Donnerstag, 29. Oktober 2026

Geothermiekongress 2026Ausbau in der Fläche voranbringen

[29.10.2026] Wie sich Geothermieprojekte schneller und in größerem Umfang umsetzen lassen, war eine zentrale Frage beim Geothermiekongress 2026 in Potsdam. Diskutiert wurde auch, welchen Beitrag die Erdwärme zu einer sicheren und bezahlbaren Wärmeversorgung leisten kann.

Die diesjährigen Preisträger und Laudatoren.

v.l.: Ullrich Bruchmann; Jens Grimmer; Laura Spitzmüller; Horst Rüter; Rolf Bracke; Rüdiger Schulz; Leonhard Thien; Gregor Dilger

(Bildquelle: Olaf Selchow/ Bundesverband Geothermie e.V.)

Der Ausbau der Geothermie und die Voraussetzungen für ihre breite Nutzung in der Wärmeversorgung standen im Mittelpunkt des Geothermiekongresses 2026. Wie der Bundesverband Geothermie mitteilt, diskutierten Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft vom 20. bis 22. Oktober in Potsdam darüber, wie sich geothermische Projekte in größerem Maßstab umsetzen und regionale Wärmesysteme widerstandsfähiger gestalten lassen.

Brandenburgs Energieministerin Martina Klement (CSU) verwies auf die bereits realisierten Geothermieprojekte in ihrem Bundesland. Als regionale und grundlastfähige Energiequelle könne Erdwärme dazu beitragen, die Wärmeversorgung zu dekarbonisieren und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern. Eine sichere und bezahlbare Wärmeversorgung sei ein wesentlicher Bestandteil der Energiepolitik Brandenburgs, erklärte Klement.

Stephanie von Ahlefeldt, Leiterin der Abteilung Energieeffizienz, Wärme und Energieforschung im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, ging auf das geplante Wärmenetzpaket ein. Sie bezeichnete es als wichtige Weichenstellung für die künftige Energiepolitik. Ingo Sass, Sektionsleiter Geoenergie am GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung, hob die Bedeutung des wissenschaftlichen Nachwuchses für die Weiterentwicklung der Geothermie hervor.

Im Rahmen des Kongresses zeichnete der Bundesverband Geothermie zudem mehrere Wissenschaftler und Fachleute aus. Die Patricius-Medaille erhielt Rolf Bracke, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien (IEG). Der Verband würdigte damit insbesondere seine Verdienste um den Aufbau des Instituts in Bochum und die Entwicklung von Forschungsstrategien zur tiefen und oberflächennahen Geothermie.

Bracke betonte die Bedeutung des Wissenstransfers in die Praxis. Ziel sei es, die Potenziale der Geothermie für Kommunen, Unternehmen und Bevölkerung zu erschließen. Insbesondere in ehemaligen Bergbauregionen könne Erdwärme als Nachfolgetechnologie der Kohle eine Rolle spielen.

Als Jungwissenschaftlerin des Jahres wurde Laura Spitzmüller vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) für ihre Forschung zur Charakterisierung geothermischer Reservoirsysteme ausgezeichnet. Einen Sonderpreis erhielt Ullrich Bruchmann vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie für sein langjähriges Engagement im Bereich Geothermie.





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