Dienstag, 6. Oktober 2026

Stadtwerke FlensburgInstandhaltung auf neue Softwarelösung umgestellt

[06.10.2026] Die Stadtwerke Flensburg haben ihre mobile Instandhaltung auf eine neue Softwarelösung umgestellt. Das Maintenance Portal von argvis soll papierbasierte Abläufe ersetzen und die Arbeit in Netzen, Erzeugung und Service auf einer gemeinsamen Plattform bündeln.

Das Kraftwerksgelände der Stadtwerke Flensburg an der Förde bei Dämmerung.

(Bildquelle: Stadtwerke Flensburg)

Die Stadtwerke Flensburg haben ihre mobile Instandhaltung neu organisiert und dafür das Maintenance Portal des Softwareanbieters argvis eingeführt. Wie argvis mitteilt, nutzen rund 250 Beschäftigte die Anwendung im täglichen Betrieb. Sie greift auf das bestehende SAP-System sowie Geodaten zu und lässt sich auch ohne Internetverbindung einsetzen.

Ausgangspunkt für die Umstellung war die bisherige Systemlandschaft. In den Netzen nutzten die Stadtwerke SAP Mobile Asset Management (MAM), das laut argvis technologisch veraltet war und nicht mehr gewartet wurde. In der Erzeugung liefen dagegen zahlreiche Prozesse auf Papier. Meldungen und Aufträge wurden ausgedruckt, Inspektionsdaten handschriftlich erfasst und anschließend in Excel übertragen. Fotos mussten separat zugeordnet werden.

Offlinefähigkeit als wichtiges Kriterium

SAP Plant Maintenance (PM) bleibt auch nach der Umstellung das zentrale Back End. Daneben setzen die Stadtwerke Smallworld GIS und Lovion Mobile GIS ein. Das neue Maintenance Portal verbindet diese Systeme nach Angaben von argvis miteinander. Technische Objekte, Meldungen und Geodaten lassen sich zwischen GIS und SAP austauschen. Aus Kartenansichten heraus können Beschäftigte zudem Meldungen anlegen.

Bei der Auswahl der neuen Lösung spielte neben der Anbindung an SAP und die GIS-Systeme insbesondere die Offlinefähigkeit eine Rolle. Monteure und Techniker sollen damit auch bei fehlender Mobilfunkverbindung auf Stammdaten und digitale Checklisten zugreifen sowie Meldungen bearbeiten können. Weitere Kriterien waren nach Angaben des Softwareanbieters unter anderem Bedienbarkeit, Funktionsumfang und Skalierbarkeit.

Die Stadtwerke verwalten in SAP PM rund 110.000 technische Plätze im Netzbereich und weitere 60.000 in der Erzeugung sowie insgesamt mehr als 330.000 Equipments. Abgedeckt werden unter anderem Fernwärme, Mittel- und Niederspannung, Telekommunikation, Gas und Wasser.

Einführung aufwendiger als erwartet

Die Einführung erwies sich laut argvis als aufwendiger als zunächst erwartet. Vor allem die Testphasen hätten zusätzliche Zeit beansprucht. Zudem mussten SAP-spezifische Prüfungen, Formate und Wertelisten angepasst sowie die Schnittstellen zu Lovion überarbeitet werden. Parallel erfolgte die Umstellung auf Windows 11 und auf neue mobile Endgeräte wie Windows-Tablets, iPhones und iPads.

Nach Angaben von argvis hat sich seit dem Start insbesondere die Erfassung von Schadens- und Instandhaltungsmeldungen verändert. Im Service und in der Erzeugung seien papierbasierte Rundgänge und Excel-Listen weitgehend entfallen. Beschäftigte können Dokumente, Fotos, Messwerte, Historien und GIS-Daten mobil am jeweiligen technischen Objekt abrufen.

„Mit dem argvis; Maintenance Portal konnten wir unsere papierbasierten Prozesse vollständig digitalisieren“, sagt Thorsten Weber, Abteilungsleiter Netzdienstleistungen bei den Stadtwerken Flensburg. Dadurch seien Medienbrüche vermieden und die Datenqualität verbessert worden.

Die Stadtwerke wollen die Anwendung künftig für weitere Aufgaben einsetzen. Geplant sind nach Angaben von argvis unter anderem der Ausbau digitaler Checklisten sowie Funktionen zur Auswertung von Rundgängen und zur Analyse der Anlagenverfügbarkeit.





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