EWEBilfinger soll Gasaufbereitungsanlage liefern

H2Dry-Testanlage von Bilfinger; eine Version im kommerziellen Maßstab soll in Huntorf zum Einsatz kommen.
(Bildquelle: Bilfinger)
Für den geplanten Wasserstoffspeicher im niedersächsischen Huntorf hat der Energieversorger EWE Gasspeicher den Industriedienstleister Bilfinger mit der Lieferung einer Gasaufbereitungsanlage beauftragt. Wie EWE mitteilt, übernimmt Bilfinger das Engineering, die Installation und die Inbetriebnahme der Anlage. Dabei soll erstmals die von Bilfinger entwickelte H2Dry-Technologie im kommerziellen Maßstab eingesetzt werden.
EWE will am Speicherstandort Huntorf in der Wesermarsch eine von sieben bestehenden Erdgaskavernen für die Speicherung von Wasserstoff umrüsten. Nach Angaben des Unternehmens soll sie künftig über ein Arbeitsgasvolumen von rund 16 Millionen Normkubikmetern verfügen. Die Ein- und Ausspeicherleistung ist mit insgesamt 35.000 Normkubikmetern pro Stunde angegeben.
Wasserstoffspeicher als Puffer
Der Speicher soll 2028 in Betrieb gehen und an das Wasserstoff-Kernnetz angeschlossen werden. EWE sieht ihn als Puffer zwischen Erzeugung, Transport und Verbrauch: Wasserstoff könne aufgenommen werden, wenn er verfügbar ist, und zu einem späteren Zeitpunkt bedarfsgerecht wieder ausgespeichert werden. Auf diese Weise sollen Schwankungen im Wasserstoffsystem ausgeglichen werden.
„Für eine sichere und verlässliche Energieversorgung brauchen wir Wasserstoffspeicher. Sie schaffen einen Puffer zwischen Erzeugung, Import und Verbrauch und sorgen dafür, dass Wasserstoff auch dann verfügbar ist, wenn er gebraucht wird“, sagt Peter Schmidt, Geschäftsführer von EWE Gasspeicher. Für Investitionen in die Speicherinfrastruktur seien verlässliche regulatorische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie ein termingerechter Ausbau des Wasserstoff-Kernnetzes erforderlich.
Die von Bilfinger zu liefernde Anlage dient der Trocknung des gespeicherten Wasserstoffs. Das Unternehmen begleitet EWE nach dessen Angaben bereits seit mehreren Jahren bei der Planung und Umsetzung von Anlagen zur Wasserstoffspeicherung und -erzeugung.
Erfahrungen aus Testkaverne
Der Speicher in Huntorf ist Teil des EWE-Projekts Clean Hydrogen Coastline. Das Vorhaben soll Erzeugung, Speicherung, Transport und Nutzung von grünem Wasserstoff im Nordwesten Deutschlands miteinander verbinden. Für das vierteilige Projekt im Rahmen des europäischen IPCEI-Programms erhielt EWE im Sommer 2024 Förderbescheide von Bund und Land Niedersachsen.
Erfahrungen für die Umrüstung in Huntorf stammen unter anderem aus einem Forschungsprojekt am EWE-Gasspeicherstandort Rüdersdorf bei Berlin. Dort hat das Unternehmen eine Testkaverne mit einem Volumen von 500 Kubikmetern für die Wasserstoffspeicherung errichtet und betrieben. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in die Umrüstung der deutlich größeren Kaverne in Huntorf einfließen.
EWE betreibt insgesamt 37 Salzkavernen. Das Unternehmen will diese Erfahrung nach eigenen Angaben für den Aufbau einer Wasserstoffspeicherinfrastruktur nutzen.
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