Mittwoch, 17. Juni 2026

EWE/Salzgitter AGLiefervertrag für grünen Wasserstoff abgeschlossen

[17.06.2026] EWE und die Salzgitter AG haben einen langfristigen Liefervertrag über jährlich 10.000 Tonnen grünen Wasserstoff abgeschlossen. Die Vereinbarung soll die klimafreundliche Stahlproduktion voranbringen und gilt als wichtiges Signal für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Deutschland.

Offizielle Vertragsunterzeichnung zwischen EWE und der Salzgitter AG für die langfristige Lieferung von grünem Wasserstoff.

v.l.: Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin im BMWE; Stefan Dohler, CEO EWE AG; Gunnar Groebler, CEO Salzgitter AG; Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies

(Bildquelle: Gerd Markert Fotografie)

EWE wird die Salzgitter AG ab 2030 langfristig mit grünem Wasserstoff aus der neuen Elektrolyse-Anlage in Emden beliefern. Wie EWE berichtet, sieht der Vertrag eine jährliche Liefermenge von rund 10.000 Tonnen über das Wasserstoff-Kernnetz vor. Die Vereinbarung läuft zunächst über sieben Jahre.

Es handelt sich um den ersten Großabnahmevertrag für Wasserstoff aus der derzeit entstehenden 320-Megawatt-Anlage in Emden und zugleich um den ersten großen Wasserstoff-Liefervertrag der Salzgitter AG. Die Vertragsunterzeichnung fand in Berlin im Beisein der Parlamentarischen Staatssekretärin Gitta Connemann (CDU) und des niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies (SPD) statt.

Umstellung auf klimaneutrale Stahlproduktion

Der Wasserstoff soll im Transformationsprogramm SALCOS (Salzgitter Low CO2 Steelmaking) eingesetzt werden. Die Salzgitter AG will damit ihre Stahlproduktion schrittweise auf eine nahezu klimaneutrale Herstellungsroute umstellen. In der Direktreduktionsanlage ersetzt grüner Wasserstoff fossile Energieträger, sodass statt CO₂ Wasser entsteht.

Die Anlage kann künftig bis zu 150.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr einsetzen. Rund 9.000 Tonnen will das Unternehmen selbst mit einer 100-Megawatt-Elektrolyseanlage am Standort Salzgitter erzeugen. Die Lieferungen von EWE decken etwa 6,5 Prozent des künftigen Wasserstoffbedarfs des Programms ab.

Mit dem Vertrag vermarktet EWE einen wesentlichen Teil der ersten Ausbaustufe seiner Anlage in Emden. Weitere Mengen sollen grundsätzlich auch für andere Industriepartner verfügbar bleiben. Das Unternehmen bündelt im Rahmen des IPCEI-Projekts „Clean Hydrogen Coastline“ die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung über den Transport und die Speicherung bis zur Auslieferung des Wasserstoffs.

Bestehende Hürden

Beide Unternehmen sehen den Vertrag als Signal für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland. Gleichzeitig verweisen sie auf bestehende Hürden. Sie fordern verlässliche politische Rahmenbedingungen, wettbewerbsfähige Strompreise und Anpassungen der europäischen Vorgaben für grünen Wasserstoff.

Die Lieferung steht unter dem Vorbehalt einer RFNBO-Zertifizierung. Entscheidend sind dabei die EU-Regeln zur Zusätzlichkeit sowie zur zeitlichen und geografischen Kopplung des Strombezugs. Nach Angaben von EWE treiben die derzeitigen Vorgaben die Produktionskosten deutlich nach oben. EWE und die Salzgitter AG setzen sich deshalb für längere Übergangsfristen und flexiblere Strombezugskriterien ein, um Wasserstoffprojekte wirtschaftlich tragfähig zu machen.

Bund und Land Niedersachsen unterstützen beide Vorhaben finanziell. Der Bund fördert die Umstellung der Stahlproduktion in Salzgitter mit 925 Millionen Euro und die Wasserstoffproduktion in Emden mit 267 Millionen Euro.





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