Mittwoch, 4. November 2026

naturstromGewinnplus für das Geschäftsjahr 2025

[03.08.2026] naturstrom hat 2025 Umsatz, Gewinn und Energieabsatz gesteigert. Das Unternehmen will den finanziellen Spielraum nutzen, um flexible Stromangebote, eigene Erzeugungsanlagen und Wärmelösungen weiter auszubauen.

Vorstand der naturstrom AG.

v.l.: Sophia Eltrop; Oliver Hummel; Dr. Kirsten Nölke

(Bildquelle: naturstrom AG/M. Englert)

Der Stromanbieter naturstrom hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlichen Gewinnplus sowie höheren Umsätzen und einem gestiegenen Energieabsatz abgeschlossen. Wie das Unternehmen mitteilt, stieg der Jahresüberschuss nach Steuern in der Unternehmensgruppe um rund 24 Prozent auf 13,4 Millionen Euro. Der Umsatz erreichte 533 Millionen Euro.

Das wichtigste Geschäftsfeld blieb die Belieferung von Privat- und Gewerbekunden mit Ökostrom und Ökogas. Der Energieabsatz erhöhte sich auf 1.422 Millionen Kilowattstunden und lag damit gut zwei Prozent über dem Vorjahreswert. Vor allem das Geschäft mit Gewerbekunden entwickelte sich positiv. Insgesamt versorgte naturstrom knapp 313.000 Haushalte und Gewerbekunden. Die Zahl der belieferten Kunden ging gegenüber dem Vorjahr leicht um gut zwei Prozent zurück.

Ausbau neuer Produkte und Kooperationen

Nach Angaben des Unternehmens will naturstrom den positiven Geschäftsverlauf nutzen, um neue Produkte und Kooperationen auszubauen. Vorstandsvorsitzender Oliver Hummel sieht in der zunehmenden Flexibilisierung des Stromsystems sowohl eine Herausforderung als auch neue Geschäftsmöglichkeiten. Das Unternehmen erweitert deshalb sein Angebot für unterschiedliche Kundengruppen, darunter Haushalte mit Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen oder Elektroautos sowie Kunden, die langfristige Preisstabilität wünschen.

Im Berichtsjahr gründete naturstrom gemeinsam mit Partnern das Joint Venture HandelGrün. Es soll die dynamische Vermarktung von Batteriespeichern und anderen flexiblen Verbrauchern unterstützen. Zudem integrierte das Unternehmen den Tarif „naturstrom smart“ in das Home Energy Management System des Start-ups LumenHaus. Ziel ist es, Erfahrungen mit dem Zusammenspiel von dynamischen Stromtarifen, Photovoltaikanlagen, Wallboxen und Wärmepumpen in Prosumer-Haushalten zu sammeln. Neu im Portfolio ist außerdem der Tarif „naturstrom fix 2030“, der Haushalten eine Preisgarantie bis Ende 2030 bietet.

Für die Strombeschaffung setzt naturstrom zunehmend auf eigene Erzeugungsanlagen. Im ersten Quartal 2025 nahm das Unternehmen den Solarpark Petershagen mit 70 Megawatt Leistung in Betrieb. Später folgten der gemeinsam mit lokalen Partnern betriebene Windpark Niese-Köterberg sowie die Erweiterung eines Solarparks in Bayern. Zusammen kamen dadurch rund 90 Megawatt zusätzliche Leistung hinzu.

Marktchancen schneller nutzen

Finanzvorständin Sophia Eltrop zufolge verschafft der wachsende Anlagenbestand dem Unternehmen mehr Spielraum bei der Strombeschaffung und ermöglicht es, Marktchancen schneller zu nutzen. Die Unternehmensgruppe verfügt derzeit über eigene Wind- und Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 325 Megawatt. Aktuell läuft das Repowering eines Windparks in Nordhessen. Außerdem soll noch in diesem Jahr der Bau einer Windenergie-Anlage beginnen, die gemeinsam mit einem bestehenden Solarpark einen Netzverknüpfungspunkt besser auslastet. Mehrere Batteriespeicher an Solarparkstandorten befinden sich nach Unternehmensangaben in der Projektentwicklung.

Auch im Wärmesektor baut naturstrom seine Aktivitäten aus. Im Herbst 2025 schloss das Unternehmen das Quartiersprojekt LÜCK mit der ersten kommerziellen Nutzung von Abwasserwärme in Köln ab. Nach Angaben von Vorständin Kirsten Nölke gewinnen neben Contracting-Projekten vor allem Machbarkeitsstudien und Planungsleistungen für Wohnungsunternehmen an Bedeutung. Unterstützt werde diese Entwicklung durch die Mitte 2025 übernommene EnergyEffizienz, deren Team eng mit dem Geschäftsfeld Urbanes Wohnen zusammenarbeitet.





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