euecoBürgerbeteiligung als Finanzierungsstrategie

Ein neuer Leitfaden zeigt, wie Bürgerbeteiligungen Energiewendeprojekte finanzieren können.
(Bildquelle: adobestock)
Bürgerbeteiligungen können Stadtwerken und Energieversorgern helfen, den steigenden Kapitalbedarf der Energiewende breiter abzusichern. Wie das Münchner Unternehmen eueco mitteilt, beschreibt sein neuer Leitfaden, wie sich Beteiligungsmodelle systematisch in die Eigenkapital- und Co-Finanzierung kommunaler Versorger einbinden lassen.
Im Zentrum steht die Frage, wie Unternehmen Investitionen in erneuerbare Erzeugung, Speichertechnik sowie Strom- und Wärmenetze finanzieren, wenn klassische Finanzierungsquellen enger werden und regulatorische Anforderungen steigen. Der Leitfaden „Finanzierung für Stadtwerke und Energieversorgungsunternehmen – Bürgerbeteiligung als Instrument der Eigenkapital- und Co-Finanzierung“ skizziert dafür zwei Grundmodelle: projektbezogene Finanzierungen über eigenständige Projektgesellschaften sowie Beteiligungen direkt auf Ebene des Stadtwerks.
Je nach Struktur erfüllt das eingeworbene Bürgerkapital unterschiedliche Aufgaben. In Projektgesellschaften kann es über Nachrangdarlehen wirtschaftlich die Funktion von Eigenkapital übernehmen und so weitere Fremdmittel erleichtern. Auf Unternehmensebene dienen vor allem Genussrechte dazu, die Kapitalbasis langfristig zu stärken, ohne Stimmrechte an externe Investoren abzugeben. Als digitale Umsetzungsform nennt eueco zudem Schwarmfinanzierungen, mit denen sich viele kleine und mittlere Beteiligungsbeträge bündeln lassen.
Der Ansatz soll nicht nur zusätzliche Mittel erschließen, sondern auch die Bindung vor Ort stärken. Wenn Bürger, Kunden oder Mitarbeitende sich finanziell an lokalen Energieprojekten beteiligen, wächst nach Darstellung des Unternehmens die Identifikation mit den Vorhaben. Die Beteiligten erhalten eine vertraglich festgelegte Verzinsung und partizipieren an den Erträgen, während die kommunalen Versorger ihre vollständigen Stimmrechte behalten.
eueco versteht Bürgerbeteiligung ausdrücklich nicht als punktuelle Sonderlösung, sondern als festen Bestandteil moderner Finanzierungsstrategien. Der Leitfaden behandelt deshalb auch die praktische Umsetzung, etwa bei rechtlicher Strukturierung, organisatorischer Abwicklung und Risikoverteilung. „Eine klare Rollenverteilung reduziert Risiken, erhöht die Rechtssicherheit und schützt Stadtwerke vor wirtschaftlichen sowie reputativen Schäden. Dazu gehört auch, das Thema für sich zu standardisieren und so skalier- und replizierbar zu machen. Aufwände nicht auszulagern, sondern gezielt zu reduzieren, und zwar über eine eigene Beteiligungsplattform, so wie es über 100 Stadtwerke bereits tun“, sagt Josef Baur, Geschäftsführer von eueco.
Nach Einschätzung des Unternehmens verschafft eine frühe Beschäftigung mit solchen Modellen kommunalen Energieversorgern handfeste Vorteile im Wettbewerb um Kapital und Projektumsetzung. Der Leitfaden steht ab sofort kostenlos online zur Verfügung.
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