

Die Elektrolyseanlage soll eine Leistung von 320 Megawatt erreichen und zählt damit zu den größten Wasserstoffprojekten Europas. Ab Ende 2027 will EWE in Emden grünen Wasserstoff produzieren und an Industriekunden liefern (wir berichteten). Nach Angaben des Unternehmens schafft die Vergabe nun die Grundlage für konkrete und langfristige Lieferverträge mit Abnehmern aus der Industrie.

Bilfinger übernimmt die Detailplanung, Lieferung, Installation und Inbetriebnahme sogenannter Balance-of-Plant-Komponenten. Dazu zählen mehrere Kilometer Rohrleitungssysteme, Stahlbauarbeiten sowie die Integration technischer Nebenanlagen rund um die Elektrolyse. EWE bezeichnet den Auftrag als entscheidenden Schritt für die weitere Umsetzung des Projekts und den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft.

„Mit der Vergabe der letzten großen Bauleistungen haben wir eine entscheidende Voraussetzung geschaffen“, sagt Tobias Moldenhauer, Geschäftsführer der EWE HYDROGEN GmbH. „Wir haben jetzt eine belastbare Grundlage und können darauf aufbauend wettbewerbsfähige und langfristige Angebote für grünen Wasserstoff anbieten.“

Nach Unternehmensangaben laufen bereits Gespräche mit mehreren Industriepartnern über künftige Lieferbeziehungen. Mit den nun definierten Kosten- und Planungsparametern könne EWE in konkrete Vertragsverhandlungen eintreten.

Das Projekt „Clean Hydrogen Coastline“ ist Teil des europäischen IPCEI-Programms zur Förderung wichtiger Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse. EWE verbindet darin Erzeugung, Speicherung, Transport und Lieferung von Wasserstoff entlang einer integrierten Wertschöpfungskette in Niedersachsen.

Zugleich verweist das Unternehmen auf den Bedarf an verlässlichen politischen Rahmenbedingungen. Moldenhauer fordert stabile Marktmechanismen, Planungssicherheit und praktikable regulatorische Vorgaben auf europäischer Ebene, damit Investitionen in Wasserstoffprojekte wirtschaftlich bleiben.



Stichwörter: Wasserstoff, EWE AG, Bilfinger, Emden


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