JuwiAbbau von 280 Stellen
Juwi ordnet seine Organisation neu und streicht in Deutschland 280 Arbeitsplätze. Wie das Unternehmen mitteilt, soll die Restrukturierung die Effizienz steigern, die Wettbewerbsfähigkeit stärken und die Profitabilität langfristig sichern.
Auslöser sind laut Unternehmensangaben die schwieriger gewordenen Marktbedingungen in der Erneuerbaren-Branche. Verschärfter Wettbewerb, sinkende Zuschlagssätze bei Ausschreibungen, steigende Kosten, begrenzte Netzanschlüsse und rückläufige Margen setzen Projektentwickler unter Druck. Auch die internationalen Energiemärkte sowie strukturelle Herausforderungen hätten eine Anpassung der Organisation notwendig gemacht, erklärt Juwi.
„Mit der Restrukturierung schaffen wir die Grundlage für mehr Effizienz, klare Marktfokussierung und nachhaltige Profitabilität. Unser Ziel ist es, Juwi langfristig stabil und wettbewerbsfähig aufzustellen und so als starken, verlässlichen Partner der Energiewende zu positionieren“, sagt CEO Jost Backhaus.
Änderungen in der Geschäftsführung
Mit der Neuausrichtung verändert sich auch die Geschäftsführung. Ab Oktober 2026 führen nur noch CEO Jost Backhaus und der neue CFO Thomas Hüsgen das Unternehmen. Christian Arnold, bisher für das Deutschlandgeschäft verantwortlich, verlässt Juwi zum 30. September 2026. Stephan Hansen legt sein Mandat als Geschäftsführer ebenfalls zu diesem Termin nieder und scheidet zum 30. Juni 2027 aus dem Unternehmen aus. Bis dahin unterstützt er das internationale Projektgeschäft als Senior Advisor.
Die neue Organisationsstruktur soll im Oktober in Kraft treten. Die Maßnahmen entstanden laut Juwi in Abstimmung mit Arbeitnehmervertretungen, den zuständigen Gremien und der Muttergesellschaft MVV Energie. Beim Stellenabbau setzt das Unternehmen nach eigenen Angaben zunächst auf freiwillige Lösungen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen nur erfolgen, wenn sie sich nicht vermeiden lassen.
Konzentration auf wirtschaftliche attraktive Märkte
Strategisch will sich Juwi künftig stärker auf wirtschaftlich attraktive Märkte konzentrieren, Geschäftsmodelle schärfen und die Zusammenarbeit mit dem MVV-Konzern ausbauen. Das Unternehmen sieht Wachstumspotenzial insbesondere bei hybriden Projekten, die Wind- und Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern kombinieren. Zudem sollen Skaleneffekte in großen internationalen Märkten genutzt werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der direkten Versorgung von Industriekunden mit Strom aus erneuerbaren Energien.
Trotz der Restrukturierung verweist Juwi auf eine gut gefüllte Projektpipeline. Derzeit errichtet das Unternehmen in Deutschland, Italien, Griechenland, Südafrika und den USA Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1.000 Megawatt. In den beiden jüngsten Ausschreibungsrunden der Bundesnetzagentur erhielt Juwi zudem Zuschläge für 64 Windenergieanlagen mit zusammen 390 Megawatt Leistung. Auch bei der jüngsten Photovoltaik-Ausschreibung war das Unternehmen erfolgreich. Nach Einschätzung von CEO Backhaus bildet dies eine solide Grundlage, um auch nach der Neuaufstellung weitere Energieprojekte zu entwickeln, zu bauen und zu veräußern.
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